Interview vom 27. Mai mit Marika Herzog. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Marika findet ihr auf ihrer Internetseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Hallo zusammen und herzlich Willkommen.

Erst einmal vielen lieben Dank für die liebe Einladung zu diesem Liveinterview.

Ich bin Marika Herzog und bin im Comic und Mangabereich unterwegs. Bisher habe ich viele Geschichten im Gengre Action, Fantasy und Sci-fi gezeichnet bzw. zeichne ich noch. Ab und an bin ich aber auch zeichnerisch im homoerotischen Bereich unterwegs.

Im Juli wird mein erster „Boyslove“ Manga [WHISPERING BLUE] bei dem Verlag Egmont erscheinen.

An diesem habe ich zusammen mit meinem Freund Michel Decomain (Co-Author) die letzten Monate gearbeitet. Da es mein erstes Werk in diesem Genre bei einem Großverlag ist, bin ich sehr nervös wie dieser ankommen wird, hoffe aber auf das Beste.

Kostenloser Mini-Comic zu Whispering Blue: https://www.egmont-manga.de/whispering-blue-comic/

FB: https://www.facebook.com/Marika.Herzog.official.Page/

Meine Homepage: http://chasm-project.com/

Zeichenbeispiele:

Leserfrage 1

Kristina: Wie lange arbeitest du an einem Manga? Ich stelle mir das sehr zeitaufwändig vor.

An diesem habe ich neben meinem Job ungefähr 9-10 Monate gearbeitet. Eine Seite kann teilweise, je nach Details, bis zu 5-15 Stunden in Anspruch nehmen. :) Inkl. sehr viel Kaffe und Filme und Motivationsessen von meiner Schwester.

Leserfrage 2

Kristina: Was arbeitest du hauptberuflich?

Ich bin derzeit als Reporting Specialist angestellt. Da zählt es zu meinen Aufgaben, Daten zu analysieren, teilweise auch kleinere Programme in Excel zu programmieren. Gelernt habe ich aber Grafik-Design. :)

Kristina: Wow, das klingt spannend. :D

Macht auch sehr viel Spaß und ist ein guter Ausgleich zum Zeichnen. So bekommt man den Kopf frei und kommt unter Leute. :D

Leserfrage 3

Jona: Machst du auch Auftragsarbeiten oder malst du nur für deine eigenen Projekte?

Ich nehme auch Auftragsarbeiten an, wenn ich zeitlich nicht mit Projekten zu sehr ausgelastet bin. Ich wurde auch schon für Illustrationen für Produkte im Künstlerbereich gebucht oder habe ab und an private Auftragsarbeiten angenommen. :)

Leserfrage 4

Kristina: Auf was für einem Gerät zeichnest du?

Bevorzugt arbeite ich traditionell, wenn ich die Möglichkeit habe. Im digitalen Bereich habe ich seit letztes Jahr ein Cintiq 27 QHDT (♥) und für unterwegs ein Surface Pro 4. Ich überlege noch, ob ich mir ein kleines I Pad anschaffe oder ein anderes tragbares Produkt von Wacom.

Jona: Wacom fetzt wie sau, ich habe ein Cintiq 13HD pro und gebe es nie wieder her. <3

Johanna: Was nutzt du traditionell?

Zum Colorieren, Colorex, Polychromos, echte Rasterfolie, Copic Multiliner und Tachikawa G Pren und Cutter für die Rasterfolien. :)

Leserfrage 5

Chrissy: Wie bist du zum Boyslove gekommen?

Ich lese Boyslove, seit es die Comics/Mangas in Deutschland gibt. Ich weiß noch, wie ich damals mit meiner Schwester andere Verlage angebettelt habe, solche Titel nach Deutschland zu holen. Da haben sich alle noch geweigert. ^^ Ich denke, ich bin damals durch das Internet und der Plattform Animexx darauf gestoßen und seitdem sammle ich verschiedene Comics in diesem Bereich..

Leserfrage 6

Jona: Hast du dir das Zeichnen selbst beigebracht, insbesondere im Manga-Stil, oder hast du dafür Kurse besucht?

Ich habe es mir selber beigebracht. Eine Bekannte meiner Eltern hatte eine japanische Brieffreundin für mich besorgt und sie hatte mir die ersten Zeichenmaterialien aus Japan gesendet. Wobei ich auch sagen muss, dass ich recht spät angefangen habe, da ich vorher Leistungssportler war und erst nach einem Umzug von Berlin in ein „Dorf“ keinen Sport mehr machen konnte.

