Leser interviewen – Barbara Corsten

Interview vom 28. Oktober mit Barbara Corsten. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Barbara findet ihr auf ihrer Internetseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Halli, Hallo, Hallöle und guten Abend, ich weiß nicht, ob Sie es schon wussten aber …

Nein, ich glaube, ich schreib dann lieber meinen eigenen Text.

An erster Stelle natürlich ein großes DANKE.

DANKE für die Einladung und für die ermutigende Betreuung des Moderatorenteams und ein noch größeres DANKE an euch, die mich hier heute Abend unterstützen und mir ihre Fragen stellen, sich nach meinen Büchern und Projekten erkundigen möchten oder ganz einfach ein wenig mit mir plaudern.

Große Güte, bin ich nervös, bitte habt ein wenig Nachsicht und jetzt erfolgt hier, wenig werbewirksam, direkt eine Warnung. Es ist unter Umständen, also – ganz vielleicht- eventuell – möglicherweise … neee, ziemlich sicher, dass ihr ab und an ziemlichen Quatsch von mir lesen werdet. Wenn ich aufgeregt bin und euch nicht auf Antworten warten lassen will, werde ich vermutlich wieder einmal Antworten abschicken, ohne sie gegenzulesen. Dann steht da als Beispiel: HErzlch Willkommen udn dankef ür diene Frage.

Ihr seht mein Problem. Ich werde mich bemühen, meine üblichen Fehler zu vermeiden. (Fragt mal meine Töchter, wenn ich ihnen WhatsApp-Nachrichten schicke. Entweder erhalte ich verständnislose Fragezeichen oder schallendes Gelächter.)

Soll heißen, ich versuche diesmal, erst zu lesen und dann auf absenden zu klicken. Leider sind meine Finger da ab und an schneller als mein Hirn. :)

Ganz kurz zu mir, ihr findet meine Autorenseite hier bei Facebook unter diesem Link https://www.facebook.com/BarbaraCorstenAutorin/ und ich freue mich über jeden Gast, der mich besucht. Hier versuche ich immer, meine Leser auf dem neuesten Stand zu halten, und ihr erfahrt alles über neue oder geplante Projekte.

Und hier ist mein Amazon Account: https://www.amazon.de/l/B018GI4EWC

Ich bin zur Zeit gerade fünfundfünzig Jahre alt, aber das ändert sich jedes Jahr, lohnt sich also kaum, sich das zu merken. ;) Ehrlich – es kommt vor, dass ich nachrechnen muss.

Ich bin seit seeeehr langer Zeit verheiratet, immer noch mit dem gleichen Mann, und habe drei Töchter, die zwar schon erwachsen sind, aber noch im Haus leben, wegen Studium, Ausbildung etc.

Zum Haushalt gehören außerdem noch ein Hund namens Sammy. (Und das hat so gaaar nichts damit zu tun, dass ich Supernaturalfan bin. ;) By the way – mein Mann hat mir den Namen Dean für den Hund verboten.) Und eine Katze, die nicht auf den Namen Mrs. Norris hört, dafür aber auf ein lautes „KATZE“, wenn sie wieder auf den Tisch springt, um zu überprüfen, ob sie mag, was wir da essen.

Ich weiß gar nicht, was ich euch jetzt erzählen soll, denn dann habt ihr ja nachher gar keine Fragen mehr.

Also kaue ich mir jetzt hier die Fingernägel ab, bis ich den ersten Kommentar beantworten darf.

Leserfrage 1

Melanie: Du kommst ja „eigentlich“ eher aus dem Lyrikbereich. Ist von dir mal ein Gedichtband geplant bzw. angedacht?

Es gab mal einen namens „Gedichte, Wind und mehr“. Leider gibt es den nicht mehr zu kaufen. Ansonsten habe ich mich ziemlich aus der Lyrik zurückgezogen. Ich halte mich vornehm zurück, weil ich festgestellt habe, dass ein bisschen Talent nicht reicht, um der strengen Geliebten Lyrik gerecht zu werden.

Leserfrage 2

Chrissy: Gibt es ein Thema oder eine Art Botschaft, die dir besonders am Herzen liegt?

