Interview vom 13. Mai mit Corina Ponta, stellvertretend für die Dreamspinner Press. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Corina und Dreamspinner findet ihr auf Facebook englisch, Facebook deutsch und der offiziellen Website.

Das Interview

Vorstellung

Halli Hallo!

Mein Name ist Corina und ich bin der German Assistant Coordinator von Dreamspinner Press. Vor ungefähr vier Jahren habe ich als Proofreader für die deutschen Übersetzungen angefangen. Jetzt verwalte ich die sozialen Netzwerke, Gewinnspiele, Rezensionsexemplare für Blogger, usw. Außerdem biete ich diverse Hilfestellungen für die Leser an, wenn sie mal Fragen, Wünsche, usw. haben. Zur Not helfe ich natürlich weiterhin als Proofreader aus und bin für die Final Reads der älteren und mancher neuen Übersetzungen zuständig, die wir durchführen, bevor wir sie als Print veröffentlichen.

Hauptberuflich arbeite ich als Psychologin in einer WG für psychisch erkrankte Jugendliche, helfe somit den Autoren auch gerne bei Fragen zu psychischen Erkrankungen, Therapiemöglichkeiten, usw. aus.

Petra, meine bessere Hälfte bzw. der German Coordinator, ist für die Übersetzer und Proofreader zuständig, auch für die Auswahl jener. Außerdem für die Überprüfung, ob eine Übersetzung veröffentlichungstauglich ist oder noch mal überarbeitet gehört – sie ist sozusagen der Screener.

Ariel, Autorin bei Dreamspinner Press, und zuständig für den Bereich der Übersetzungen, ist hierbei unser direkter Ansprechpartner. Sie verwaltet nicht nur die deutschen Übersetzungen, sondern auch die französischen und italienischen.

Gegründet wurde Dreamspinner Press 2007 von Elizabeth North, nachdem sie ihren Schwager, der schwul ist, dabei beobachtete, als er eine Harlequin-Romanze las. Als sie mit ihm darüber sprach, meinte er, dass er lieber eine schöne Romanze mit heterosexuellen Protagonisten und einem Happy End liest als eine Geschichte mit schwulen Protagonisten, die an AIDS sterben, herumvögeln, Suizid begehen, usw. Da Elizabeth der Meinung ist, dass jeder ein Happy End verdient hat, kam ihr die Idee, einen Verlag zu gründen, der genau das den Lesern bereitstellt.

So, das wäre es mal im Großen und Ganzen. Und jetzt bin ich natürlich schon sehr gespannt auf eure Fragen. Ich hoffe, dass ich jede davon beantworten kann und wenn nicht, seid bitte nicht böse, aber ich werde natürlich nachfragen und euch ansonsten verspätet antworten. :)

Leserfrage 1

Chrissy: Wie kommst du von der Psychologie zu den Gay-Romanen?

Ich lese sehr viel und sehr gerne – es ist einfach ein Ausgleich für mich. Irgendwann bin ich bei FF.de dann mal über M/M-Fanfictions gestolpert und ich war total angefixt. Dann bin ich auch auf diverse Verlage aufmerksam geworden und hab mir die Bücher bestellt und verschlungen. Da ich aber sehr gerne auf Englisch lese, bin ich dann irgendwann auf englische Bücher umgestiegen bzw. ich lese mehr englische als deutsche Bücher, da die Auswahl einfach viel größer ist. :)

Leserfrage 2

Gabi: Hast Du Einblicke, nach welchen Kriterien bei DSP die Bücher ausgewählt werden, die ins Deutsche übersetzt werden? Besonders interessiert es mich, ob es einen Unterschied gibt zwischen dem, was in den USA erfolgreich ist und was bei den deutschen Leser/innen gut ankommt.

Savannah: Das Gleiche wollte ich gerade fragen. Deine Enter-Taste war schneller. :D

Am Anfang wurde vor allem danach ausgewählt, was sich in Amerika gut verkauft hat. Aber Zeit und Erfahrung haben gezeigt, dass diese Bücher sich nicht immer gut in Deutschland verkaufen. Ariel und Elizabeth versuchen daher, eine gute Mischung zu finden, sodass jedes oder fast jedes Genre bedient wird. Natürlich gibt es Autoren, die sich auf Anhieb sehr gut verkaufen, z. B. Andrew Grey, Mary Calmes, Kim Fielding. Von ihnen werden dann natürlich auch mehr Bücher übersetzt. Ebenso Genres, z. B. BDSM, Paranormal, Western.