Leserfrage 7

Chrissy: Wie hast du deinen Verlag gefunden oder hat er eher dich entdeckt?

Ich hatte einen guten Comic Mentor, welcher mich in die Comic und Verlagswelt eingeführt und vieles beigebracht hat. So konnte ich recht früh mit den Verlagsprogrammleitern Kontakte austauschen und irgendwann haben sie sich bei mir für ein Kurzprojekt gemeldet. Seitdem bin ich bei Carlsen, diversen Kleinverlagen und nun Egmont gelandet. Aktuell wird auch in Italien mein Boyslove erscheinen und ggf in Frankreich dieses Jahr noch ein anderes Projekt von mir. :)

Kurzum Ich hatte sehr viel Glück. ♥

Leserfrage 8

Johanna: Wie bist du überhaupt und wann zum Mangazeichnen gekommen?

Gezeichnet habe ich an sich schon immer. Aber erst als ich von Berlin in ein Dorf ziehen musste und meinen Leistungsport nicht mehr weiterführen konnte, kam meine Oma mit einem Zeichenwettbewerb (Leipziger Buchmesse 2004-6?). Ich habe damals verloren und gefühlt einen Monat lang geweint, weil die Gewinner so genial waren. Das war aber auch der Ansporn für mich, sodass ich seitdem hart an mir gearbeitet habe und es auch noch weiterhin tue.

Leserfrage 9

Johanna: Hast du bestimmte Musik oder Situationen, die dich inspirieren?

Ja. Ich liebe es oft, Filme/Serien oder einfach Musik kreuz und quer durch alle Musikrichtungen zu hören/sehen. Oder mit meinen Freunden und vor allem meiner älteren Schwester und besten Freundin viel zu brainstormen.

Johanna: Also wie so eine kleine Betagruppe.

Jap. ♥

Leserfrage 10

Katja: So, wo soll ich dich aussetzen? Wo es warm ist oder kalt? Und du darfst drei Sachen mitnehmen. Was ist dein Lieblingskuchen und -essen?

Uff das ist schwer, da ich gerne an so vielen Orten sein möchte. :D Ich springe einfach hin und her. Am besten aber eher da, wo es um die 20°C sind. Da funktioniere ich am Besten.

Sachen: Zeichenkram!!! Musik und Filme. Was zu Lesen.

Lieblingskuchen: Käsekuchen, Maulwurfstorte und schwedische Apfeltorte neben Apfelstreuselkuchen a la Oma.

Leserfrage 11

Chrissy: Wie entsteht so ein Manga? Gibt es eine Art Drehbuch oder eine spezielle Vorabplanung oder einen Text?

Bei mir ist es meist so, dass ich erst versuche die Story zu planen. Meist kommt es aber immer anders als man denkt. Meist hat man eine grobe Idee, man schreibt sie auf und kurze Zeit später, oder auch Jahre (wie bei meinem aktuellen Sci-Fi Comic), kramt man es raus und überarbeitet alles. Oft wird die Geschichte in Kapitel unterteilt und diese dann auf die einzelnen Seiten. Wenn man für einen Verlag zeichnet, hat man nur begrenzt Platzt und muss die Geschichte auf den festgelegten Seiten ohne Wenn und Aber unterbekommen. Ist meist gar nicht so einfach, vor allem, wenn man nicht möchte, dass es so gehetzt wirkt. Gerade Zeichnungen brauchen für gewisse Situationen viel Freiraum, um Emotionen und Situationen gut rüber zu bringen. Sobald das grob steht, kommt ein Storyboard und dann geht das zum Verlag. Wenn der Verlag das Storyboard absegnet, fange ich mit dem Tuschen und dem „Rastern“ (Grauflächen) an. :)

Leserfrage 12

Kristina: Du warst Leistungssportler? Sag, was hast du gemacht! :D

Ich war im Judo. Habe nebenbei noch Ballett, Volleyball (hier wollte ich damals auf ein Sportgymnasium), Schulhandball Gruppe für die Tuniere und im Leichtatlethik Team der Schule mitgemacht. War damals eine Sport-Grundschule. Nach dem Umzug habe ich ca. 2 Jahre noch Rhytmische Sportgymnastik und Geräteturnen machen können, ehe es eingegangen ist, weil man kaum in die Stadt und wieder zurück gekommen ist. „Dorf“ eben. ;(

Kristina: Uhh, Ballett ist cool! <3 Wie beweglich bist du jetzt noch?