Liebe ist für alle gleich und macht keine Unterschiede. Hat was mit meinem Gerechtigkeitsempfinden zu tun.

Leserfrage 3

Melanie: Worüber würdest du am liebsten mal schreiben und was hat dich gegebenenfalls bisher davon abgehalten?

Ehrlich, ich würde mich gerne mal an BDSM rantrauen, aber mit so gar keiner Ahnung sollte man von so einem heiklen Thema die Finger lassen, um kein falsches Bild zu vermitteln.

Leserfrage 4

Mana: Hallo Babsi, hast du schon in der Schule gerne Aufsätze geschrieben? Und wie alt warst du, als du deine erste Geschichte geschrieben hast? :)

Ich fand Schreiben schon immer klasse und habe Aufsätze geliebt. Inhaltsangaben weniger, ich kann nicht kurz. ;) Ich kann dir nicht sagen, wann ich angefangen habe, weil es schon immer da war. Leere Blätter oder Hefte ging nicht … da musste was rein.

Leserfrage 5

Gertraud: Meine Frage ist: Hattest du schon immer eine poetische Ader oder kam das erst mit dem Älterwerden?

Ich glaube, das kam ganz klassisch im Teenageralter.

Leserfrage 6

Gertraud: Was war dein erstes Buch oder deine erste Geschichte, die du veröffentlicht hast?

Mein Gedichteband „Masken, Wind und mehr“ so Ende 2003. Ich habe mich da allerdings schon viel im Internet in diversen Foren rumgetrieben und dort veröffentlicht.

Leserfrage 7

Chrissy: Was ist dein aktuelles Projekt und wann erscheint es?

Mein aktuelles Projekt ist ein Ableger zu meinem Roman „Der Klippenspringer“. Der Arbeitstitel ist „Es warst schon immer du“ und ist unabhängig vom Klippenspringer zu lesen. Wann es fertig wird? Seufz … ich wünschte, ich könnte das planen. So wie es gerade aussieht, wird es eher ein Zweiteiler.

Leserfrage 8

Cait Lin: Ich würde ja gerne wissen, woher du dir deine Inspiration holst?

Eigentlich aus allem. Ein Lied, eine Textzeile oder manchmal auch Wortfetzen oder Sätze aus einem Gespräch. Ein Bild, die Natur und eventuell ganz Klischee, ich habe auch schon Sachen geträumt … da schlummern zwei Ideen auf Festplatte, die komplett geträumt sind.

Leserfrage 9

Mana: Du bist ja eine sehr kritische Autorin, käme es für dich in Frage, ein ganz aktuelles Thema wie etwa die Flüchtlinge oder den Hambacher Forst zu thematisieren?

Nicht ganz so aktuell, aber im Zeitgeschehen, weil ich gerade finde, dass viele Dinge sich wiederholen. Mein neues Projekt: „Es warst schon immer du“ handelt von der Jugoslawienkrise in den 90ern. Wenn man sieht, wie das damals angefangen hat … mit „wir sind besser als die. Warum muss ich Geld für andere abgeben, wenn ich es selbst behalten will“ (überspitzt ausgedrückt). Oder so wie es jetzt in Übersee der Fall ist: mit America first, so war das damals in Jugoslawien auch, und auch bei uns sind die Anzeichen schon wieder mehr als deutlich. Das macht mir Angst. Kein Mensch ist besser oder schlechter als ein anderer. Also irgendwie thematisiere ich das schon, ohne in 2018 zu sein. Eher wie ein Spiegel.

Leserfrage 10

Gertraud: Trifft man dich auch auf anderen Messen oder nur auf der Gay Book Fair?

Eher in Berlin und Leipzig. Berlin steht jetzt schon wieder fest in meinem Planer.

Leserfrage 11

Mana: Hast du schon mal eine Live-Lesung im Internet in Betracht gezogen?

Tatsächlich gibt es einen Youtube-Kanal, in dem ich die ersten Gehversuche gestartet habe.

Leserfrage 12

Gertraud: Über welches Thema würdest du gerne einmal schreiben oder was ist ein absolutes No Go für dich?