Leserfrage 3

Chrissy: Darfst du was zu den neuesten Projekten/Titeln verraten?

Ja, ein bisschen darf ich verraten. Die Leser dürfen sich auf die deutschen Übersetzungen von „Faith and Fidelity“ von Tere Michaels, „Override“ von SJD Peterson, „The Imperfection of Swans“ von Brandon Witt, Teil 3 von Mary Calmes Gestaltwandlern (Honored Vow) und ihrer Marshals freuen. Und auf einige simultane Übersetzungen, das heißt, das englische Original und die deutsche Übersetzung erscheinen zeitgleich. :)

Leserfrage 4

Mieko:  Schreibst du auch selbst?

Leider nein. :) Mir würde a) einfach die Zeit dazu fehlen und b) ich denke, ich bin nicht kreativ genug für ein eigenes Buch. :)

Mieko: Ich kann mir nicht mal vorstellen, dass es Menschen ohne solche Kreativität gibt. An der Technik mag es mangeln, dafür gibt’s ja Lektoren – aber ein Leben ohne Geschichten im Kopf? Für mich unmöglich.

Gabi: Ich wüsste schon gerne, was für interessante Geschichten in Corinas Kopf so herumspuken und würde ihr Buch / ihre Bücher ganz bestimmt lesen. :-)

Wenn, dann vermutlich Bücher mit einer psychologischen Thematik im Hintergrund. Würde es auf jeden Fall mal sehr interessant finden, ein Buch im Gay-Genre zu lesen, in dem ein Protagonist mit einer dissoziativen Identitätsstörung lebt. :)

Leserfrage 5

Mandy: Ich liebe DSP, nur mein Konto nicht. ;) Aber mal interessant zu wissen, wie es dazu kam. Macht weiter so. <3

Dankeschön! <3 :)

Leserfrage 6

Chrissy: Welche Themen liest du selbst am liebsten?

Ich bin ein absoluter Liebhaber zeitgenössischer Romane, vor allem die Genres Western, Mystery / Crime und Angst haben es mir angetan. :) Ich lese auch total gerne Geschichten, die einen psychologischen Aspekt aufweisen, nur durch meinen Beruf bin ich da natürlich relativ wählerisch. :)

Leserfrage 7

Tat: Weißt Du schon was von „Mitten im Irgendwo“ – ob Teil 3 auf Deutsch bald rauskommt? Wir hatten mal drüber geschrieben. :)

Ein genaues Datum habe ich leider noch keines. :) Aber es kommt. ;-)

Leserfrage 8

Chrissy: MPreg erfreut sich ja offenbar gerade bei den englischen Büchern großer Beliebtheit. Kommen diese Bücher auch bei den deutschen Lesern gut an?

Ich denke nicht so gut wie im amerikanischen Bereich, aber ich hatte tatsächlich schon Anfragen, ob wir Geschichten mit dieser Thematik führen. Wobei wir, glaube ich, nur ein oder zwei im Sortiment haben. :)

Leserfrage 9

Sarah: Wie unterscheidet sich grob der deutsche und amerikanische Lesergeschmack?

Eigentlich gar nicht so sehr. Die bevorzugten Genres der deutschen Leser decken sich mit dem Geschmack der amerikanischen Leser. Also Mystery / Crime, Cowboys, Paranormal bzw. Gestaltwandler. Dadurch dass der amerikanische Markt aber viel größer ist, erwarten sie eine relativ hohe Qualität und sind teilweise wirklich extrem kritisch in ihren Bewertungen, weil einfach die Konkurrenz sehr groß ist. :)

Leserfrage 10

Chrissy: Hast du ein persönliches Lieblingsbuch?

Ja, mein absolutes Lieblingsbuch ist „Into This River I Drown“ von Tj Klune. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber das hat mich emotional so gefangen genommen und einfach nicht mehr losgelassen. Ein wirklich tolles und wundervolles Buch.

Leserfrage 11

Chrissy: Gibt es ein spezielles Thema, eine besondere Konstellation, über die du gerne mal etwas lesen möchtest?

