Interview vom 17. Juni mit Elisa Schwarz. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Elisa findet ihr auf ihrer Facebookseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Ein fröhliches Hallo in die Runde!

Ich freue mich sehr, heute das Interview mit euch führen zu dürfen, und ich bin gespannt, welche Fragen ihr euch einfallen lasst. Ich hoffe, ich kann ihnen gerecht antworten. Ihr kennt mich unter meinem Pseudonym Elisa Schwarz, das allerdings nicht geschlossen ist. 2015 durfte ich mein erstes Buch „Eigentlich …“ über den Dead Soft Verlag veröffentlichen und es war, ganz gegen meine Erwartungen, erfolgreich. Seitdem kamen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen mehrere Kurzgeschichten sowie eine weiteres Buch „Das andere Ende der Brücke“ von mir heraus. Zuletzt habe ich all meine Schreibenergie in das Gemeinschaftsprojekt Band 1 bis 3 von den „Herzfrequenz“-Jungs gesteckt. In meinen Büchern geht es quer durchs Genre: Romantik, Erotik, Drama, aber immer im Contemporary-Bereich. Meine Figuren sind wie ich ;) – eckig, kantig, schwer zu überzeugen, aber mit Verstand zur rechten Zeit und dem Herzen am rechten Fleck.

Ich bin nicht sehr aktiv auf Facebook, aber ich poste alle relevanten Dinge rund um meine Schreiberei auf meiner Autorenseite. Und sofern es die Datenschutzverordnung zulässt, bleibt die Seite auch weiterhin geöffnet. Wer mir künftig gerne folgen möchte, darf sich dort jederzeit umsehen (und natürlich freue ich mich über jedes einzelne Like): https://www.facebook.com/ElisaSchwarz.Autorin/

In den nächsten Tagen werde ich anlässlich des ersten Geburtstages der „Herzfrequenz“-Jungs Band 1 ein kleines Gewinnspiel dort starten. Ihr seid herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Alles Liebe, Elisa

Leserfrage 1

Elke: Hallo Elisa, wie sieht ein typischer Schreibtag von dir aus?

Diese typischen Tage gibt es leider nicht. Meiner Familie, meinem Job und meinem doch recht großen Eigenheim geschuldet. Wann immer ich Zeit finde, schummle ich mich hinter den PC und dann kann es auch mal vorkommen, dass ich alles stehen und liegen lasse.

Leserfrage 2

Elke: Was darf beim Schreiben nicht fehlen?

Gern ein Glas Weinschorle, leider auch nicht meine Zigaretten – aber die gehen nur draußen. Ansonsten gern Ruhe ohne Ende.

Elke: Und wo ist der obligatorische Kaffee? ;-)

Ich trinke Kaffee morgens, auf der Arbeit und meist am Nachmittag. Wenn ich zum Schreiben komme, ist es meist später Abend bis in die Nacht hinein. Da wäre Kaffee fatal.

Leserfrage 3

Chrissy: Gibt es ein Thema, über das du unbedingt noch mal schreiben möchtest, dich bisher jedoch nicht getraut hast?

Ja, an BDSM traue ich mich nicht ran. Ist eigentlich auch nicht mein Thema, aber ich schulde es noch zwei Protagonisten von mir.

Leserfrage 4

Chrissy: Was war bisher die berührendste Rückmeldung zu einem deiner Bücher?

Eine persönliche Nachricht hier auf FB via Chat. Ein Mann, der sich in einer meiner Kurzgeschichten wiedergefunden hat. Das hat mich sehr berührt.

Leserfrage 5

Dima: Welches Deiner Bücher/welche Deiner Geschichten liegt Dir am meisten am Herzen? (Keine Mehrfachnennung ;-) )

Patrick – ganz klar. Er war mit mir verwachsen, ist es heute noch! Also: „Das andere Ende der Brücke“.

Claudia: Können wir mir einer Fortsetzung rechnen? Oder mit einer Geschichte zu den anderen Figuren?

