Interview vom 25. Februar mit Monika De Giorgi. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Das Interview

Autorenvorstellung

Hi alle, ich freue mich, heute Abend bei Euch zu sein. Ich habe meinen ersten Roman „Edens Asche“ 2007 veröffentlicht, ist also inzwischen ein paar Jährchen her. Inzwischen schreibe ich auf Englisch. Meine aktuellstes Werk ist „Where I’ll be Waiting“ eine angsty Romance mit Fantasyeinschlag, die bei eXtasy books erschienen ist. Derzeit schreibe ich an einer eher lustigen Urban Fantasy Story, die aktuell nur einen Arbeitstitel hat, die ich dieses Jahr beenden möchte. Eure Moni

Leserfrage 1

Diana: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Hi, ich habe, seit ich lesen konnte, immer ein Buch mit mir rumgetragen, und so mit zwölf, als mir in einem Familienurlaub der Lesestoff ausging, selbst angefangen, eine Geschichte zu schreiben. Ernsthaft habe ich dann so mit 16 rum angefangen und „Edens Asche“, was mein erster Roman wurde mit 18, damals noch mit der Hand geschrieben und später nächtelang eingetippt.

Leserfrage 2

Chrissy: Gibt es ein Thema, das dich besonders interessiert?

Mein Lieblingsthema sind die Beziehungen zwischen Menschen und ihre Gedankenwelt. Das liegt mir beim Schreiben immer besonders im Herzen. Nicht so sehr das Äußerliche wie Setting etc., sondern was in den Figuren vorgeht. Ich liebe es, sie in eine bestimmte Situation zu werfen und zu sehen, wie sie damit psychisch/emotional umgehen. Thematisch möchte ich mich gar nicht festlegen. Ich lese breit gefächert und probiere auch gerne beim Schreiben aus.

Leserfrage 3

Sarah: Warum hast du ins Englische gewechselt?

Ich lese seit inzwischen fast 20 Jahren beinahe ausschließlich auf Englisch und schreibe es inzwischen auch lieber. Es war einfach so, dass ich Storyideen hatte, und wenn ich angefangen habe, Notizen zu machen etc., ich gemerkt habe, dass meine Gedanken automatisch ins Englische gewechselt haben, und es hat sich für mich dann auch natürlicher angefühlt, englisch zu schreiben.

Leserfrage 4

Chrissy: Der englische Markt ist definitiv größer, aber es gibt auch viel mehr Konkurrenz. Wie schwer ist es, sich als deutsche Autorin da zu behaupten?

Ich denke, es ist relativ schwer, bekannt zu werden und sich einen Namen zu machen, da der Markt, wie Du sagst, so groß ist. Mir geht es allerdings auch gar nicht darum. Auf der anderen Seite war es gar kein Thema, dass ich eine deutsche Autorin bin. Ich denke, es ist für mich einfach sozusagen ein Reset. Dort bin ich wieder Newbie.

Leserfrage 5

Miamo: Und ist Englisch deine Muttersprache?

Nein, ich bin gebürtige Deutsche. :)

Miamo: Cool, wenn du die Sprache so perfekt beherrschst.

Danke. Perfekt nicht. Aber zum Glück inzwischen echt gut. Jedenfalls Lesen und Schreiben. Sprechen brauche ich viel mehr Übung, empfinde ich.

Leserfrage 6

Alex: Über welches Thema würdest du nie schreiben und warum?

Prostitution. Ist einfach ein Thema, bei dem mir flau wird. Oder Rape-/Non-Con Stories. Zu hart und angsty.

Leserfrage 7

Miamo: Tee oder Kaffee, süßes oder salziges Naschwerk?

Je nach Laune. Aber im Moment eher Tee und süßes Naschwerk.

Leserfrage 8

Miamo: Brauchst du Ruhe beim Schreiben?

Kommt darauf an, wie brav meine Muse im Moment ist und woran oder wie penetrant. Und auch daran, woran ich gerade arbeite. Ich habe schon in einem Nachtclub auf einem Kellnerblock geschrieben, aber auf der anderen Seite sitze ich auch nachts im abgedunkelten Arbeitszimmer, mit dem Handy im anderen Raum und dem Internet am Laptop deaktiviert und tippe vor mich hin.

