Interview vom 01. Juli mit Madison Clark. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Madison findet ihr auf ihrer Internetseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Mit bürgerlichem Namen heiße ich Annette und wurde im Herbst 1978 in der Nibelungenstadt Worms am Rhein geboren.

Seit ich lesen kann, verschlinge ich in jeder mir zur Verfügung stehenden Minute Bücher. Hauptsächlich im Bereich Fantasy, Thriller und Horror. Durch die vielen Romane kam ich schließlich selbst dazu eigene Geschichten zu schreiben. Damit erfüllt sich ein großer Kindheitstraum von mir. Seitdem ist und bleibt das Lesen und Schreiben eine meiner größten Leidenschaften.

Ich schreibe unter dem Pseudonym Madison Clark und veröffentliche als Selfpublisher. Unter eine weiteren Pseudonym, Jana Martens, veröffentliche im Bookshouse Verlag.

Meine bisherigen Veröffentlichungen sind folgende:

Madison Clark
• Angel’s Guardian (02/2017)
• Destiny Chains Band 1 (10/2017)
• Destiny Chains Band 2 (03/2018)

Jana Martens
• Verloren ohne dich (12/2014)
• In deinen Armen – Verraten und Verkauft (01/2016)
• Brennende Herzen – Dark River (08/2016)

Leserfrage 1

Nico: Huhu Madison. Gibt es ein Thema, über das du gern schreiben würdest, dich aber noch nicht dran getraut hast? Oder gibt es da keinerlei Berührungsängste?

Gute Frage … normalerweise schrecke ich nicht schnell vor bestimmten Themen zurück. Doch es gibt tatsächlich eines, das mich reizt und dennoch traue ich mich nicht. Das Thema ist Behinderung und in meinem Fall die Krankheit Multiple Sklerose. Da ich selbst darunter leide, könnte ich sehr gut darüber berichten. Aber es wäre dennoch ein großer Schritt genau das zu schreiben, wie ich mich jeden Tag körperlich fühle und wie es mir tatsächlich geht, wenn ich wieder einmal einen Schub habe. Doch was nicht ist, kann bestimmt noch werden. Eine Story dazu habe ich schon lange im Kopf.

Leserfrage 2

Sandra: Gibt es einen Ort, an dem du am besten schreiben kannst?

Nicht lachen, aber das ist der Balkon. Seitdem ich vor ein paar Jahren meinen Schreibtisch entfernen musste, da er leider die Warmluft der Heizung im Winter abgefangen hat, ist der Balkon mein absoluter Lieblingsplatz. Und das sogar im Winter. ;-) Ich bin nicht kälteempfindlich und es gibt immer die richtige Kleidung. Nur bei Minusgraden bekommt mich niemand raus. ;-) Aber der Balkon ist auch gut von allen Seiten geschützt. Somit kommt nicht einmal Regen bis zu mir.

Leserfrage 3

Eltria: Welche deiner Bücher sind Gay?

„Angel’s Guardian“, „Destiny Chains – Band 1 und 2“, „Verloren ohne dich“ und“In deinen Armen – Verraten und Verkauft“.

Leserfrage 4

Sandra: Wie gehst du mit Störfaktoren während des Schreibens um (unerträgliche Haustiere, plappernde Familienangehörige, ewig klingelndes Telefon)?

Ich habe mir einen super tollen Kopfhörer gekauft. Den setze ich auf und drehe die Musik laut. Klappt bisher perfekt. Was das klingende Telefon betrifft … das klingelt einfach weiter. Der Anrufbeantworter ist immer an. Und wenn mich jemand ganz dringend erreichen will, schreibt der mir eine WhatsApp oder spricht auf den AB. ;-)

Leserfrage 5

Chrissy: Woran arbeitest du aktuell? Was kann man als nächstes erwarten?

Zurzeit schreibe ich an einer Gay-Romance-Drama Kurzgeschichte unter dem Titel „Bastard“. Geplant sind ungefähr 50 Seiten.