Ja, irgendwann. Mit Bill und Steffen. BDSM wird Randthema sein, aber doch Thema. Daher traue ich mich noch nicht so dran.

Leserfrage 6

Chrissy: Auf welchen Messen kann man dich antreffen?

Dieses Jahr war ich in Leipzig. Ob ich Berlin schaffe, weiß ich noch nicht, da ich dieses Jahr außer der Norm sehr viel privat unterwegs bin und war und meine Kinder mich doch bald vermissen. ;)

Leserfrage 7

Elke: Woraus ziehst du deine Inspiration?

Aus ganz vielen Situationen, die ich beispielsweise in der Stadt erlebe. Mein Arbeitsplatz liegt mitten im Zentrum. Da kann man sehr viel beobachten. Generell: Wenn ich unterwegs bin, habe ich immer die Augen offen (und nicht am Handy).

Leserfrage 8

Elke: Bisher hast du ja eine Reihe herausgebracht. Was macht den Reiz für dich aus?

An Reihen? Die war eigentlich gar nicht geplant. Aber die Figuren haben ziemlich laut gerufen: „Und was ist mit uns?“ ;)

Leserfrage 9

Kerstin: Wie kommst Du zu Deinen Ideen zu den Geschichten in Deinen Büchern?

Ganz unterschiedlich. Das erste Buch „Eigentlich“ war ein Schnellschuss, „Das andere Ende der Brücke“ hingegen ein Herzensprojekt. Die Ideen waren plötzlich da, vermutlich, weil im ersten zu viel Erotik drin war, brauchte ich einen Ausgleich dazu.

Leserfrage 10

Dima: Alle Deine Bücher sind bisher bei dead soft erschienen. Wird Dein neuestes Projekt auch dort unterkommen? Und spielst Du mit dem Gedanken, es mal bei einem großen Publikumsverlag zu versuchen?

Vermutlich werde ich mich im SP versuchen. Erst mal kein Verlag mehr. Einfach, weil ich neugierig bin.

Leserfrage 11

Minelle: Wie geht deine Familie und dein persönliches Umfeld damit um, dass du Gay Romane schreibst?

Ich habe niemanden in meinem Umfeld, der nicht damit klarkommt. Einige lesen meine Bücher, einige nicht. Aber die Akzeptanz ist da, meine Eltern sind stolz. Meine Kinder und mein Mann ebenfalls.

Leserfrage 12

Antje: Hallo Elisa, wann und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Hallo Anja, das ist eine gute Frage. Ich schreibe schon unglaublich lang. Aber das war doch viele Jahre lang sehr stümperhaft. Ich meine, ich habe mit 16 meinen ersten wirklichen Roman begonnen. Davor gab es Gedichte und Kurzgeschichten. Alles für die Schublade. :) Selbstverständlich!

Leserfrage 13

Elke: Gibt es ein Thema, über das du unbedingt noch schreiben willst?

Liebe Elke, ja. BDSM. Und ich habe sogar schon meine Fühler für Helfer ausgestreckt, aber ganz ran traue ich mich nicht. Zudem sind da immer noch andere Projekte, die vorrangig in der Pipeline stehen.

Leserfrage 14

Elke: Plottest du vor oder haben deine Figuren viel Spielraum?

Ganz unterschiedlich. Für das Gemeinschaftsprojekt hatten wir einen strikten Plot. Natürlich sind wir hier und da abgewichen, aber das ging ganz gut. Mir wäre nicht wohl dabei gewesen, mich überraschen zu lassen, was Lena schreibt. Andersrum ging es ihr ähnlich. Für meine ersten beiden Bücher hatte ich keinen Plot – das ging super von der Hand. Für das Jetzige hatte ich einen – was soll ich sagen: begonnen 2014 – die Fußnote ist ziemlich deprimierend.

Leserfrage 15

Elke: Ist es dir schon einmal passiert, dass du eine ganz andere Richtung in einem Buch geplant hast, als es deine Protagonisten wollten?

