Interview vom 15. Juli mit Louisa C. Kamps. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Louisa findet ihr auf ihrer Facebookseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Louisa C. Kamps Hallo zusammen!

Ich freue mich, heute hier zu sein und Euch Rede und Antwort stehen zu dürfen. Zugegeben, bin ich ein wenig nervös, was Ihr mir für Fragen stellen werdet, aber es ist auch total spannend für mich. Bevor es losgeht, möchte ich mich aber noch kurz vorstellen.

Mein Name ist Louisa C. Kamps und ich schreibe Geschichten, die im Gay Romance Bereich angesiedelt sind. Meine erste Veröffentlichung, der Paragraphenreiter im März 2017 beim Deadsoft Verlag, ist zugleich das erste von mir vollendete Buch. Dieses Jahr im März folgte die zweite Veröffentlichung, die Etappenflucht, und ich arbeite daran, dass noch weitere Bücher folgen werden.

Geboren und aufgewachsen bin ich im Herzen von NRW in einer Familie aus Hamburg stammend und lebe jetzt im Sauerland mit Mann und Kindern. Ich kann also alle Klischees aus Dickköpfigkeit und Sturheit erfüllen, zumal ich auch noch ein Dezemberkind und Steinbock bin. Zum Glück schlagen diese Eigenschaften nur selten durch. ;-)

Wer möchte, darf gerne auf meiner Autorenseite hier bei Facebook stöbern und/oder bei Instagram (louisa_c_kamps) vorbei schauen.

https://www.facebook.com/LouisaCKamps/

So, und nun bin ich sehr gespannt auf die Dinge, die passieren UND, wer heute neuer Fußball Weltmeister wird. :-) [Spoiler: Nicht wir, Anm. Kristina]

Leserfrage 1

Elke: Hallo Louisa, wie bist du zum Schreiben gekommen?

Hallo! Ich dachte irgendwann, nachdem ich so viel gelesen hatte, und teilweise die Geschichten in meinem Kopf anders hätten laufen können, dass ich am besten das aufschreiben sollte, wie ich es gerne mal lesen würde. Das habe ich dann getan. Aber ich habe ganz, ganz früher in der Schule schon immer am liebsten Aufsätze geschrieben. Es war quasi nur ein Erinnern an alte Zeiten. :-)

Leserfrage 2

Chrissy: Bist du an einem neuen Projekt dran? Was können die Leser als nächstes erwarten?

Momentan recherchiere ich für mein neues Buch. Es ist nicht einfach und ich möchte alle Eventualitäten abgeklärt haben. Aber einen roten Faden für das Buch gibt es schon und ich hoffe bald richtig durchstarten zu können.

Leserfrage 3

Bianca: Zu welcher Tageszeit bist du am kreativsten?

Nachts. Oder immer dann, wenn ich nicht am Computer sitze. Im Auto zum Beispiel. Schreiben kann ich dann nur, wenn ich mal Zeit habe. Also morgens ein oder zwei Stunden und abends.

Leserfrage 4

Elke: Wie aufgeregt warst du bei deiner ersten Veröffentlichung? Und hat sich das inzwischen etwas gelegt?

Ich war riesig nervös! Vor allem, weil mein erstes Buch eine Erstveröffentlichung zur LBM war. Ich kannte noch niemanden und mich kannte auch keiner. Aber es war toll und hat mir sehr geholfen. Ich habe mich mit vielen lieben Menschen austauschen können, und wusste später auch sofort, wer sie waren, nachdem sie das Buch dann gelesen hatten. Das war schon eine tolle Erfahrung. :-)

Leserfrage 5

Katja: Könntest du dir auch vorstellen, in einem anderen (Gay-)Genre zu schreiben? Wenn ja, welches wäre das?

Tatsächlich, ja! Ich bin überhaupt nicht festgelegt und habe auch den ein oder anderen halben Plot für etwas fantasylastiges im Kopf.

