Interview vom 04. Februar mit Minelle Chevalier. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Minelle findet ihr auf ihrer Facebookseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Bonjour an alle hier! Dann stelle ich mich mal kurz vor:

Ich bin Jahrgang 1964, überzeugter Single und das, was man landläufig als Chaot bezeichnet. Aufgewachsen bin ich im Ruhrpott, aber nach der ersten Berufsausbildung (Gastronomie) nach Stuttgart gezogen. Für die zweite Ausbildung (Pferdewirt – Amateurjockey) bin ich ins schöne Bayern gezogen und dort geblieben. Gearbeitet habe ich als Bereiterin in den Schwerpunkten Western, Barock und Distanzreiten. Schon 1998 hab ich mit dem Schreiben angefangen, damals noch Horror und Mystik. Vier meiner Kurzgeschichten wurden im Basteiverlag veröffentlicht in der zweiten Auflage der Serie „Geisterjäger John Sinclair“. Danach war schreiberisch erst mal sehr lange Sendepause, weil mein Beruf mir einfach keine Zeit dafür ließ. 2010 entstanden drei historische Romane, die bislang noch unveröffentlicht sind. 2012 wanderte ich mit meiner Anglo Araberstute Ameera nach Frankreich aus (wo ich auch heute noch lebe) und war lange mit ihr unterwegs. Durch Zufall stolperte ich 2013 über einen Roman von Chris P. Rolls – „Irgendwie Top“. Das inspirierte mich dazu, mich selbst in diesem Genre zu versuchen, und es entstand mein Debütroman »The Difference – Licht und Schatten«, der in der Erstauflage am 19. Februar 2015 erschien. Das war der endgültige Startschuss für weitere Romane im Gay Genre. Okay, jetzt seid ihr dran! PS.: Ich bin nicht so schnell mit der Tastatur, werde mich aber bemühen, eure Fragen so schnell wie möglich zu beantworten.

Leserfrage 1

Nico: Hallo Minelle. Gibt es ein Thema für dich, über das du gerne schreiben würdest, dich aber noch nicht getraut hast?

Nein, bis jetzt noch nicht.

Leserfrage 2

Elke: Hast du einen Roman schon einmal abgebrochen?

Nein. Wenn ich eine Geschichte erzählen will, tu ich das.

Leserfrage 3

Elke: Was fasziniert dich am Schreiben?

Schreiben ist Kunst, und ich bin mit Leib und Seele Künstlerin! Gefühle und Gedanken mit Worten zu malen, finde ich einfach toll.

Leserfrage 4

Monika: Kaffee oder Tee zum Schreiben oder lieber nix, damit du nichts über die Tastatur schütten kannst?

Kaffee, Wasser und Cola. Seitdem ich mir schon einen Laptop ins Nirwana geschossen habe, weil ich Saft verkippt habe, bin ich aber sehr vorsichtig geworden.

Leserfrage 5

Nico: Was darf beim Schreiben nicht fehlen bei dir?

Musik, Kaffee, Lakritz und Chips!

Leserfrage 6

Elke: Wenn du unterwegs bist, wo schreibst du dann?

Ja nachdem. Im Zelt, auf freier Wiese oder in einem Café.

Leserfrage 7

Kristina: Horror und Mystik gehören beide nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber ich verstehe, warum das reizvoll sein kann. Was hat dich zu den Geschichten inspiriert?

Ich mag es gerne spannend und geheimnisvoll. Als Kind habe ich immer die anderen Kinder im Ferienlager mit meinen Geschichten erschreckt!

Leserfrage 8

Elke: Fertig geplottet oder nur einen groben roten Faden? Wie gehst du vor?

Es gibt immer einen Plot vorher, manchmal detailliert, manchmal nur grob.

Leserfrage 9

Nico: Machst du dir Notizen vor dem Schreiben oder schreibst du, wie dir die Nase gewachsen ist?

Nur für die historischen Romane, da geht es einfach nicht ohne.

Leserfrage 10

Kerstin: Ist es Dir wichtig, dass Dein Buch ein Happy End hat, oder geht es auch mit einem offenen Ende?

Definitiv immer ein Happy End!

Leserfrage 11

Monika: Brauchst du zum schreiben Musik oder Stille?

Beides, das kommt auf die Szenen an, an denen ich gerade schreibe, und auf meine Stimmung.

Leserfrage 12

Gertraud: John Sinclair habe ich heiß geliebt, was hat dich bewogen, so komplett das Genre zu wechseln?