Ja, ebenfalls jetzt in dem Buch „Hope“ (Arbeitstitel). Ich bin mit dem Plot gar nicht mehr zurechtgekommen und muss echt lachen, wenn ich mir jetzt das Buch anschaue und es mit dem Plot vergleiche. Da passt gar nichts mehr.

Leserfrage 16

Elke: Kommst du überhaupt noch nebenher zum lesen? Wenn ja, was liest du da?

Am liebsten lese ich tiefgreifende Romane – aber immer queeres Genre. Beispiele für Bücher, die nachhaltig bei mir in Erinnerung sind: „Die Mitte der Welt“, „Staub und Stolz“, „Die Partitur der Gewalt“ – und es gibt noch einige mehr. Aber ich denke, die Richtung ist erkennbar. Also ganz was anderes, als das, was ich letztendlich zu Papier bringe. Aber beides entspannt mich. Ich lese ich zwischen den Projekten und im Urlaub. Ohne Buch geht es einfach nicht.

Leserfrage 17

Antje: Wie viel Zeit investierst du in die Recherche und wo wirst du am ehesten fündig?

Hauptsächlich recherchiere ich über Internet, Zeit investiere ich so viel, wie nötig ist. Das ist ganz unterschiedlich. Oftmals rede ich auch persönlich mit Menschen, die sich auskennen, oder suche mir gezielt Betaleser, die auf bestimmte Bereiche ein Auge im Skript behalten.

Leserfrage 18

Katja: Ich setze dich auf einer einsamen Insel aus. Wo soll es sein? Lieber warm oder kalt? Was benötigst Du unbedingt auf der Insel? Und was sind Dein Lieblingskuchen und -essen?

Hallo Katja, mit Kuchen kriegst du mich nicht. :D Essen ist auch eher Nebensache, obwohl ich gar nicht wenig esse. Pizza ist was Feines – sie ist so irre variabel, was den Belag angeht. Aussetzen bitte irgendwo, wo es nicht knalle heiß, aber auch nicht eisig ist. Gibt es das überhaupt? Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gern nach Irland auswandern. Die habe ich aber leider nicht. Natürlich nicht ohne Familie. :)

Leserfrage 19

Deacon: Hattest du schon mal beim Schreiben eine genaue Vorstellung von deiner Geschichte, und beim Schreiben hat sich die Story dann in eine ganz andere Richtung entwickelt? Kurz gesagt, haben deine Protagonisten einen eigenen Kopf, wie sich ihre Geschichte entwickeln soll, oder schreibst du es Ihnen eher vor?

Hallo Deacon, meine Protagonisten sind immer sehr eigenständig denkende Figuren. Die Kunst des Schreibens ist die, sich darauf einzulassen und sie sanft zu lenken. Natürlich gibt es mal einen Ausreißer außerhalb des Plots, der mir vorschwebte, aber meist gelingt es mir, es genau so hinzustellen, dass es „selbstverständlich“ gewollt war. ;) Es gibt allerdings keinen Protagonisten, in den ich mich nicht voll und ganz reinversetzen konnte.

Leserfrage 20

Antje: Wenn dich unterwegs Ideen anspringen, hast du immer was zu schreiben dabei oder kannst du dir das merken?

Ich versuche, mir das zu merken. Trotz Notizbuch in der Tasche. Irgendwie schalte ich dann nie rechtzeitig, sondern spinne den Faden im Kopf weiter und meist ist er zu Hause dann auch noch präsent. Wenn nicht, war er wohl nicht wichtig.

Leserfrage 21

Elke: Hast du mehrere Projekte parallel laufen oder nur eines?

Uh, schwierige Frage. Gerade derzeit müsste ich an drei Projekten arbeiten. Ein Spaßprojekt, ein Mussprojekt, und mein Buch, bei dem ich heute Ende drunter geschrieben habe, das aber noch lange nicht fertig ist. Aber ehrlich gesagt, ich kann das nicht. Ich kann nicht mal was Neues beginnen, wenn ich weiß, dass irgendwas nicht abgeschlossen ist. Da hänge ich mit den Gedanken zu fest drin.