Kaum noch, da ich gesundheitlich nicht mehr so auf der Höhe bin. Aber ich plane mit meiner Schwester wieder sportlich aktiver zu werden. :D Aber ich bekomme kaum bis gar kein Muskelkater mehr, wenn ich doch mal wieder Sport mache. ♥

Leserfrage 13

Kristina: Hast du Beispiele für deine Arbeit bei Carlson?

Legacy of the Ocean – Ich packe das mal so rein, da es sehr alt ist und alles auf der externen Festplatte, die irgendwo im Zimmer versteckt ist. :)

Leserfrage 14

Kristina: Ich sehe gerade, du hast alles unter einem Namen veröffentlicht. Stand irgendwann auch mal ein Pseudonym zur Debatte? Gerade für die Boyslove Mangas?

CHASM ist eher ein Gemeinschaftsname, wo auch mein Freund oder meine Schwester als CO Authoren mitgewirkt haben + Weil CHASM nicht sofort auf deutsche Zeichner hinweist. Gerade in unserer Szene haben Zeichner teilweise noch das Problem mit Vorurteilen.

Deutsch = schlecht, weil wir keine Japaner sind.

Es bessert sich derzeit, aber man stößt dennoch öfter auf solche Leser. :( Diese haben aber meist Sachen von vor 15 oder 20 Jahren gelesen, wo noch alles in den Kinderschuhen steckte und sich seitdem aber rasant entwickelt und verbessert hat.

Leserfrage 15

Ramona: Ich stelle mir das immer sehr schwierig vor, ein und dieselbe Person wiedererkennungstechnisch gleich zu zeichnen. Manchen Zeichner gelingt dies ja nicht so, bzw. es ist manchmal sehr verwirrend, da mehrere der Protas ziemlich gleich aussehen. Wie handhabst du es, gibt es da eine Technik, oder hat das einfach mit Talent zu tun?

Talent hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun. Ich kenne gute bis sehr gute Zeichner, wo die Charaktere alle gleich aussehen und man diese nicht unterscheiden kann. Aber auch ich habe ab und an mal die Herausforderung, dass die Hauptperson oder ein anderen Chara nicht zu jung und im nächsten Panel zu alt aussieht. Aber am besten ist es, den Charakteren immer andere unterschiedliche Frisuren mit Haartönungen, Gesichtzüge und Augen/Münder zu geben, damit man diese sehr schnell mit einem Blick auseinanderhalten kann. :) Meist steckt dahinter sehr viel Arbeit und Erfahrung, die man sammelt, oder auch eben Kritiken, die man von Lesern oder Freunden erhält.  ^^ All das hilft, dass man bei neueren Werken sowas eher beachtet.

Leserfrage 16

Chrissy: Verrätst du uns etwas zur Story deines Boyslove?

Gern. :) Unsere Geschichte spielt an der Nordsee, wo Adrian, der Hauptchara, Sozialstunden in einer Seehund Aufzuchtstation leisten muss. Er selber hat das Problem zu sich selber zu stehen, gerade wegen seinem Umfeld und Mobbing. Daher wird er von dem etwas älteren Mitarbeiter der Station, sehr aus dem Konzept gebracht, da dieser offen dazu steht, schwul zu sein. Im Groben und Ganzen haben wir versucht, uns mehr auf die Beziehung der beiden zu konzentrieren und wie Adrian lernt, mit der Gesamtsituation umzugehen und sich der auch zu stellen. Also eher ein soft Boyslove ohne große Erotikszenen. Wir wollen das man mitfiebert, nach dem Motto „Kommt endlich zusammen, oder seid ihr so blind?!“ Und um Seehunde geht es auch. Da wir viel in der Aufzuchtstation waren, haben wir viel über die kKleinen und dem realen Leben eingebaut. Ergo, eine „heimiche“ Geschichtstunde zu den kleinen Heulern. ^^

Leserfrage 17

Chrissy: Was ist dein Lieblings-Boyslovemanga?