Hach ja, ich habe die Serie bis Band 1000 gesammelt, aber irgendwann habe ich das Interesse an der Thematik, außer Mystik und die Tempelritter, verloren.

Leserfrage 13

Andrea: Du schreibst ja auch etwas Historisches, nicht wahr? In welchem Setting, wenn du so viel verraten magst?

Ich habe mit historischen Romanen angefangen, ja. Meine bevorzugten Epochen sind das englische Regency, das französische Rokoko, die Französische Revolution und die napoleonische Ära.

Andrea: Ach so, ich dachte, du schreibst aktuell auch etwas Historisches, das habe ich wohl verwechselt.

Ich überarbeite neben meinem aktuellen Manuskript noch einen historischen Roman „Im Schatten des Zwillings“.

Leserfrage 14

Nico: Print oder E-Book, was ist dein Favorit? Als Autor und als Leser. :)

Eigentlich bevorzuge ich Prints, aber aus praktischen Gründen – und meinen Augen zuliebe – lese ich nur noch E-Books.

Leserfrage 15

Anja: Verrätst du und dein Lieblingsessen, mit Rezept vielleicht?

So ein richtiges Lieblingsessen habe ich nicht. Aber was Backwaren angeht schon. Da liebe ich Bienenstich, den man in Frankreich leider nicht bekommt.

Leserfrage 16

Nico: Eine hab ich noch. :D Ich kenne noch nichts von dir. Welches deiner Bücher würdest du mir besonders ans Herz legen?

Für lockere Unterhaltung? „Apfelkuchen mit Sahne“. Für Spannung, Drama und ganz viel Liebe? „Tanz auf dem Eis“.

Leserfrage 17

Cardon: Gibt es Storys, die Du Dir aufhebst, weil Du keine Zeit für die Recherche hast oder es insgesamt zu viel Zeit brauchen würde, das zu schreiben?

Viel zu viele, leider. Vor allem natürlich die historischen Romane, aber auch einige Plots für das Gay Genre.

Leserfrage 18

Gertraud: Würdest du gerne in einem anderen Land leben oder ist Frankreich dein absoluter Wunsch-Wohnort?

Außer Frankreich käme für mich noch Neuseeland in Frage. Da das aber finanziell und logistisch eher unerreichbar ist, habe ich Frankreich gewählt.

Leserfrage 19

Corina: Gibt es bestimmte Lieder, die du während des Schreibens gerne hörst?

Oh, da gibt es einige in ganz unterschiedlichen Richtungen! Klassisch höre ich am liebsten, darunter Rondo Veneziano. Dann habe ich aus den Achtzigern so meine Favoriten. Bonnie Tyler, Queen, etliche deutsche Interpreten, wie Peter Schilling, die Toten Hosen und andere.

Leserfrage 20

Kristina: Ich wollte als kleines Kind so dringend ein Pferd haben, dass ich dachte, es würde auch im Keller unterstehen können. Mein „WAS IST WAS“ Buch zum Thema Pferd hat mich zum Glück vor größeren Dummheiten bewahrt. Wie hättest du mir ausgeredet, mein Pferd in meinem Zimmer schlafen zu lassen?

Wenn es das Pferd bequem hat und du am nächsten Morgen alles wieder sauber machst? Dann nur zu!

Leserfrage 21

Corina: Wenn du mit einem deiner Protagonisten einen trinken gehen könntest, für wen würdest du dich entscheiden und warum?

Mit Julian aus „The Look“! Wir haben so viel gemeinsam …

Leserfrage 22

Monika: Dürfte nur eines deiner Bücher verfilmt werden, für welches würdest du dich entschieden?

Ganz klar: „Tanz auf dem Eis“!

Leserfrage 23

Kristina: Hast du je eine Vorliebe für spezielle Schreibgeräte gehabt? Einen besonderen Kuli oder einen Kalligraphie Füller?

Dank rheumatischer Gelenke nicht mehr. Die Sauklaue könnte keiner mehr lesen! Ich schreibe alles mit dem Laptop, wobei mein derzeitiger eine etwas schwergängige Tastatur hat.

Leserfrage 24

Elke: Wie viele angefangene Geschichten tummeln sich gerade bei dir?

Eine ganze Menge! Die Plotbunnys waren sehr fleißig, und ich schreibe ja erst seit Oktober – nach Aufgabe meines Berufes – wirklich intensiv.