Leserfrage 22

Elke: Urlaub heißt auch Schreiburlaub? Oder geht der Laptop immer mit?

Der Laptop, beziehungsweise mein Netbook ist immer dabei. Meist bleibt es allerdings ausgeschaltet. Aber man kann ja nie wissen. Wenn es mich überfällt, muss es unbedingt greifbar sein. Ansonsten ist es aber so, dass Urlaub (gerade Sommerurlaub) dann doch ein Familienurlaub ist und auch bleiben soll.

Leserfrage 23

Elke: Welcher deiner Protagonisten hat dich am meisten zum Verzweifeln gebracht?

Das war eindeutig Patrick. :( Der Kerl hat mich dermaßen runtergezogen, dass ich wochenlang Trübsal geblasen habe.

Leserfrage 24

Chrissy: Gemeinsam oder einsam? Wie schreibt es sich besser für dich?

Einsam. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil ich jetzt zwei Jahre nichts anderes als „gemeinsam“ gemacht habe. Aber ich brauche jetzt wieder was für mich, wo ich mein eigener Herr sein kann. Daher überlege ich auch, es in SP rauszubringen. Denke, das ist für mich Motivation und Belohnung zugleich.

Leserfrage 25

Dima: Planst Du, auch mal aus einem Deiner Bücher oder eine Deiner Kurzgeschichten zu lesen? Wenn ja, wo?

Leider nein. Ich bin kein großer Öffentlichkeitsvertreter. Bin gern da, unterhalte mich gern, aber bei einer Lesung würde ich vermutlich nicht gut wegkommen. Zudem habe ich ja schon eine hinter mir. Hat mich Nerven gekostet.

Leserfrage 26

Elke: Ab wann weißt du, ob eine Idee gut ist?

Wenn das erste Feedback kommt. :) Nein, quatsch. Ich persönlich bin sehr kritisch mit meinem Text, feile lange dran herum. Was ich abgebe, mag ich daher auch. Sollte zumindest so sein.

Leserfrage 27

Gertraud: Kann man dich heuer auf der Gay Book Fair in Frankfurt treffen?

Hallo Gertraud. Die Gay Book Fair habe ich dieses Jahr nicht eingeplant. Wenn, dann spontan. Ist ja eigentlich ein Heimspiel für mich.

Leserfrage 28

Dima: Nimmst Du häufiger mal eines Deiner Bücher zur Hand und liest darin?

:D Logo. Schlimm ist, wenn ich mich drin festlese. Und Fehler finde.

Leserfrage 29

Elke: Würdest du eines deiner Bücher als Hörbuch herausbringen wollen?

Das wäre schon interessant. Aber derzeit nicht in Planung. Der Aufwand lohnt sich nicht. Die Kosten ebenfalls nicht. Leider.

Claudia: Schade. Ich hätte da „eigentlich“ schon eine Idee. ;)

Eigentlich … :P Joar, zum Glück müsste ich die Sexszenen nicht sprechen.

Leserfrage 30

Elke: Ab wann weißt du, wie das Cover aussehen soll? Gleich am Anfang oder erst wenn die Geschichte beendet ist?

Cover und Titel sind für mich immer unglaublich schwer. Mein Verleger musste bisher immer Sonderwünsche für mich erfüllen. Aber er war tapfer. Oft brauche ich visuelle erste Eindrücke, dann kann ich ganz bestimmt sagen, so und so muss es verändert werden, damit es für mich perfekt ist. Das Brückencover blieb, wie es war. Es wurde für mich überraschend gemalt und ich liebte es.

Leserfrage 31

Chrissy: Was denkst du, worauf die meisten Leser in unserem Genre Wert legen?