Leserfrage 6

Bianca: Und welchen Platz bevorzugst du zum schreiben?

Am liebsten mein Büro, weil ich dort auch mal in meinem Bürostuhl fläzen und einfach nur aus dem Fenster schauen kann. Manchmal schreibe ich aber auch am Esszimmertisch. Das ist aber eher die Ausnahme.

Leserfrage 7

Elke: Kann man dich auf Messen antreffen und wenn ja, auf welchen?

Ja, kann man. :-) Ich bin in Leipzig und in Berlin anzutreffen.

Leserfrage 8

Katja: So, ich möchte dich auf eine Insel aussetzen. Wo soll sie sein? Warm oder kalt? Drei Sachen darfst du mitnehmen. Lieblingskuchen und -essen?

Oh, das ist schwer. Ich liebe es am Meer. Da ist mir das Wetter im Grunde egal, solange ich die richtige Kleidung dabei habe. Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann warm. Über die drei Sachen, die ich mitnehmen würde, muss ich kurz nachdenken. Da komme ich später nochmal drauf zurück, wenn ich darf. ;-)

Katja: Klar kannst du überlegen, bin neugierig auf deine Antwort.

So. Ich glaub,e die drei Sachen wären mein Kopfkissen, mein Nasenspray (Ja, schulidig, da bin ich leider süchtig nach) und ganz wichtig KAFFEE. :-) Mein Lieblingskuchen ist Käsekuchen und mein Lieblingsessen Kartoffelgratin. Da das aber in der Sonne schlecht aufzubewahren ist, ernähre ich mich lieber die ganze Zeit von Kuchen und tausche das Gratin gegen meinen Kindle. Geht das? 

Leserfrage 9

Nicole: Gibt es Jahreszeiten, in denen du weniger schreibst?

Ja. Jetzt im Sommer. Da sind wir viel unterwegs und ich habe kaum Zeit.

Leserfrage 10

Elke: Gibt es etwas, über das du unbedingt noch schreiben willst?

Unbedingt? Mhm. Nicht, dass ich wüsste so spontan. Meistens finden die Geschichten mich und nicht umgekehrt. Ich habe da kaum Einfluss drauf.

Leserfrage 11

Elke: Gegenfrage, falls sie mit der anderen nicht abgedeckt ist, über was würdest du nie schreiben (aus heutiger Sicht, es kann sich ja auch ändern)?

Etwas mit Zeitreisen. Das ist etwas, mit dem ich nicht sooo viel anfangen kann, obwohl ich schon gute Sachen mit und darüber gelesen habe. Aber selber schreiben kann ich mir da nicht vorstellen.

Leserfrage 12

Nicole: Wenn du nur noch eine Geschichte schreiben dürftest, welche würdest du erzählen?

Die über Johannes. Weil er einfach sein Happy End braucht. <3

Leserfrage 13

Sam: Geht du strikt nach einem festgelegten Plot vor, oder schreibt du einfach drauf los?

Ich schreibe ungefähr bis zur Hälfte einfach drauf los, nur mit einem ungefähren Plan im Kopf, wo ich hin möchte. Aber meistens machen meine Protas was sie wollen und ich muss dann sehen, wie ich auf meinen Weg wieder zurückkomme. Aber gerade das finde ich so spannend daran. :-)

Leserfrage 14

Nicole: Fällt es dir einfach Namen für deine Protagonisten zu finden?

Nein, überhaupt nicht. Ich schaue mir dann aus den entsprechenden Geburtsjahren die beliebtesten Namen an und suche mir dann dort einen raus, von dem ich meine, dass er passt. Da spielen dann aber auch persönliche Dinge mit rein. Zum Beispiel, wenn ich mal einen Klassenkameraden mit einem aufgeführten Namen hatte, und mit diesem Erinnerungen verbinde, fällt der Name raus.