Kurzbeschreibung:

Was passiert, wenn aus einer Vermutung bittere Wahrheit wird?
Luke und Seth leben glücklich in einer Beziehung, bis das Schicksal zuschlägt, denn Liebe und Eifersucht sind unzertrennlich miteinander verbunden. Schneller als erwartet, finden sich beide in einem Gefühlschaos wieder. Doch wer ist wirklich ein Bastard?

Anschließend ist mein Gay-Fantasy Roman „Burning Wings“ geplant. Das ist derzeit mein absolutes Herzprojekt, denn es hat nun so lange geruht. Vor allem wird es für mich auch noch eine kleine Herausforderung sein.

Zu beiden gibt es auch schon die Cover.

Leserfrage 6

Diana: Hast du eine eigene Lieblingsgeschichte im Gay Bereich?

Ja, meine Story über Nick und Kenny. ;-) Ich konnte mich da so richtig ausleben und alles so schreiben, wie es mich persönlich selbst berührt hat.

Leserfrage 7

Chrissy: Wie lange schreibst du ungefähr an einem Buch?

Das ist sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen ungefähr ein halbes Jahr,aber auch mal kürzer und länger. Doch zurzeit bin ich privat ziemlich eingespannt und komme kaum an den Laptop. Daher müssen meine beiden Geschichten etwas warten. Allerdings muss ich zugeben, den zweiten Teil von „Destiny Chains“ hatte ich innerhalb von 3 Monaten geschrieben, was mich selbst ein wenig überrascht hat. Doch die Worte sind einfach so geflossen. Das ist immer so. Wenn ich einmal in der Geschichte bin, geht es plötzlich sehr schnell und wenn ich irgendwo hänge, sehr sehr langsam.

Leserfrage 8

Chrissy: Was inspiriert dich?

Inspiriert werde ich von vielen Dingen. Einmal von einer Serie, dann einmal von einem Handlungsstrang eines Filmes oder Buches. Es ist immer sehr unterschiedlich. Aber erst vor kurzem habe ich einige Fahrradtouren rund um meine Heimatstadt gemacht und unterwegs war es auch einmal ein Baum, ein Felsen oder Schmetterlinge, die wild hin- und hergeflogen sind.

Leserfrage 9

Diana: Wie sieht denn dein Schreibplatz aus? :)

Ein wenig unordentlich. *lach* Laptop auf dem Balkontisch und rundum Handy, Wasserglas, Zigaretten und Aschenbecher. ;-) Und hin und wieder auch mal ein paar Krümel, wenn ich etwas esse. Was aber nie fehlen darf, ist mein gefüllter Kaffeebecher.

Leserfrage 10

Chrissy: Welche Szenen fallen dir am leichtesten, welche am schwersten beim schreiben?

Erwischt. ;-) Seltsamerweise schreibe ich dramatische Szenen, und je dramatischer umso besser, am liebsten und sie fließen einfach so aus meinen Händen. Genauso wie bei den Bösewichten. Doch je liebevoller eine Szene wird, desto schwerer wird es. Nicht, dass ich damit Probleme hätte, nur dann lese ich immer wieder nach und schreibe gefühlte 100 x um. Was mir allerdings immer schwer fällt, sind Sexszenen. Ich selbst sage mir stets, Sex ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt und so behandle ich die Szenen auch in meinen Geschichten.

Leserfrage 11

Chrissy: Hast du ein absolutes Tabuthema?

BDSM Ich lese es nicht gerne und wenn ich so etwas schreiben müsste, käme sicherlich nur Schrott heraus. ;-)

Leserfrage 12

Sandra: Mit welchem deiner Protas würdest du gerne einen Tag verbringen und warum?

Kenny aus „Destiny Chains“, mein absoluter Lieblingschaot, der sein Herz am rechten Fleck hat, aber immer erst handelt und danach darüber nachdenkt. Mit ihm kann man sprichwörtlich Pferde stehlen gehen. Er ist immer für seine Freunde da, hilft wo er kann und trotzdem fordert er selbst nie etwas.

Leserfrage 13

Chrissy: Hast du einen Schauspieler, der genau eine deiner Charakterrollen spielen könnte?

Ja, es wäre Ben Barnes. Für mich ist er der perfekte Charakter für meine zukünftige Figur vom Erzengel Raphael.