Leserfrage 9

Mieko: Was darf für dich beim Schreiben auf keinen Fall fehlen?

Ein funkelnagelneues Notizbuch nur für diese Story und eine Playlist zur Story, derzeit in Amazon Music, früher in Winamp. ^^

Leserfrage 10

Miamo: Happy End ja oder nein?

Zu 99,5 % Happy End. :)

Leserfrage 11

Chrissy: Auf welchen Messen kann man dich treffen? Oder hast du eine Lesung?

Im Moment überlege ich noch hin-und her, ob ich dieses Jahr auf den Euro Pride Con fahre, da ich im Moment ja eigentlich eine komplette Auszeit mache, von diesem Interview abgesehen. Derzeit habe ich nichts geplant, auch wenn ich sehr gerne Lesungen mache.

Leserfrage 12

Miamo: Finde es immer spannend zu erfahren, wie Kollegen das so handhaben. 

Gegenfrage: Was genau meinst Du? :)

Miamo: Das war eigentlich keine Frage, nur eine Feststellung. Hier mitzulesen und etwas über Kollegen zu erfahren.

Ah, ja, das finde ich auch immer spannend. :)

Leserfrage 13

Mieko: Hast du ein Vorbild?

Anne Rice ist mein Idol.

Leserfrage 14

Mieko: Wen würdest du gerne mal persönlich treffen und warum?

Wieder Anne Rice. Sie war die erste Autorin, die in mir ein richtiges, richtiges Wow erweckt hat, vor allem nachdem ich sie das erste Mal im Original gelesen habe. Ich liebe ihre Art zu schreiben.

Leserfrage 15

Chrissy: Male Pregnancy und diverse Shifteralphaomega-Storys sind ja z. B. Themen, welche aus dem englischsprachigen Bereich vermehrt zu uns schwappen. Gibt es andere Themen, die eventuell typisch englisch/amerikanisch sind? Schreibst du auch in diesem Bereich?

MPreg und das ganze Alpha/Beta/Omega, wie von Dir erwähnt, und Militär-/Bundesagenten-Alpha-Male Stories sind meiner Meinung nach typisch amerikanisch. Genau, wie Sport Romances im NFL- oder Eishockey-Bereich. Ich lese Sport Romance, und ich liebe einen guten Agententhriller im Male-Bereich. Aber ich schreibe sie nicht. Vom Sport verstehe ich viel zu wenig, und er interessiert mich auch nicht wirklich. Und bei einem Agententhriller würde ich mich so in die Recherche verschießen, dass ich wahrscheinlich in 60 Jahren nicht fertig würde. ^^ A/B/O und Mpreg habe ich zwar mal reingelesen, aber schreiben würde ich sie nicht.

Leserfrage 16

Jay: Mit welcher Deiner Figuren würde es eine absolute Katastrophe geben, wenn Du mit ihr zusammen leben würdest? ^^

Mit Damian aus „Edens Asche“. Ich war damals 18. Inzwischen würde ich ihn wahrscheinlich zu meinem Therapeuten schicken und hätte für seine Emo-Allüren keine Geduld mehr.

Leserfrage 17

Diana: Deine Lieblings Gay Geschichte?

„Cut & Run“ von Abigail Roux – die Serie ist super und „The Lightning Struck Heart“ von TJ Klune.

Leserfrage 18

Miamo: Schreibst du nur an einem Buch oder an mehreren?

Immer nur an einem, aber ich mache mir Notizen, wenn meine Muse mir was anderes eingibt, und schreibe auch mal eine Szene etc. auf. Aber ich habe nicht genug Zeit, um an mehreren gleichzeitig zu arbeiten.

Leserfrage 19

Chrissy: Worum geht es in deinem Roman „Edens Asche“ und wie bist du auf die Idee gekommen?

Goth Music, Vampire und Nachtclubs. Ich war damals selber sehr Goth und habe mich damit wohl gefühlt und ich war ein riesiger Vampirfan. Die Story handelt von Verlust, Liebe, Gut und Böse und den Grauzonen.

Leserfrage 20

Jay: Wie sieht der perfekte Tag für Dich aus?

Ausschlafen, in Ruhe frühstücken, dann raus in den Garten zum Lesen und Schreiben.