Leserfrage 15

Elisa: Könntest du dir ein Gemeinschaftsprojekt vorstellen?

Grundsätzlich, JA! Auf jeden Fall. Ich stelle mir das sehr spannend und auch witzig vor, wobei es auch eine Herausforderung ist. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. :-)

Leserfrage 16

Elisa: Ist das Buch, für das du recherchierst, ein Nachfolgeband oder etwas völlig Neues? Thema?

Es ist ein Nachfolger. Während der „Paragraphenreiter“ und die „Etappenflucht“ unabhängig voneinander gelesen werden können, baut dieses auf die „Etappenflucht“ auf. Daher ist es auch nicht so einfach, weil ich meine Lieben da in Sachen reinmanövriert habe, aus denen ich sie jetzt erstmal wieder rausholen muss.

Leserfrage 17

Chrissy: Gibt es ein Thema, über das du unbedingt noch mal schreiben möchtest?

Unbedingt, nicht das ich wüsste. Meistens finden die Geschichten auch mich und ich habe nicht wirklich Einfluss darauf. Manchmal sind es nur Szenen, manchmal ganze Handlungsstränge. Aber spezielle Themen sind bis jetzt nicht dabei.

Leserfrage 18

Sandra: Was liest du in deiner Freizeit?

Meistens nach Stimmung. Je nachdem wie die ist, kann das von Einhand bis Drama alles sein. Aber ich bleibe meistens im Gay-Genre.

Leserfrage 19

Chrissy: Welche Art von Szene fällt dir schwerer beim schreiben, welche leichter?

Am liebsten schreibe ich Szenen mit mehreren Personen in einem Raum, die sich einen Schlagabtausch liefern. Das ist, als wäre ich als Zuschauer dabei und würde ein Tennismatch gucken. Schwer gefallen ist mir bis jetzt nur eine Sex-Szene und ich weiß bis heute nicht, warum.

Leserfrage 20

Elke: Hattest du schon einmal Schwierigkeiten ein Szene zu formulieren und wenn ja, wie bist du da vorgegangen?

Ja, das ist schon mal vorgekommen. Ich wusste, was ich schreiben möchte und wo ich am Ende sein will und saß dann vor dem Bildschirm und wusste nicht, wie ich anfangen soll. Ich habe den Computer dann ausgemacht und gewartet. Es hat zwei Tage gedauert und ich hatte plötzlich die Szene vor Augen. Dann musste ich mich nur noch hinsetzen und sie aufschreiben. Dann ging es aber schnell und ich war ratz fatz fertig und konnte weiter machen.

Leserfrage 21

Sandra: Drei Worte, die dich beschreiben?

Ehrlich, gerecht, zuverlässig.

Leserfrage 22

Elke: Würdest du auch einmal als SP veröffentlichen?

Ja. Ich habe schon häufiger darüber nachgedacht und schließe es auf keinen Fall aus. Aber ich habe mega Respekt davor, weshalb ich in dieser Richtung noch nichts unternommen habe.

Leserfrage 23

Elisa: Wie stehst du zu ausgeschriebenen Erotikszenen? In fremden und auch in eigenen Büchern.

Wenn es passt, immer her damit. ;-) Ich mag es nur nicht, wenn ich das Gefühl habe, sie stehen im Buch, weil da jetzt unbedingt noch eine Szene mehr reinmusste. Es sollte auf jeden Fall zu den Protagonisten und zur Situation/Geschichte passen. Wenn es nicht passt, bleibe ich auch gerne vor der Schlafzimmertür.

Leserfrage 24

Sandra: Was macht dich glücklich?

Viele kleine Dinge. Zeit mit der Familie, Abende mit Freunden, auch mal Zeit ganz alleine mit mir selbst.

Leserfrage 25

Sandra: Über was kannst du dich ärgern?

