Interview vom 25. März mit Lex Aron Rees. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Das Interview

Autorenvorstellung

Guten Abend, meine Lieben! Ich bin Lex Aron Rees, 35 Jahre alt und wohne mit meinem Ehemann im schönen Essen (NRW). Beruflich bin ich Lehrer im Sek I Bereich. Meine Fächer sind Mathematik, Musik sowie Darstellen und Gestalten. Meine Hobbys sind Singen, Klavier spielen, Musik und Songs schreiben, Kino, Freunde treffen und natürlich Gay Geschichten schreiben. Bisher habe ich nur ein Buch veröffentlicht, nämlich meinen Gay Fantasy Thriller „Sanguis“. Am 5. Mai 2018 findet dazu auch eine Lesung im Gay Shop „Brunos“ in Köln statt. Da freue ich mich schon riesig drauf. So wie auf dieses Interview mit euch. https://www.amazon.de/Sanguis-Lex-Aron-Rees/dp/152147558X

Leserfrage 1

Joyce: Schreibst du gerade an etwas Neuem?

Ja, im Moment entsteht eine Fortsetzung des ersten Romans. Der Titel lautet „Corpus“. Bisher habe ich ungefähr ein Drittel fertig. Bin durch meinen Job langsamer. Ziel ist es, Ende des Jahres zu veröffentlichen.

Leserfrage 2

Joyce: Wie kamst du auf die Idee, ein Buch zu schreiben und es jetzt zu veröffentlichen? Lag die Geschichte schon lange bei dir ehe du den Schritt an die Öffentlichkeit mit der Geschichte gewagt hast?

Mein Vater war früher Journalist. Ich denke, von ihm habe ich ein wenig den Drang, etwas zu schreiben. Ein paar kleine Geschichten sind zu meiner Jugendzeit entstanden, aber es war alles nicht veröffentlichungsreif. Die ersten Versuche. Die Geschichte zu „Sanguis“ bzw. die Welt drumherum ist tatsächlich schon etwas älter. Aber so richtig hingesetzt und ausformuliert habe ich es dann in den letzten zwei Jahren.

Leserfrage 3

Joyce: Ist dein Debüt so geworden wie gewünscht? Oder hast einige Lehren gezogen, die du bei weiteren Büchern zukünftig anders machst?

Ich denke, wenn man nichts erwartet, kann man auch nicht enttäuscht werden. Ich wusste so gar nicht, wie mein Buch ankommen würde. Natürlich wünscht man sich viele Leser. Aber ich bin halt noch nicht so bekannt. Trotzdem sind es jetzt schon mehr Leute, als ich kenne. ;-) Von daher bin ich zufrieden. Ich sehe es als Hobby.

Leserfrage 4

Steffi: Hallöchen. Hast du bereits ein neues Projekt am Wickel oder konzentrierst du dich im Moment noch auf die „Promo“ deines Erstlingswerk?

Ich schreibe an „Corpus“, der Fortsetzung zu „Sanguis“. Diesmal mehr aus der Sicht der Werwölfe.

Leserfrage 5

Joyce: „Sanguis“ hat als Thematik Vampire. Wie kamst du darauf? Seit wann bist du an Vampiren interessiert, was waren deine ersten Kontakte mit der Thematik? Filme, Bücher?

Ich liebe „Interview mit einem Vampir“ als Film. Danach habe ich die Bücher von Anne Rice verschlungen. Ich denke, sie war der Auslöser dafür. Im Mai 2017 habe ich sogar im Stadttheater Ratingen an sieben Vorstellungen die Rolle des Prof. Abraham van Helsing im Musical „Dracula“ gespielt/gesungen. Mit einem semi-professionellen Verein aus Düsseldorf.

Leserfrage 6

Joyce: Liest du privat auch lieber Fantasy/Thriller oder kam es einfach nur so in deinen Kopf, diese Geschichte zu schreiben?

Die Geschichte kam von allein. Aber ich lese auch gerne Fantasy und Thriller. Anne Rice war ein wenig der Einfluss aus dem Fantasy-Bereich und Dan Brown bei Thriller.

Steffi: Siehst du dich eher rein im Fantasybereich oder möchtest du dich da nicht festlegen lassen?

Ich versuche, mehrere Bereiche zu kombinieren. „Sanguis“ ist ja nicht nur Fantasy. Wer es gelesen hat, wird vor allem gegen Ende merken, dass es sogar einige Dan Brown Momente hat (ohne, dass ich mich jetzt mit ihm vergleichen möchte). Wenn diese Projekte durch sind, kann ich mir auch vorstellen, in anderen Bereichen zu schreiben.

Leserfrage 7

Joyce: Plottest du vor oder hat sich ein Großteil der Geschichte erst beim Schreiben entwickelt?

Ich schreibe mir vorher auf, was ungefähr in welchem Kapitel vorkommen soll. Bei „Sanguis“ bin ich aber sehr oft davon abgewichen. Die Geschichte entwickelt sich ja oft doch anders und besser, als man es am Anfang vorhatte. Und das ist auch gut so. Bei Corpus passiert im Moment ähnliches.