Ja, ich würde gerne viel mehr über das Thema Asexualität lesen. Im amerikanischen Raum gibt es da etwas mehr Auswahl als im deutschen Raum, aber dennoch relativ wenig. Außerdem würde ich es spannend finden, mal eine Geschichte zu lesen, in der ein Protagonist mit einer dissoziativen Identitätsstörung lebt. :)

Leserfrage 12

Alexandra: Wie wird im Hause DSP eigentlich darüber entschieden, welche Bücher selbst übersetzt werden und bei welchen die Lizenz für eine Übersetzung an einen anderen Verlag geht?

Das ist eigentlich nicht wirklich kompliziert. Sollten wir ein Buch nicht schon fix in unserem Plan für die Übersetzungen aufgenommen haben (oder es ist bereits in Übersetzung), und ein anderer Verlag fragt um die Lizenz an, so ist die Chance sehr groß, dass man sich da mit DSP einigt. Sollte sich natürlich eine Serie mit einer anderen irgendwie verknüpfen oder überschneiden (z. B. die Marshall-Serie von Mary Calmes überschneidet sich mit ihrer „A Matter of Time“ Serie), so werden wir die Rechte eher behalten, wenn wir mit den Übersetzungen einer dieser Serien schon begonnen haben.

Leserfrage 13

Chrissy: Welchem der englischsprachigen Autoren bist du schon mal live begegnet?

Andrew Grey und Sue Brown. :) Beides sehr tolle und liebe Menschen.

Leserfrage 14

Sarah: Habt ihr feste Übersetzer? Wie lange dauert es, bis ein Buch übersetzt ist, sagen wir pro 100 Seiten?

Unsere Übersetzer arbeiten auf Vertragsbasis, aber wir haben einige, die schon ewig dabei sind. Die Dauer einer jeden Übersetzung ist individuell. Manche Übersetzer sind schneller, andere langsamer. Durchschnittlich kann man mit drei Monaten rechnen, wenn es ein ca. 250 – 300 Seiten langes Buch ist. Dann kommen die weiteren Schritte. Einen bis anderthalb Monate dauert dann das Editieren, einen Monat das Screenen, da wird das Buch nach der Korrektur noch mal von einem Screener auf Fehler überprüft. Dann dauert es ca. noch mal einen Monat, bis die Formatierung, das Cover, usw. fertig sind. Also kann man im Großen und Ganzen sagen, dass man für eine fertige Übersetzung gut sechs Monate braucht.

Leserfrage 15

Mieko: Auf welchen Messen kann man euch treffen?

Heuer waren wir auf der Leipziger Buchmesse. Nächstes Jahr sind wir wieder in Leipzig und vermutlich in Frankfurt. :)

Leserfrage 16

Alexandra: Weißt Du zufällig, ob sich Piper Vaughn und Kenzie Cade nochmal zusammentun werden, um das „Portland Pack“ fortzusetzen? Da sind im zweiten Teil ja doch ein paar Baustellen offen geblieben …

Puh, das kann ich dir leider nicht sagen, aber ich frage mal bei der Chefin nach, ob sie was weiß. :)

Alexandra: Oh, das wäre super! Danke!

Spät, aber doch. :) Die Chefin weiß leider auch nichts näheres. Sie meinte, bitte einfach mal bei den Autorinnen nachfragen, bei uns liegt noch nichts vor. [Stand 11. Juni]

Leserfrage 17

Elke: Ihr habt die Reihe „Bittersweet Dreams“ – Geschichten die nicht unbedingt ein Happy End haben, aber dennoch sehr stimmig (zumindest das was ich gelesen habe) mit einem runden Ende, das man gut so stehen lassen kann. Werden auch mal Bücher, die nicht typisch Mainstream sind, übersetzt? Beispiel: Die o.g. Serie oder dein Lieblingsbuch von TJ Klune?

Ab und zu versuchen wir es. „Gnomon“ von Luchia Dertien würde ich abseits von Mainstream einordnen, ebenso „Dunkle Schatten“ von Rhys Ford. Ich bin gerade dabei, der Chefin die „Ennek“-Trilogie von Kim Fielding schmackhaft zu machen. Die ist bei DSP Publications erschienen und auch eher weniger Mainstream. :) Also: Ich arbeite daran. :D

Leserfrage 18

Minelle: Bei dem vollen Terminkalender: hast du da noch Zeit für Hobbys, die nichts mit Büchern zu tun haben?