Über Kleinigkeiten. Ungerechtigkeiten. Ich habe leider gerade kein Beispiel parat. Grundsätzlich bin ich ziemlich ausgeglichen und sehe über Dinge hinweg, die andere fruchtbar finden. Und dann drägelt sich jemand an der Kasse vor … Als schlechtes Beispiel.

Leserfrage 26

Sandra: Verrätst du uns eine kleine Jungessünde?

Oh, oh. Ich muss mich dazu kurz sortieren. Ich reiche sie nach. ;-)

Eine Jungendsünde … Ich hatte diese Schuhe. Die, mit den dicken Sohlen. Buffalos? Oder wie hießen die? Ist mir jetzt, Jahre später, mega peinlich.

Leserfrage 27

Sandra: Wer ist dein Held des Alltags?

Jetzt ist es mein Mann. Weil er einen verantwortungsvollen Job hat und macht, aber trotzdem immer die Zeit findet, trotz vieler Hobbies, Ehrenamt und Trainertätigkeiten im Jungendfußball, für die Familie da zu sein. Abgesehen davon ist es meine Mutter, weil sie es geschafft hat, zwei Kinder, alleinerziehend im Schichtbetrieb, groß zu kriegen, ohne, dass wir das Gefühl hatten, dass uns was fehlt.

Leserfrage 28

Elisa: Sind zwei oder mehr Projekte gleichzeitig möglich bzw im Kopf (und sie wollen gleichzeitig geschrieben werden) oder eines nach dem anderen?

Ich kann mich immer nur auf ein Projekt einlassen. Ich konnte mich zum Beispiel nach der „Etappenflucht“ lange nicht entscheiden, womit ich weitermachen möchte, weil ich da tatsächlich, dank Dima und dem Adventskalender, eine andere Geschichte im Kopf hatte. Es hat aber nicht geklappt. Daher habe ich das die beiden unter sich ausmachen lassen und gewartet, welche lauter schreit. Johannes hat gewonnen. Fürs erste … ;)

Leserfrage 29

Elisa: Manchmal ist die Realität echt langweilig. Wie handhabst du es in deinen Büchern? Muss alles absolut realistisch sein, auch wenn’s schnöde ist, oder darf es auch mal nur realitätsnah sein, dafür mitreißend und gut lesbar – ein Roman eben.

Sowohl als auch. Mir ist es wichtig, dass alles seine Richtigkeit hat und die Abläufe so sind, wie sie es im echten Leben auch sind. Und gerade das ist bei meinem jetzigen Buch das Problem, weil ich da, aus guten Gründen, die Abläufe nicht kenne. Da werde ich wohl nur realtätsnah bleiben können. Mitreißend und gut lesbar ist aber gerade in Büchern sehr wichtig. Daher versuche ich, beides unter einen Hut zu bekommen. Spannung, Spiel UND die Schokolade.

Leserfrage 30

Chrissy: Gibt es einen (Fremd-)buchhelden, den du sehr magst? Oder einer deiner eigenen?

Oh ja. Da gibt es einige. D mag ich sehr, aus „Zero at the bone“. Und ich mag auch David aus „Die Zeite Ernte“ sehr. Laurence und Tobi aus „For Real“ (danke übrigens nochmal, dass du mich dazu ermutigt hast, das Buch zu lesen) ebenso und Ian aus der „Schlamassel“-Reihe. Von meinen ist mir Raik am nächsten.

Leserfrage 31

Sandra: Hast du schlechte Angewohnheiten?

Einen ganzen Haufen. Aber das ist immer Definitionssache, was schlecht ist. ;-)

Schlusswort

Das ging jetzt aber wirklich flott vorbei.

Vielen Dank an alle! Ihr habt mich zeitweise echt ins Schwitzen gebracht, aber es war wirklich toll. :-) Jetzt werde ich nochmal schnell schauen, dass ich nichts übersehen habe und meine zwei aufgeschobenen Fragen beantworten.

Nochmal danke und einen schönen Abend!

Leser interviewen – Louisa C. Kamps