Versuchen würde ich mich gerne einmal an einem BDSM Roman. Da ich aber gar keine Ahnung davon habe, lasse ich lieber die Finger davon, ehe ich ein falsches Bild vermittel, dass dem Thema nicht gerecht wird. Ein absolutes NoGo? Um ehrlich zu sein, habe ich mich mit der Frage noch nicht beschäftigt.

Leserfrage 13

Sabrina: Schreibst du im stillen Raum oder brauchst du Geräusche um dich herum beim Schreiben?

Stille nicht, wenn meine Familie um mich rumquirlt, stört mich das meistens nicht. Ich habe allerdings festgestellt, dass ich nicht mit Musik schreiben kann, weil ich mich dann auf die Musik konzentriere statt aufs Schreiben.

Leserfrage 14

Gertraud: Was regt deine Fantasie an?

Alles … ein Lied, eine Begegnung, manchmal nur ein Wort oder ein Satz in einem Gespräch, Natur, Bilder …

Leserfrage 15

Chrissy: Klassische Frage: Wieso gay?

Angefangen hat es eigentlich mit yaois, dann habe ich festgestellt: Ui, toll, es gibt Bücher. Zur gleichen Zeit habe ich angefangen, mit Melanie Brosowski Fanfiktion zu schreiben. Nirgendwo werden so viel gleichgeschlechtliche Pärchen geshipt wie im Fanfiktionbereich. Irgendwie war es dann nur noch ein kleiner Schritt.

Leserfrage 17

Gertraud: Wären deine erschienenen Werke als Hörbuch irgendwann mal eine Option?

Das würde ich furchtbar gerne mal umsetzen, habe aber so gar keine Idee, wie so was funktioniert. Wenn also nicht der Märchenprinz kommt und sagt: „Komm wir machen das jetzt …!“ wird das wohl eher ein Traum bleiben.

Leserfrage 18

Nico: Hast du einen bevorzugten Erzähl-Stil?

Ich hoffe du erwartest von mir keine Fachbegriffe? Davon habe ich nämlich keine Ahnung. :) Wie nennt man das? Als übergeordneter Erzähler?

Nico: Auktorial = allwissend. Die Fachbegriffe hab ich aber auch erst vor Kurzem gelernt. :D

Danke. :) Ich befürchte, diese Fachbegriffe behalte ich nie …

Leserfrage 19

Gertraud: Hast du von Anfang an im Gay-Genre geschrieben oder was gab den Ausschlag?

Nein, veröffentlicht habe ich mit Melanie Brosowski im Fanfiktionbereich. Unsere Supernaturalgeschichten. Quasi learning by doing (danke Melli). Dann habe ich yaoi entdeckt und beim googeln gesehen … WAS? DA GIBT ES BÜCHER VON? Ab da war mein Interesse geweckt und wir alle wissen, dass nirgendwo so sehr geshipt wird wie im Fanfiktionbereich … da war es ein kleiner Sprung. (Falls mal irgendjemand Interesse haben sollte; hier ein Link zu unserem Account https://www.fanfiktion.de/u/cassiopeia-calypso)

Leserfrage 20

Gertraud: Setzt du dir beim Schreiben ein Zeitlimit oder lässt du es einfach auf dich zukommen?

Ich wünschte, ich wäre so ein geordneter Mensch, leider funktioniert das bei mir nicht. Ich schreibe, wenn es mir keine Ruhe mehr lässt, weil die Geschichte meint, es muss jetzt weiter gehen. Leider schweigt sie mich aber auch manchmal an. Wenn ich mich dann zwinge weiterzuschreiben, merkt man das sofort. Das will kein Mensch lesen …

Leserfrage 21

Diana: Was sagt deine Familie zu der Schreiberei und lesen sie es?

Mein Mann und meine Kinder sind furchtbar stolz auf mich und unterstützen mich in allem. Nur gelesen hat es noch keiner. :D Aber das ist nicht weiter schlimm, es ist halt nicht ihr Genre …

Leserfrage 22

Diana: Wo holst du deine Inspiration für deine Ideen her?

Ganz ehrlich? Ich habe einige Sachen geträumt und sie direkt nach dem Wachwerden aufgeschrieben als Grundidee … die schlummern allerdings noch auf meiner Festplatte. Ansonsten kann es ein Gesprächsfetzen sein … ein Wort, ein Satz … ein Lied, ein Bild oder die Natur.