„Only the Ringfinger knows“ und „Kleiner Schmetterling“. :)

Leserfrage 18

Sandra: Also, ich hab mich gerade mal durchgelesen und ich hoffe, ich habe die Frage nicht überlesen. Wenn doch, ist sie jetzt doppelt drin. :D Ich persönlich lese auch gern mal Boyslove Mangas. Aber die meisten sind mir zu übertrieben emotional gezeichnet. Also das soll heißen, dass die Charas einfach in einem Wasserfall aus Tränen stehen usw. Ich mag es da lieber realistischer. Wie ist das bei dir? Hältst du es eher „realistischer“ vom Stil her oder auch mehr übertrieben emotional? Weißt du, worauf ich hinaus will? Oh Gott. Ich verwirre mich selbst. xD

Ich komme eher aus dem Shonenbereich, da arbeitet man viel mit Emotionen. Aber reine Wasserfälle an Tränen habe ich nicht gezeichnet … hoffe ich. xD

Sandra: Oh, die Zeichnungen gefallen mir sehr gut! Ich denke, deinen Manga werde ich mir zulegen müssen. Ich bin nämlich, was die Zeichungen angeht, etwas wählerisch. :D

Danke. >///> Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, vor allem da ich hier auch was Neues probiert habe. Da es mein erster BL war/ist, war alles Neuland, da im Shonenbereich doch andere Regeln herrschen, was Seiteneinteilungen und Lesefluss angeht. :) Z. B. sind bei mir auch weniger Hintergründe als gewohnt drin oder die Haare etwas fluffiger als sonst. :D

Leserfrage 19

Sandra: In welchem Manga-Genre liest du? Nur Boyslove/Yaoi? Oder auch was anderes?

BoysLove/Yaoi/Yuri/Shonen … an sich absolut ALLES außer … Romance. ^^ Damit kann man mich wirklich jagen. *hust*

Sandra: BoysLove/Yaoi/Shonen sagt mir was. Was ist Yuri? Romance mag ich hin und wieder auch ganz gern. Aber dann doch lieber in einem normalen Roman. :D

Yuri ist, wenn zwei Frauen sich in einander verlieben. Der Gegensatz zu Boyslove. :D

Leserfrage 20

Chrissy: Wo siehst du das Boyslove Manga Genre in zehn Jahren? Boomt es noch oder andere Tendenz?

Ich denke, es wird weiterhin sehr gut laufen, aber auch das andere Genre ebenfalls mehr „Liebe“ bekommen. Aber bisher ist gefühlt das BL Gengre das beliebteste auf dem Markt.

Leserfrage 21

Sandra: Hast du irgendwie ein zeichneriches Vorbild? Ein Idol? Jemand, der dich vielleicht zu deinem Stil inspiriert hat? Nicht, dass ich sagen will, dass du jemandes Stil kopierst! Um Gottes Willen. Es ist immer so schwer, solche Fragen richtig zu stellen. :D Aber du weißt hoffentlich, wie ich das meine. Es gibt ja immer jemanden, der einen inspiriert (geht mir ja auch so beim Schreiben :) ).

Ich weiß, was du meinst. :D Ich liebe Katzuya Mindekura und Oh Great sowie Obata und ODA. ^^ ♥

Leserfrage 22

Chrissy: Was können wir noch von dir erwarten?

Bisher arbeite ich an meinem SCI Fi Webcomic und mache nebenbei erstmal eine kleinere Verlagspause, ehe ich ein neues Konzept einreiche. Was genau noch kommen wird im Verlagsbereich, kann ich nicht sagen. Werde wohl erst Ende des Jahres etwas einreichen. So habe ich genug Zeit, um mich etwas zu erholen und neue Kraft zum durchpowern zu sammeln. :D

Leserfrage 23

Sandra: Was sind deine Verlagspläne für die Zukunft? Hast du schon etwas Neues im Kopf, was als nächstes gezeichnet werden will?

Bisher werkel ich an meinem Sci Fi Webcomic und was sonst noch kommt, kann ich nicht genau sagen. Außer, dass es bis 5. Juli noch einen Robben Webcomic zu dem BL gibt. ^^

Leserfrage 24

Kristina: Wie ist das eigentlich bei Mangas und Comics? Wie läuft da so ein „Lektorat“ ab? :D

Lektorat der Comicseiten und Text oder nur der Texte? Bei den Texten ist es so, dass, wenn der fertig gezeichnete Comic mit dem Text abgegeben wurde, der Redakteur drüberschaut und alles korrigiert. Er passt ggf. die Texte dann noch einmal an. In unserem Fall bekommen wir von unserem Redakteur diese aber nochmal vorab zur Ansicht, um es absegenen zu können. :)

Leserfrage 25

Chrissy: Was wäre ein No-Go im Manga-Bereich für dich?