Elke: Da bist du mir jetzt zuvor gekommen. ;-) Ich wollte auch mal nach dem Zeitmanagement fragen, ich könnte da so einige Tipps gebrauchen. ;-)

Ich könnte jetzt lügen, aber die Wahrheit ist: sehr wenig. Ich versuche mir daher, zumindest zweimal im Monat Zeit zu nehmen, um was anderes zu tun. Zum Beispiel war ich dieses Wochenende bei Tanz der Vampire. Aber da muss ich mich teilweise wirklich zwingen, dass ich die Arbeit liegenlasse. :)

Leserfrage 19

Minelle: Schreibst du selber auch? Wenn ja, auch Gay Romance oder in einem ganz anderes Genre?

Nein, ich schreibe leider nicht selbst. :)

Leserfrage 20

Sarah: Es gibt ja Übersetzungen, die sehr nahe am Text sind und daher manchmal Gefahr laufen, sich für einen deutschen Leser holprig anzuhören. Und es gibt die eher sinngemäßen, freieren Übersetzungen. Was ist dir lieber?

Solange der Sinn noch derselbe ist, entscheide ich mich für die freieren Übersetzungen. Natürlich ist das nicht immer leicht – auf der einen Seite soll man den Stil des Autors beibehalten, auf der anderen Seite soll es im Deutschen gut klingen. Wenn dann noch Wortspiele dazukommen, die im Deutschen gar keinen Sinn ergeben würden, fängt ein Übersetzer sicherlich schon mal an zu schwitzen und muss seiner Kreativität freien Lauf lassen. Aber immer so, dass er die Geschichte nicht verändert.

Leserfrage 21

Elke: Wie muss man sich den Ablauf einer Übersetzung vorstellen (von der Entscheidung bis zum Endprodukt) und der jeweilige zeitliche Aufwand? Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch nicht ganz preiswert ist.

Wir planen die Übersetzungen meist schon ein Jahr im Voraus – wobei sich immer wieder mal Kleinigkeiten verändern oder mal ein Buch dazwischengeschoben wird. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass eine Übersetzung gut sechs Monate benötigt, bis alles fertig ist. Durchschnittlich braucht der Übersetzer drei Monate, um die Übersetzung fertigzustellen, danach wird diese editiert – das dauert auch noch mal einen bis anderthalb Monate. Danach kommt die überarbeitete Übersetzung zum Screener, der noch mal die Übersetzung auf Fehler usw. kontrolliert. Sollte dieser der Meinung sein, dass die Übersetzung nicht veröffentlichungstauglich ist, muss der Übersetzer diese noch mal überarbeiten. Danach braucht es noch mal einen Monat, bis E-Book und Taschenbuch fertig formatiert sind, das Cover fertig ist, usw.

Leserfrage 22

Alexandra: Schaut Ihr Euch – rein Interesse halber – eigentlich auch die DSP-Lizenzübersetzungen anderer Verlage an, um einen Vergleich zu haben, wie das dort gehandhabt wird?

Ich kann nicht für meine Kollegen sprechen, aber ja, ich mache das durchaus. Ich bin da auf jeden Fall neugierig.

Leserfrage 23

Alexandra: Wie ist Euer Kontakt mit anderen Verlagen, die DSP-Übersetzungen machen? Betrachtet Ihr die eher als Kollegen oder eher als „Konkurrenten“?

Wir sehen die anderen Verlage eher als Kollegen an, vor allem da wir natürlich auch an den Lizenzen mitverdienen. Aber ich denke, das Genre hat genug Leser für alle, sodass man jedem seinen Erfolg gönnen kann. Immerhin ist dieser verdient. :)

Leserfrage 24

Minelle: Du musst da ganz schön viele Dinge unter einen Hut bringen! Kommst du dabei auch mal durcheinander?

Ich bin im Privaten sehr chaotisch, aber beruflich perfektionistisch und gut organisiert, bzw. ihr solltet mal meine Post-its sehen, die überall verteilt sind. :D Aber ohne Listen und Co. würde ich wohl total überfordert sein und so gut wie die Hälfte vergessen. Passiert zwar ab und zu trotzdem, dass ich mal was vergesse, aber es kommt relativ selten vor. :)

Leserfrage 25

Chrissy: Gibt es für dich als Leser auch ein No-Go-Thema?