Leserfrage 23

Diana: Wie lange schreibst du an einer Geschichte?

Das ist dermaßen unterschiedlich, dass ich dir das nicht beantworten kann. Leider bin recht chaotisch. Für meinen ersten Roman „Trust – Eine Frage des Vertrauens“ habe ich zwei Jahre gebraucht. Dagegen ist die Rohfassung von „Der Klippenspringer“ innerhalb von neun Monaten entstanden. Manchmal brauche ich für eine Kurzgeschichte von drei- bis sechstausend Worten eine ganze Woche, manchmal nur einen Abend.

Leserfrage 24

Dima: Ich erlebe Dich hier auf FB häufig sehr erschüttert von den politischen Veränderungen in Deutschland und der Welt. Inwieweit zieht diese Stimmung in Deine Geschichten ein?

O Gott Dima – Wenn „Es warst schon immer du“ jemals fertig wird … der ganze Roman ist quasi ein Antikriegsroman. Er behandelt Gerechtigkeit, Loyalität, den Wahnsinn eines Krieges und die bedingungslose Liebe. Alles Dinge, die gerade nicht mehr in unsere Zeit zu passen scheinen.

Leserfrage 25

Shan: Halloween steht ja vor der Tür, kannst du dir vorstellen, mal etwas im Bereich Horror/Mystery zu schreiben?

Bei mir ist das immer abhängig von der jeweiligen Muse. Wenn mir da was zugeflogen kommt … auf jeden Fall. Was ich eher nicht kann ist Krimi und Thriller. Dieser logische Aufbau, sich in Andeutungen ergehen, ohne dass der Leser weiß, worauf es rausläuft … das ist eine hohe Kunst, die ich, glaube ich, nicht beherrsche.

Leserfrage 26

Shan: Man hört immer wieder von Autoren, dass in einer Reihe von Geschichten, die zusammengehören, der nächste Teil meist länger wird als der letzte. Wie sind deine Erfahrungen in dem Bereich?

Lach, wenn man den Klippenspringer zu Grunde legt und jetzt den Ableger betrachtet, stimmt das garantiert. Ansonsten habe ich da noch nicht so viel Erfahrung. (Freue mich allerdings bei einigen Autoren darüber, wenn bestimmte „nenn mich nicht Hasi Agenten“ schöne lange Abenteuer erleben, in denen man mitfiebert. ;) )

Leserfrage 27

Shan: Kaffee alle, Schokolade aus, Familie laut … was kannst du während des Schreibens gar nicht haben und was schießt dir von außen am häufigsten dazwischen?

Was mich nicht stört, ist meine Familie, und was mich stört, ist meine Familie. ;) Kommt ein bisschen auf meine Stimmung an. Meist macht es mir nichts aus, aber ab und an ist meine Konzentration so minimal, dass mich jedes „Mama?“ stört. Ich kann überhaupt nicht mit Musik schreiben, weil ich dann auf den Text achte und … ganz schade, ich kann nicht draußen schreiben, weil dann alles andere wichtiger ist.

Leserfrage 28

Shan: Apropos Kaffee und Schokolade … Wovon ernähren sich deine Muse und du beim Schreiben?

Öhm … ja … davon Kaffee, Schokolade in allen Variationen: als Keks, als Riegel … alles Mögliche. Gott sei Dank komme ich dank meines wunderbaren Geburtstagsgeschenks ein wenig vom Kaffee ab. Meine Mädels haben mir eine wunderbare türkische Teekanne gekauft, die hier gerade jeden Tag in Betrieb ist.

Leserfrage 29

Shan: Womit kann ein Leser dich glücklich machen, von einer Rezension abgesehen?

Oh, einfach durch Feedback: Hab ich gelesen, fand ich gut. Wenn man auf Messen erkannt wird, wenn jemand sagt, deine Geschichte malt Bilder in meinem Kopf. Hoffentlich klingt das jetzt nicht zu eingebildet, aber dieses Feedback ist mein Treibstoff für die nächste Story.

Schlusswort

Mir hat es echt Spaß gemacht. Lebendig und offen ist es erst durch eure Fragen geworden. <3

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