Leserfrage 8

Nico: Gibt es ein Thema, über das du gerne schreiben würdest, dich aber noch nicht rangetraut hast?

Ui, das ist eine gute Frage. Da ich noch recht neu bin, habe ich im Prinzip noch alle möglichen Themen offen, über die ich schreiben könnte. Das mit dem Trauen … hmmm … Vielleicht tatsächlich das Lehrer-Schüler-Thema. Da ich selber Lehrer bin, könnte es evtl. Schwierigkeiten geben.

Julia: Lex, das wäre aus deiner Sicht allerdings mega interessant.

Vielleicht mache ich es ja irgendwann. ;-)

Leserfrage 9

Larillya: Hallo, wie machst du das mit dem Schreiben? Hast du bestimmte Zeiten? Rituale (Kaffee, Kuschelsocken ;-) ), hast du immer was dabei wo du dir Notizen machen kannst? Und schaltest du den Autor in dir aus wenn du auf oder in der Arbeit bist? Oder schießen dir da auch permanent die GUTEN oder nicht so guten Ideen durch dir Gehirnwindungen?

Ich plotte vor. Wenn ich dann ein Kapitel anfange, mache ich mir Notizen, was in dem Kapitel alles vorkommen soll. Sozusagen eine Checkliste. Beim Schreiben höre ich meistens düstere Filmmusik ohne Gesang, um in die Stimmung zu kommen. Vorm Schlafengehen denke ich oft an das nächste Kapitel. Da entstehen häufig dann kleine Details, die ich am nächsten Tag verarbeite. Bestimmte Zeiten gibt es bei mir tatsächlich. Abends, wenn mein Mann beim Tennis ist. Und das meiste entsteht auch in den Ferien.

Larillya: Dunkle Musik?

Im Moment höre ich dabei den Soundtrack zu der Serie „Penny Dreadful“.

Leserfrage 10

Diana: Wie sind deine Eltern mit deiner Homosexualität umgegangen? Hattest du da eine positive oder sehr negative Erfahrung?

Joyce: Da ich weiß, dass es nicht so gut war und das Verhältnis zum Vater angespannt ist und er irgendwie von deiner Veröffentlichung erfahren hat und gedroht hat, es bei deinem Job zu melden: Hat sich die Situation beruhigt? Bist du ihm zuvor gekommen und hast es deinem Chef erzählt, um eventuell meuternden Eltern vorzubeugen?

Meine Eltern haben leider nicht so gut reagiert. Wir sind Russlanddeutsche, also Spätaussiedler. Der Einfluss von Russland ist bei denen leider noch sehr stark. Ich hatte eine kleine Studentenwohnung schon, daher konnten sie mich leicht rausschmeißen. Zwischendurch dann doch Kontakt gehabt, aber seitdem sie nicht zur Hochzeit kommen wollten, ist es still. Mein Vater hat aber nichts mehr gemacht.

Diana: Ohjeh, klingt nach einer harten Zeit. :(

Der Kontakt ist vor vier Jahren abgebrochen. Die Zeit heilt alle Wunden.

Leserfrage 11

Joyce: Was darf bei dir beim Schreiben nicht fehlen? Musik? Bestimmte Getränke? Naschzeug?

Filmmusik, Wasser und sonst nix.

Leserfrage 12

Diana: Liest dein Mann deine Geschichten? Hat er Einfluss darauf?

Mein Mann liest unheimlich schnell und viel im Gay Romance Bereich. Meistens aber nur im Urlaub. „Sanguis“ hat er erst gelesen, als ich fertig war und hat es korrekturgelesen und seine Anmerkungen gemacht.

Leserfrage 13

Julia: Hallöchen! Bist du ein absoluter Allein-Schreiber oder könntest du dir auch eine Kooperation mit anderen Autoren vorstellen (z.B. einen gemeinsamen Roman mit einem Co-Autor)?

Als Lehrer bin ich es gewohnt, dass ich immer Recht habe. *scherz* Nein, ich denke, dass ich tatsächlich eher der Allein-Schreiber bin. Zumindest wüsste ich im Moment nicht, wie so eine Kooperation aussehen könnte. Da müsste schon jemand genauso abgedrehte Ideen haben wie ich. ^^

Leserfrage 14

Julia: Wie sieht dein perfekter Schreib-Tag aus? Zu welcher Uhrzeit bist du am produktivsten?

Wenn gerade Ferien sind, ich allein zu Hause bin und es schon dunkel draußen ist. Das fasst es, glaube ich, ganz gut zusammen. Ich schreibe an sich aber nicht viel am Stück.

Leserfrage 15

Diana Rothe Wie bist du mit deinem jetzigen Leben zufrieden?

Lex Aron Rees Die Kinder in der Schule könnten lieber sein. Dass ich zu meinen Eltern keinen Kontakt habe, ist zwar traurig, aber eher für sie als für mich. Ich habe viele gute Freunde und einen liebevollen Mann, dessen Familie mich super aufgenommen hat.