Leserfrage 21

Jay: Einen Abend mit Freunden verbringst Du am liebsten wo?

Bei einem von uns in der Wohnung mit guten Filmen und Snacks. :)

Leserfrage 22

Jay: Wie stehst Du dazu, dass sich Anne Rice mittlerweile für ihre Vampir-Romane „schämt“ bzw. nicht mehr hinter diesen steht?

Es ist ihr gutes Recht. Ich selbst mag die Bücher weiterhin und bin gespannt, wie die Fernsehserie wird, die sie mit ihrem Sohn plant. :)

Leserfrage 23

Rana: Welche anderen Autoren liest du sonst noch?

Abigail Roux, TJ Klune, Phillippa Gregory, Alison Weir, Mary Calmes lese ich derzeit am liebsten. Aber es sind so viele. :)

Leserfrage 24

Jay: Dein Lieblingsbuch?

Sehr schwierig – derzeit würde ich sagen: „The White Queen“ von Philippa Gregory.

Leserfrage 25

Jay: Was macht Dich unfassbar wütend?

Ungerechtigkeit, Tierquälerei, wenn mich jemand belügt.

Leserfrage 26

Nico: Ich kenne noch nichts von dir. Welchen deiner Romane würdest du mir am ehesten ans Herz legen?

„Where I’ll be Waiting“.

Steffi: Gibt es diesen auch in Deutsch?

Nein, nur auf Englisch. :)

Leserfrage 27

Juliane: Wieso erschien nie der 3. Teil der Trilogie „Edens Asche“?

Psychische Probleme. Ich konnte lange nicht zu der Story zurückkehren und inzwischen ist es zu spät. Ich müsste die Story komplett überarbeiten, da ich die Person von damals nicht mehr bin. Der dritte Teil ist zwar fertig, müsste aber überarbeitet werden etc. und würde sich dann zu sehr vom Stil unterscheiden.

Leserfrage 28

Jay: Mal was Therapeutisches. ^^ Wenn Du eine Farbe wärst, was wärst Du für eine und warum?

Lila, nicht wirklich warm nicht wirklich kalt. :)

Leserfrage 29

Jay: E-Book oder Print?

E-Book. Da ich jeden Tag pendle ist der E-Book-Reader einfach super praktisch.

Leserfrage 30

Jay: Ähm … weiß nicht, ob es schon war. Wo würdest Du einen Deiner nächsten Romane gerne spielen lassen, müsstest aber viel recherchieren?

Tudor-England. :)

Jay: Warum England?

Ich bin ein riesiger Fan der Tudor-Zeit und des Umbruchs, der damals in Gesellschaft und Religion stattfand. Und ich liebe die englischen Landschaften.

Leserfrage 31

Jay: Da ich letzte Woche von dieser Frage auch nicht verschont wurde: Was war Dein bislang peinlichstes Erlebnis? ^^

Mich betrunken auf einem Festivalgelände zu verirren, im Schlamm meine Schuhe zu verlieren und dann über das Gelände zu stolpern auf der Suche nach dem Wohnwagen.

Jay: Helga war bestimmt auch dabei. War das das Mera Luna?

Nein, das war WACKEN – ich denke 2008 oder 2009, aber Helga war mit von der Partie. :)

Leserfrage 32

Jay: Du hast oben geschrieben, dass Du auf Englisch schreibst, bedeutet das dann auch, dass Du auf dem englischen Markt entsprechend gefragt bist? Merkst Du da was?

Im Vergleich mit anderen Autoren sicher nicht. Ich denke ich bin eher bei den unbekannten Autoren dabei. :)

Jay: Gibt’s die Bücher denn dann auch in Deutsch?

Nein, ich habe bisher nicht vor, dass ich das Buch übersetze. Eventuell irgendwann.

Leserfrage 33

Jay: Meine Tochter fragt was. ^^ Wie lange hast Du an Deinem ersten Buch geschrieben, weißt das noch?

Das war eine stetige Arbeit von ca. drei Jahren. Aber an der ersten Grundversion ca. ein Jahr.

Schlusswort

Danke für die Fragen und die tolle Zeit. :) Es hat mir viel Spaß gemacht. Ich schaue jetzt nochmal nach, dass ich niemanden übersehen habe. :)

Leser interviewen – Monika De Giorgi