Da ich viel für Kinder und Jugendliche zeichne Hentai und Hardcore/Yaoi. Lesen ja und nicht gerade wenig, aber selber zeichnen eher weniger. Ich fühle mich damit nicht wohl. Vereinzelte privat Auftragsarbeiten sind aber kein Thema. :) Nur nicht im Verlagsbereich. Im Soft BL, wo es um Beziehungen geht oder eben etwas Seichtes, ist es was anderes.

Leserfrage 26

Sandra: Wie ist das mit dem Zeichnen? Ich hab da ja keine Ahnung, wie so ein Manga genau entsteht. Machst du vorher im Kopf einen groben Plan, wo welches Bild in welcher Größe hin soll? Machst du das abhängig von der Wichtigkeit des Moments des Bildes? Es gibt ja auch Situationen, in denen es bei einem Manga mal vorkommt, dass ein Bild eine Seite einnimmt.

Man hat in der Regel vorher den Text und Ablauf soweit schon fertig und dann setzt man sich an ein sogenanntes Storyboard. Hier werden die einzelnen Seiten grob mit den Texten geplant (siehe Bild eines groben Pannels).

Entstehung

Oft werden hier die Emotionen „krasser“ dargestellt, damit man später weiß, wie man es zeichnen möchte. Es kann vorkommen, dass man Seiten komplett neu zeichnen/konstruieren darf, weil der Text sonst nicht passt oder Lesefluss nicht funktioniert. Oder eben gewisse Situationen eher ins Licht/Gößer dargestellt werden müssen, um deren Wichtigkeit zu unterstreichen und unterbewusst mehr Gefühle zu geben. Klappt nicht immer, aber ich gebe hier immer mein Bestes und versuche viel zu lernen. :D Oft wird man aber auch unterbrochen (mein kleiner verstorbener Kater hat sich gerne auf den Leuchttisch gelegt).

Leserfrage 27

Sandra: Wie ist das mit den Texten? Schreibst du sie selbst? Also überlegst du dir Bilder und Texte? Oder hast du jemanden, mit dem du das zusammen machst? So dass jeder seinen Aufgabenbereich hat?

Bei einigen Projekten habe ich einen Co-Autor, mit dem ich die Texte/Story zusammen mache. :) Bei anderen Werken, mach ich alles alleine. Kommt immer auf das aktuelle Projekt an, an dem ich gerade zeichne. ^^

Leserfrage 28

Chrissy: Wie kann man sich das mit einem Coautor vorstellen? Wie arbeitet ihr?

In der Regel habe ich eine grobe Story, die ich zeichnen möchte, und habe diese meinem Freund gegeben. Er hat oft die Recherche übernommen, Inhalte ausgearbeitet und die Diealoge + Einteilungen in Seiten. Ich habe es dann in der Regel gegengelesen und abgesegnet, oder gemault, das was geändert werden muss. Klappt nicht immer, wenn was zu kurzfristig reinkommt. ^^

Leserfrage 29

Sandra: Liest du selbst viele Mangas? Oder bleibt dafür kaum noch Zeit zwischen dem Zeichnen? Und wenn du viel liest: Was würdest du jemandem empfehlen, dessen bisherige Lieblings-Mangas folgende sind: Finder, Yellow, Only the ring finger knows und Ten Count?

Um ehrlich zu sein, ich ese kaum noch. Da ich fast 18-20h am Tag arbeite, bleibt selten Zeit, sich um anderes zu kümmern. Daher lese ich bevorzugt Sachen von meinen Kollegen oder ab und an mal Bände, die mir mein Redakteur in die Hände drückt. ;) Aber ich mag z.b noch Love to hate you. :) Gott die anderen Namen müsste ich noch rauskramen. :’D Ten Count habe ich zum Beispiel nie gelesen, dafür aber Fake.

Leserfrage 30

Jona: Liest du auch Gay-Romane oder nur Mangas/Comics?

Als ich noch zeit hatte, habe ich auch Gay Romane (auf Englisch) gelesen. Aber diese waren eher von japanischen Autoren, da ich damals auf dem Dorf an nichts anderes rangekommen bin, und die Buchhandlung in der nächsten Stadt kaum bis keine Titel vor 2010 hatte.

Schlusswort

Danke fürs Einladen und für das herzliche aufnehmen in die Fragerunde.

Leser interviewen – Marika Herzog