Ja, gibt es. Zum Beispiel, wenn man einen Missbrauch oder eine Vergewaltigung oder so was mit Sex heilt, oder besser noch, wenn sich der Protagonist in den Peiniger verliebt. Das ist für mich ein Stockholm Syndrom und da geht mir die Hutschnur hoch. Ich kann auch überhaupt nichts mit Folter anfangen, vor allem wenn sie ausgeschrieben wird. Ich erlebe in der Arbeit so viele traumatische Ereignisse, dann brauche ich das nicht noch in meiner Freizeit. :)

Leserfrage 26

Alexandra: Oh, saugute Frage von Chrissy! Da frage ich doch gleich mal in ähnliche Richtung: Gibt es für Euch als Verlag auch ein NoGo-Thema, das Ihr nicht rausbringen würdet?

Wir haben auf unserer Seite eine Editorial Policies, wo die Punkte aufgeführt werden, die wir nicht publizieren. Darunter Bestiality, sprich, dass ein Protagonist Sex mit einem Tier hat, Inzest, Pädophilie, Vergewaltigung (wenn diese mit einem positiven Unterton beschrieben wird oder wo der Vergewaltigte sich in den Peiniger verliebt).

Leserfrage 27

Ray: Es ist ja allgemein bekannt, dass die Buchmärkte sich von Land zu Land unterscheiden. Was sind denn, deiner Meinung nach – und im Bezug aufs Genre GayRomance -, die größten Unterschiede? Gibt es Themen, die im Deutschen gar nicht gerne gelesen werden?

Die Genres Mystery, Cowboys, BDSM und Paranormal (Gestaltwandler) verkaufen sich im deutschen Bereich sehr gut. Historische Geschichten, sowie SciFi – mit wenig Romance-Anteil, eher weniger. Was ich persönlich beobachten konnte, ist, dass im amerikanischen Bereich Sad Ends und offene Enden auch schlecht ankommen, im deutschen Bereich wird es noch eher akzeptiert. Gerade unsere „Bittersweet Dreams“-Reihe, in der eben eher solche Sad Ends vorkommen, verkaufen sich daher im amerikanischen Bereich eher mäßig.

Leserfrage 28

Minelle: Schließe mich meinen Vorschreibern an: Wo stehen deutsche Autoren so im amerikanischen Markt?

Der amerikanische Markt ist ziemlich gesättigt, weil die Auswahl an Geschichten einfach riesig ist. Dementsprechend schwer ist es, am amerikanischen Markt Fuß zu fassen. Vor allem muss die Übersetzung einfach passen und sollte definitiv von einen Native Speaker gemacht werden oder von einem deutschen Autor, der seine Geschichten auf Englisch schreibt. Natürlich braucht es dann auch einen Lektor. Wir haben sogar einige deutsche Autoren bei DSP unter Vertrag, die ihre Bücher auf Englisch schreiben. Ich persönlich sehe es als sehr schwierig an, ohne bekannten Verlag in Amerika Fuß zu fassen.

Leserfrage 29

Ray: Um an Minelle Chevaliers Frage anzuknüpfen: Der englischsprachige Markt ist ja um Einiges größer – ergibt es da rein theoretisch Sinn, deutschsprachige Bücher zu übersetzen?

Ich kann jetzt nur von meinen persönlichen Einschätzungen und Erfahrungen sprechen. Wir haben einige deutsche Autoren unter Vertrag, die englische Bücher schreiben und bei DSP veröffentlichen, z. B. Feliz Faber, J. Fally, Star Noble, usw. Ohne eine wirklich gute Übersetzung (sprich Nativ Speaker oder jemanden, der selbst Bücher auf Englisch schreibt) und ohne bekannten Verlag ist es relativ schwierig, in Amerika Fuß zu fassen. Deren Markt ist um ein vielfaches größer als der deutsche Markt und da aufzufallen ist doch nicht leicht.

PS: Aber sollte jemand von den deutschen Autoren mit dem Gedanken spielen ein Buch selbst zu übersetzen, übersetzen zu lassen oder selbst auf Englisch zu schreiben, die englischen Manuskripte könnt ihr bei DSP gerne einreichen.

Schlusswort

Ich sage vielen Dank und hatte sehr viel Spaß! :) Sollten noch Fragen oder Sonstiges aufkommen, könnt ihr mich gerne anschreiben. :)

Leser interviewen – Corina Ponta (Dreamspinner Press)