꙳Sommernachtsflüstern꙳ – Anthologie – Jona Dreyer (Hrsg.)

Da ich gerade genug vom Winter habe und die wärmere Jahreszeit sehnlichst herbeiwünsche, habe ich mir gedacht, dass ich euch endlich die Sommeranthologie vom letzten Jahr vorstelle, die ich als Rezensionsexemplar bekommen habe. Also: läuten wir gemeinsam den Sommer ein!

Allgemeines zum Buch

Das Buch enthält fünf kurze Geschichten von den Autoren Jona Dreyer, Regina Mars, Sara Pearson, B.D. Winter und Luzie Engels. Es ist mehr oder weniger gay-romantisch und erschien selfpublished unter der Federführung von Jona Dreyer.

Inhalt und Rezension

Die Geschichten drehen sich alle um das Thema Sommer, Urlaub und andere heiße … Plätze. Wer mich kennt, der weiß, dass ich selten Anthologien lese, da ich recht hohe Erwartungen an Kurzgeschichten habe. Und als klassische Kurzgeschichte würde ich auch keine von ihnen einordnen, es sind kurze Geschichten, die ähnlich einer Novelle aufgebaut sind, nur eben deutlich kürzer. Ich weiß, dass das im entsprechenden Genre oft so aufgebaut und von den Lesern gemocht wird, daher ist das bestimmt für wenige ein Problem, meinen Geschmack (bzw. meine Erwartung) trifft es damit nicht ganz.

An sich sind alle Geschichten aber solide in der Umsetzung,  lassen sich gut hintereinander lesen und machen durchaus Spaß. Die Geschichten von Regina Mars und B.D. Winter, wenn doch sehr unterschiedlich, haben mir aus der Anthologie am besten gefallen.

Reginas Geschichte »Ramen am Rhein« hatte Witz, einen gut integrierten Konflikt, der sich schön aufgelöst hat und trotz der „charmigen“ Anlage fand ich auch die Protagonisten in ihrer Emotionalität toll umgesetzt. Überraschenderweise war ich ein paarmal wirklich gerührt.

»Auf den Hörnern des Stiers« von B.D. Winter fand ich durchdacht, die Situation in der Arena hatte ich bildlich vor Augen, und der Spannungsaufbau war gelungen. Der Twist am Ende hat mich leider nicht überrascht, nichtsdestotrotz hat er mir gefallen. Das Ende war okay, die Stärke der Geschichte lag für mich aber in der Zuspitzung des Konflikts davor.

Mit Jona Dreyers Geschichte »Sechs Särge und ein Kapitän« ging es auf ein Kreuzfahrtschiff. Es ist eine lockere, witzige Geschichte mit einer guten Pointe ganz zum Schluss, die das Ende aufwertet. Mir fehlte so ein bisschen das Ziel und der „Zweck“ der Handlung, gut lachen ließ es sich trotzdem.

Die anderen beiden Geschichten, »Urlaub mit Hindernissen« von Sara Pearson und »Abgedrehte Ferien« von Luzie Engels, hakten für mich beide an ungefähr demselben Problem. Sie ließen sich gut lesen, hatten ihre besonderen Momente, über das böse Schaf habe ich sehr gelacht, aber sie verfehlen die Möglichkeit, „mehr“ zu sein. Ich denke, dass das durchaus daran liegt, dass sie auf die Kürze zu viel gewollt haben und dabei nicht auf den Punkt kommen. So bleiben sie eine aus dem Leben gegriffene Situation, die man gerne anguckt, aber nicht im Kopf behält.

Fazit: Die Anthologie enthält schöne Geschichten für zwischendurch, die man ohne Bedenken lesen kann. Persönlich hätte ich einen klassichen Kurzgeschichtencharakter bevorzugt, aber ein anderer mag sicherlich den Romanstil mehr.

Autoreninformation und -kontakt

Jona Dreyer könnt ihr auf ihrer Internetseite besuchen, ebenso wie Regina und B.D. Winter. Sara Pearson und Luzie Engels haben ein Autorenprofil auf Facebook.

꙳Sommernachtsflüstern꙳ – Anthologie – Jona Dreyer (Hrsg.)

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