Leserfrage 14

Sandra: Warum schreibst du unter zwei Pseudonymen?

Geplant war es so nicht. Doch als ich anfing im Gay-Bereich zu schreiben und ich mich beim Verlag bewarb, wollten sie unbedingt einen unbelasteten Namen. So entschied ich mich eben, es so aufzuteilen. Jana Martens veröffentlich nur im Verlag, während Madison Clark rein Selfpublisher bleiben wird.

Leserfrage 15

Sandra: Wenn es hakt und das Skript sich wehrt, was tust du dann?

Ich lege eine Pause ein und lese meistens. Oder wie beim letzten Mal, da habe ich meine Website zwei Wochen lang überarbeitet. Und wenn das nicht hilft, dann schreibe ich mir Notizen und frage Freunde, welchen Handlungsstrang sie besser finden.

Leserfrage 16

Nico: Wenn es einen deiner Protagonisten gibt, der für einen Tag real werden dürfte, wen würdest du wählen und warum?

Das ist jetzt einen verdammt schwere Frage und ob ich mich wirklich auf einen festlegen kann, noch viel schwerer zu beantworten. Spontan würde ich sagen Kenny … aber der hatte leider noch nie ein einfaches Leben, ebenso wie Nick. Ich denke, ich würde mich da eher für Marc und Eric aus „In deinen Armen – Verraten und Verkauft“ entscheiden. Marc und auch Eric sind beide sehr bodenständig und ich könnte mir auch beide im realen Leben sehr gut vorstellen.

Leserfrage 17

Tatty: Ich folge dir schon ziemlich lange. Eigentlich von Anfang an, wenn ich so darüber nachdenke. *hust* Fanfiktion.de. ;) Wie bist du auf die Idee gekommen, den Sprung von Fanfiktions zu Romanen zu wagen?

;-) Ich habe für mein Leben gerne Fanfictions geschrieben, hauptsächlich im Harry Potter Bereich. Doch leider ist man in den verschiedenen Fandoms immer an die Gegebenheiten gebunden. Klar, man kann sich eigene Charaktere ausdenken und sie in die Handlung einbringen. Aber es macht mir inzwischen viel mehr Spaß alles so zu gestalten, wie ich es gerne möchte. Handlungsorte, die Charaktere sowieso und vor allem bin ich dadurch unabhänging von allem, was mich jetzt bei einer Fanfiction binden würde.

Gerade im Bereich Fantasy konnte ich meine ganz eigene Welt kreieren und das macht mir unglaublich viel Spaß. Ich sitze wahnsinnig gerne über den Recherchen und denke mir noch viel lieber meine eigenen Charaktere aus und welche Ecken und Kanten sie besitzen werden. Die Harry Potter Fanfiktions sind alle immer noch in meiner Favo. ;) Ich liebe sie damals wie heute.

Dann verrate ich dir jetzt etwas: Aus meiner „Schrei, wenn du kannst“ und der Fortsetzung „Common Decision“ wird es Romane mit meinen eigenen Charakteren und leicht veränderter Handlung geben. Doch wann, das weiß ich noch nicht. Geplant ist es auf jeden Fall.

Tatty: Oh mein Gott, das darf ich auf keinen Fall verpassen. Nimmst du die FFs dann raus? Dann muss ich die unbedingt noch runterladen.

Noch sind sie online und ich glaube, ich lasse sie online. Denn letztendlich haben sie am Ende nichts mehr mit HP gemeinsam. Und da ich ja auch die Handlung abändere, sind es nicht mehr die gleichen Geschichten. Ich freue mich aber schon sehr darauf. ;-)

Leserfrage 18

Chrissy: Was war die schönste Reaktion eines/r Lesers/in auf deine Bücher?

Als es in einer Rezension hieß, dass sich die Person durch die gefühlvolle Beschreibung sich so in die Geschichte hineinversetzt hat, dass er tatsächlich weinen musste.

Leserfrage 19

Chrissy: Bad Guy / Good Guy, was liegt die mehr beim schreiben?