Leserfrage 16

Larillya: Wie, meinst du, würdest du reagieren, wenn ein plötzlicher Hype auf dein Buch entsteht? *einfach mal neugierig ist ;-) * Eher zurückziehen oder begeistert reinwerfen?!

Ich kenne das Gefühl, auf einer Bühne zu stehen. Schon in der Musikschule gab es immer Auftritte, später im Studium mit dem Musikzweig auch. Dann habe ich bei 4 Musicalprojekten eines Laien-Vereins aus Düsseldorf in Hauptrollen mitgewirkt. Es ist schon schön, wenn man am Ende die Reaktion des Publikums anhand des Applauses hört. So ähnlich ist es auch hier. Natürlich will jeder ganz viele Leser für seine Bücher. Ist nur die Frage, ob man dann mehr an die Öffentlichkeit tritt oder sozusagen weiterhin eher aus dem Hintergrund agiert.

Leserfrage 17

Lisa: Hab jetzt keine Frage, aber habe die Beschreibung von deinem Buch durchgelesen und werde es mir auf jeden Fall kaufen. Ich denk mal, dass es nicht einfach ist, das Schreiben, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Deswegen Hut ab dafür und ich hoffe für dich, dass deine Bücher gut ankommen.

Vielen lieben Dank. Ich hoffe, dass das Buch dir gefallen wird.

Lisa: Ich gebe dir dann gerne ein Feedback.

Die Sexszenen sind eher für Männer was. ;-)

Lisa: Okay ich bin gespannt. Ich lese ja zur Zeit eigentlich nur Gay Romance. Deswegen denke ich, bin ich schon einiges gewohnt, aber ich werde es ja dann erfahren und dir berichten.

Gay Romance ist da nicht immer so hart und realistisch. Hehe. Ich wollte aber bewusst eine spannende Story mit einem unzensierten Sex verbinden. Liest man einfach so gut wie nie.

Leserfrage 18

Diana: Wie sieht denn euer Sommerurlaub aus, wenn ich fragen darf? Ihr habt Kinder (klingt wunderbar). Klingt nach viel Aufregung im Alltag?

Kinder habe ich nur in der Schule. Mein Mann und ich wollen keine Kinder. Ich bin froh, wenn ich nach Hause komme und es hier ruhig ist. *lach* Ostern fahren wir jetzt Ski, im Sommer geht´s nach Krakau und im Herbst nach Fuerteventura. Also von allem etwas: Winter, Stadt, Strand.

Diana: Lach, und sicher sehr viel davon. Meine Schwiegermama ist Lehrerin, und ich kenne so viele niedliche, aber auch anstrengende Geschichten von ihr. Dein Beruf macht dir Spaß?

Ja, der Beruf macht mir nach wie vor Spaß. Aber es gibt natürlich immer wieder Momente, an denen man etwas verzweifelt. Und dann gibt es absolut herzerwärmende und bestätigende Augenblicke, die alles wieder vergessen lassen.

Leserfrage 19

Chrissy: Wovon lässt du dich beim Cover inspirieren?

Natürlich muss das Cover den Inhalt des Buches irgendwie widerspiegeln. Bei „Sanguis“ habe ich keine fertigen Bilder im Internet gekauft, sondern einfach Leute angeschrieben und gefragt, ob sie Lust hätten. So konnte ich genau das auf dem Cover sehen, was ich haben wollte. Und ich weiß, dass das Model zum Hauptcharakter passt. Außerdem sollte es in das Gesamtkonzept passen. Da es noch zwei Fortsetzungen geben wird, werden sie ähnliche Aufmachungen haben.

Leserfrage 20

Chrissy: Hast du Schriftsteller als Vorbild?

Anne Rice (aber da kommt man niemals ran) und Dan Brown.

Leserfrage 21

Kristina: Gehst du im privaten/beruflichen Umfeld offen mit deinem Autorendasein um?

Im Beruflichen nur so viel wie nötig, damit es genehmigt ist. Im privaten Umfeld wissen es eigentlich alle.

Leserfrage 22

Chrissy: Wenn dein Buch verfilmt werden würde, hast du bereits Schauspieler im Blick?

Ich glaube, ich würde junge „unverbrauchte“ Schauspieler nehmen. Spontan fällt mir nämlich keiner ein. Jannik Schürmann finde ich heiß. Er passt aber nicht so recht zur Beschreibung.

Leserfrage 23

Kristina: Hast du einen kleinen/großen Wunsch für das Jahr 2018?

Ja. Natürlich, dass „Corpus“ rechtzeitig fertig wird und es viele begeisterte Leser findet.

Kristina: Dann drücke ich dir dafür ganz fest die Daumen! :)

Dankeschön, liebe Kristina.

Leserfrage 24

Mieko: Für wann ist dein nächstes Buch geplant?

„Sanguis“ war 1.11.2017. Ich hoffe, dass „Corpus“ dann auch zum 1.11.2018 rauskommen kann.

Leser interviewen – Lex Aron Rees