Auf flüssige Unterhaltung, ohne mit den Augen zu stolpern! Und dabei ist es ganz egal, welches Genre es betrifft. Leser möchten unterhalten werden. Stockt die Story, ist der Stil nicht flüssig, fehlt am Ende gar was? Das sind tödliche Fallen. Ich glaube, Realität (im Contemporary Bereich) wird nur sehr gering bewertet. Denn wenn es flüssig und „glaubhaft“ dargestellt ist, kann man durchaus auch mal etwas schreiben, was in der realen Welt so nicht ablaufen würde.

Leserfrage 32

Dima von Seelenburg Wenn man selbst schreibt, ist man als Leser anspruchsvoller, beziehungsweise achtet auf ganz andere Dinge. Wie oft kommt es vor, dass Du Bücher abbrichst?

Elisa Schwarz Ziemlich oft in letzter Zeit. Und da reichen mir schon Wortwiederholungen: zehn auf einer Seite. Finde ich furchtbar. Und so unnötig.

Leserfrage 33

Minelle: Welches deiner Bücher würdest du gerne verfilmt sehen und hättest du da schon eine Traumbesetzung?

Öhm … „Eigentlich …“? Aber ich glaube, das wäre dann ab 18 und nur noch um Mitternacht in den Kinos. Mit Schauspielern kenne ich mich nicht so gut aus, daher lasse ich Namen mal weg. :) Aber generell: Chris und Cam in Aktion, das wäre schon was Feines.

Leserfrage 34

Jona: Ich weiß ja, dass du auch lieber Schinken anstatt kürzere Geschichten schreibst. Kannst du erklären, warum das bei dir so ist?

Ich bin kein Freund von einsilbig und knapp. Nicht, dass ich es nicht gern lese, aber man muss es können und ich kann es einfach nicht. Ich habe immer das Gefühl, shit, jetzt fehlt was. Also hole ich aus … und hole aus … und trotzdem verliere ich den Faden nicht. :D

Leserfrage 35

Minelle: Da das Thema schon mal diskutiert worden ist: Dein Anspruch an Autoren bezüglich handwerklicher Machart? Also Schreibstil, Erzählperspektiven und Recherche?

Mein Anspruch ist sehr hoch. Beim Lesen vielleicht sogar noch etwas höher als beim Schreiben – da kann ich nur tun, was ich kann. Und das ist sicher nicht perfekt, aber ich mag es. Stil muss stimmen. Rechtschreibfehler und Wortwiederholungen erwähne ich jetzt nicht, die gehören raus. Punkt. Zeit muss stimmen. Die Tiefe der Charaktere ist mir unglaublich wichtig. Wenn ich eine Figur nicht greifen kann, packt mich das Buch nicht. War es das, was du meintest?

Leserfrage 36

Sandra: Wie war deine Zusammenarbeit mit Lena M. Brand?

Hallo Sandra, es war eine sehr interessante Zeit. Wir haben viel gelacht, diskutiert, kritisiert und am Ende sind drei wundervolle Bücher entstanden. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Leserfrage 37

Antje: Was war der Auslöser, in diesem Genre zu schreiben?

Der ist peinlich – ich habe auf Fanfiction Hetero-Geschichten veröffentlicht – irgendwann fing ich damit an. Und irgendwann, viel später, habe ich mich auf der Plattform umgesehen und mich in eine einzige Slash-Geschichte (so nennen queere Storys sich dort) hineingelesen. Dann war ich so enttäuscht und gleichermaßen so fasziniert, dass ich glaubte, es besser zu können. So entstand innerhalb von wenigen Wochen „Eigentlich …“

Leserfrage 38

Chrissy: Was wünscht du dir für unser Genre für die Zukunft?

Mehr Aufmerksamkeit der vielen Millionen Leser. Ich wünsche, sie erweitern ihr Lesespektrum und dadurch auch mitunter ihre Denkweisen. Denn ich bin der Meinung: Bücher prägen.

Leserfrage 39

Elke: Gibt es eine Perspektive und Zeit, die du selbst beim Schreiben bevorzugst?