Ich denke, ich bin wohl eher für die Bad Guys geboren. Ich schreibe sie wahnsinnig gerne, weil sie keinem wirklichen Muster folgen und auch nicht immer gleich alles abwägen, wenn sie etwas getan haben oder tun möchten. Genau das finde ich bei den Good Guys manchmal nicht so einfach, denn sie hinterfragen ihre Handlungen immer wieder.

Leserfrage 20

Sandra: Magst du Bücher, die ein Sad End haben oder meidest du diese, wenn möglich?

Ich liebe Sad Ends, aber auch nur, wenn das Ende wirklich auch für die gesamte Geschichte Hand und Fuß hat. Wenn es aber nur dazu dient, dass es eben kein gutes Ende nimmt, ärgert mich das.

Leserfrage 21

Sandra: Was ist die verrückteste Idee, die dir gekommen ist?

Die verrückteste Idee? Lass mich mal überlegen, denn so einfach ist das gar nicht. ;-) Ich denke, das dürfte die künftige Handlung in „Burning Wings“ werden. Ich werfe Religionen mit unterschiedlichem Glauben und Esoterik zusammen und gestalte daraus einen Mix, den man so bisher nicht kennt. Bisher ist mir so etwas zumindest noch nicht zu Ohren gekommen. Und es ergibt anschließend sogar noch einen Sinn ;-) Aber dafür recherchiere ich jetzt auch schon ziemlich lange, länger, als ich es bisher bei einem Buch getan habe.

Leserfrage 22

Chrissy: Was würdest du unserem Genre für die Zukunft wünschen?

Sandra: Und ergänzend: Was würdest du dir für dich selber wünschen?

Dass das Genre endlich so akzeptiert wird, wie es heutzutage allen anderen Genres geht. Und dass man es nicht gleich verteufelt. Wenn ich höre/lese „Oh Gay … das kann ja nichts sein … nur Sex und Schmutziges Zeug“, macht mich sowas richtig wütend. Worüber ich sehr glücklich bin, ist, dass ich tatsächlich bisherige „Nicht-Gay-Leser“ mit „Destiny Chains“ überzeugen konnte. Sie haben sogar die Sexszenen gelobt. Genau so sollte es sein. Denn egal wen man liebt, es ist Liebe und jeder sollte es eben aktzeptieren und nicht verteufeln, nur weil es anders ist.

Für mich selber wünschte ich mir meine alte Konzentration zurück, die ich vor meine Diagnose MS hatte. Doch leider ist das nicht möglich. Dadurch hat sich nämlich mein Schreibrhythmus erheblich geändert. Des Weiteren wünsche ich mir, dass ich auch weiterhin meine Leser mit den künftigen Geschichten gut unterhalten kann und es ihnen gefällt, was ich schreibe.

Leserfrage 23

Chrissy: Welches deiner Bücher würdest du für den Einstieg empfehlen?

Ich würde sagen, wer Kurzgeschichten mag, sollte mit „Angel’s Guardian“ anfangen. Es sind 3 Kurzgeschichten, zwei längere und eine kürzere. Wer gleich richtig mit einem Roman anfangen möchte, dann „Destiny Chains“.

Leserfrage 24

Sandra: Was liest du selbst am liebsten? Fantasy, Science Fiction, das reale Leben oder anderes?

Am liebsten Fantasy. Ich bin ein ganz großer Fan von Rollenspielen und von „Drachenlanze“ sowie „Forgotten Realms“. Als zweites lese ich gerne Horror. Das reale Leben lese ich am wenigsten, aber ich schreibe dennoch sehr gerne darüber.

Schlusswort

Ich bedanke mich ganz herzlich bei euch, es hat mir richtig gut gefallen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, euch allen Frage und Antwort zu stehen. <3

Danke an euch und an die Admins, die das möglich gemacht haben. <3

Übrigens: wer noch mehr erfahren möchte, z.B. auch über meine Bücher, der sollte auf meiner Website www.madisonclark.de mal vorbeischauen.

Ich biete u.a. auch einen Newsletter an und demnächst auch den Verkauf meiner Taschenbücher in einem Shop. Der ist zurzeit aber noch im Entstehen.

Leser interviewen – Madison Clark