Leserfrage 25

Monika: Was tust du, wenn du eine Schreibblockade hast?

Weglegen und an einem anderen Manuskript arbeiten. Auf Biegen und Brechen geht bei mir nichts, entweder es flutscht oder nicht.

Leserfrage 26

Kristina: Hast du schon mal einen Protagonisten mit Charaktereigenschaften von einem (deiner) Pferd(e) ausgestattet?

*lach* Nein. Aber ich habe ja immer wieder mal Pferde als Protagonisten eingebaut und da bekommen meine zwei quasi ein kleines Denkmal gesetzt.

Leserfrage 27

Kristina: Was ist dein größter Zeitkiller am Tag?

Facebook!

Leserfrage 28

Ramona: Wie viel Zeit lag zwischen dem Entschluss und der Umsetzung, dass du deinen Beruf an den Nagel gehängt hast und dich aufs Schreiben verlagert hast?

Selbstständig gemacht hatte ich mich schon einmal von 2006 bis 2008, allerdings nur mit Mediendesign. Danach habe ich wieder in meinem Beruf gearbeitet, bis mir die Gesundheit endgültig einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Das Schreiben ist aber weiterhin erst mal nur ein Nebeneinkommen, leben könnte ich nicht davon.

Leserfrage 29

Kristina: Hast du ein Ziel, das du in denen nächsten zwei bis drei Jahren erreichen möchtest? Wenn ja, welches wäre das?

Ziel Nummer eins: Vom Schreiben leben zu können. Ziel Nummer zwei: Wieder ans Mittelmeer zu wandern und mir dort eine nette, kleine Roulotte – Zigeunerwagen – zu mieten.

Leserfrage 30

Chrissy: Wie schaffst du es, auf Wanderschaft, zu schreiben? Mit Laptop abends am Lagerfeuer? :-p Ich stelle mir das nicht einfach vor, aber abenteuerlustig.

Also Lagerfeuer eher nicht, aber im Zelt, im Heu oder Stroh kann ich gut arbeiten!

Chrissy: Ich hätte ja ständig Angst um meinen Laptop, lol. :-p

Ach, da entwickelt man schnell seine Technik!

Leserfrage 31

Monika: Gibt es Themen die für dich tabu sind, über die du nie schreiben würdest?

BDSM – Da habe ich keinerlei Draht zu und noch weniger Erfahrung. MPREG – Kann ich nichts mit anfangen. Ansonsten vermeide ich wirklich brutale Szenen. Folter zum Beispiel.

Leserfrage 32

Diana: Wo schreibst du am liebsten?

Momentan in einem provisorischen Büro, ansonsten kann ich eigentlich überall schreiben.

Leserfrage 33

Chrissy: Minelle, wie sieht dein Geschichtenstatus für 2018 aus? Du wolltest ja „Blau wie das Meer“ schreiben/fertigschreiben!? Kommen von den Jungs noch andere unter die Haube? <3

Also, wenn ich es wirklich hinkriege, dann dürften bis zum Sommer unter anderem Hendrik und Alessandro (Der Eisprinz – die Fortsetzung zu Tanz auf dem Eis) unter die Haube kommen. Dann natürlich André und Tobias in „Augenblicke -Blau wie das Meer“. Markus und Jason in „The Look – Into the Past“. Caden und Lucien aus „Im Schatten des Zwillings“ und Alex und Sebastian aus „Katertage“.

Leserfrage 34

Sandra: Du bist mitten in einem Schreibflash, da wirst du gestört. Wie gehst du damit um?

Mit Möbeln schmeißen? Mich tierisch ärgern, das auf jeden Fall, aber es kommt ja Gott sei Dank nur selten vor.

Leserfrage 35

Sandra: Du stehst in einem Buchladen. Was passiert?

Gebt mir bloß kein Geld in die Hand!

Leserfrage 36

Anja: Wie sieht ein perfekter Tag für dich aus?

Der perfekte Tag beginnt bei mir immer mit einer Tasse Kaffee! Danach fange ich an zu arbeiten, aber bis vor drei Jahren standen die Ausritte mit meiner Stute Ameera an vorderster Stelle. Die Seele baumeln lassen konnte ich am besten mit ihr.

Schlusswort

*schütteltmalschnelldiefingeraus* Puuh, geschafft! Ich habe zu danken. Hat Spaß gemacht!

Leser interviewen – Minelle Chevalier