Derzeit ist das die Ich-Perspektive. Auch mein Neues wird in der Ich-Form und im Präsens geschrieben sein. Aber ich bin nicht abgeneigt gegenüber anderen Formen der Erzählung. Zu manchen Erzählungen passt das Ich-bezogene auch einfach nicht.

Leserfrage 40

Ramona: „Eigentlich…“ ist ein Buch, das nach ein paar Seiten fast ungelesen auf dem Kindle liegen geblieben wäre, weil Cameron am Anfang so schlecht zu greifen war für mich. Ein Proletenanwalt, das ging anfänglich so gar nicht in meinen Kopf. Aber dann konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. War Cameron von Anfang an so angelegt von dir, oder ist er charakterlich eigene Wege gegangen während des Schreibens?

Hallo Ramona. Der war von Anfang an so geplant. Weil ich es nicht mag, wenn jemand in seiner normalen Rolle – wie es der Mainstream sieht und vorsieht – brav bleibt. Ich mag Ausreißer. Und daher habe ich einen Anwalt gewählt, der sehr wohl seinen Job gut machen kann, der dennoch aneckt und sich nichts bieten lässt. Der durchaus auch mal unvernünftig im privaten Leben handelt und dadurch mehr als einmal auf die Nase fällt.

Sandra: Schon lustig, wie man Figuren unterschiedlich wahrnehmen kann, ich mochte Cameron von Anfang an.

Ramon: Sandra, ich war froh, dass ich noch ein paar Seiten weitergelesen habe. Da wurde er mir doch auch recht sympathisch.

Cameron werde ich nie loslassen können. Er war mein Erstling, allein deswegen mag ich ihn immer noch sehr. Trotz Anfängerfehler … die heute nicht mehr passieren würden.

Leserfrage 41

Antje: Setzt du dir selber Zeitlimits oder eher „wenn fertig dann fertig“?

Zeitlimits kann ich mir leider nicht setzen, da ich immer nur dann schreiben kann, wenn ich Zeit finde. Und wenn das Projekt es nicht zulässt, komme ich auch nur schwer durch. Bei „Hope“ habe ich mich durchgebissen – das waren zwei Widersacher für mich :) und sie haben ewig gebraucht. Alles in allem vier Jahre. Weil ich immer wieder abgebrochen habe, gemeint habe, das schaffe ich nie!

Leserfrage 42

Dima: Alle Deine Bücher haben bisher in Deutschland gespielt. Könntest Du Dir vorstellen, eine Geschichte woanders spielen zu lassen? Wo?

Eine meiner Kurzgeschichten spielt in Irland. :D Und ja, das wäre auch mein nächstes Ziel. Italien oder Spanien könnte ich mir noch vorstellen. USA eher nicht. Das ist mir zu weit und da spielt echt genug …

Leserfrage 43

Elke: Was sind deine nächsten Schreibziele?

Zwei Kurzgeschichten, die mache ich in den nächsten Wochen, solange mein jetziges Buch durch Lektorat und Korrektorat läuft. Dann steht da noch „Noah“ aus, das Katerchen aus Eigentlich … und zwei Figuren haben gerade die Hand gehoben bei dem Buch, unter das heute Ende gesetzt wurde. Wenn ich mich an BDSM rantraue, irgendwann, stehen noch Bill und Steffen aus „Das andere Ende der Brücke“ aus.

Leserfrage 44

Sandra: Schokolade oder Chips?

Beides! Was halt da ist und noch nicht von den Mini-Monstern aufgefuttert wurde.

Schlusswort

Vielen lieben Dank für die tollen Fragen und vor allem für eure Geduld. Mein FB spinnt heute (war ja klar) und ich musste alle Antworten in Word schreiben und reinkopieren. Aber es hat funktioniert und es war eine super Stunde mit euch. <3 Gern könnt ihr mich auch jederzeit über die Autorenseite oder mein Profil anschreiben. Ich bin eigentlich immer greifbar. Alles Liebe euch, Elisa.

Leser interviewen – Elisa Schwarz