Interview vom 22. April mit Alexa Lor. Das Interview fand in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für alle“ statt, guckt gerne sonntags zwischen 18.00 – 19.00 vorbei, wenn ihr selber mal Fragen stellen möchtet.

Alexa findet ihr auf ihrer Facebookseite.

Das Interview

Autorenvorstellung

Hallo!

Ich soll mich hier kurz vorstellen – und wie immer bei solchen Gelegenheiten, stehe ich vor zwei Problemen:

1. Kurz ist einfach nicht meine Stärke. :D  :D :D

2. Weiß ich nicht, was ich sagen soll.

Die meisten von Euch dürften inzwischen mitbekommen haben, dass ich unter dem „Pseudonym“ Alexa Lor schreibe. Wobei Pseudonym ja gar nicht wirklich stimmt. Es ist viel eher die schlichte Abkürzung meines Realnamens.

Elf Bücher und drei Kurzgeschichten in Anthologien gehen inzwischen auf mein Konto. Die KGs sind alle gay, von den Büchern sind fünf im Gaybereich angesiedelt. Tendenz steigend. Wobei ich immer beides schreiben werde (also sowohl gay wie auch straight), denn ich komme ursprünglich aus der Hetero-Ecke und habe nicht vor, dieser dauerhaft den Rücken zu kehren.

Wer meine Bücher kennt, weiß, dass ich’s dramatisch mag. Oder, wie ich es heute erst irgendwo in einem Kommentar gesagt habe: Ich gehöre eher zur Grapefruitfraktion, weniger zur Abteilung Orange. Meine letzte Veröffentlichung „Alte Schatten: Dennis“ ist dafür wohl das beste Beispiel. Zuckerguss liegt mir nicht. Den lese ich zuweilen zwar ganz gerne auch mal und eine süße Geschichte zu übersetzen macht unglaublich viel Spaß, aber selbst schreiben? Näh. ;)

Momentan steht von mir Sanguineum 1 in den Startlöchern. Der erste Teil einer Trilogie, die ich bereits 2009 geschrieben habe, aus dem Bereich Urban Fantasy (es geht um Vampire), die beides beinhaltet: hetero- und homosexuelle Liebe. Weil meine Vampire bei der Liebe und beim Sex keinerlei Unterschiede zwischen gemischtgeschlechtlich oder gleichgeschlechtlich machen. Die sind sozusagen alle bi – wobei das nicht das Thema der Story ist. Im ersten Teil, das gebe ich unumwunden zu, ist der Anteil straight noch etwas höher, das wird sich in den Folgeteilen aber ändern.

Im Augenblick ist Sanguineum gerade bei meinen Gammas. Der Coverartistin raucht vermutlich auch schon der Kopf. Ich hoffe also, dieses Buch Ende Mai / Anfang Juni veröffentlichen zu können. [Anm. Kristina: „Fürst der Naschar (Sanguineum 1)“ ist am 30.05. erschienen.]

Mehr wüsste ich jetzt im Augenblick nicht zu erzählen, weil ich ja auch gar nicht weiß, was Euch wirklich interessiert. Insofern bin ich schon sehr gespannt auf Eure Fragen.

Ich freu mich drauf und hoffe, wir haben eine gute Zeit miteinander!

Alexa

Leserfrage 1

Elke: Hallo Alexa. ;-) Liegt dir eines deiner Bücher besonders am Herzen? Wenn ja, warum? Dass in jedem Buch dein Herzblut steckt ist mir klar.

Eigentlich immer das, woran ich gerade arbeite. Von der Story her aber eindeutig Dennis!

Leserfrage 2

Andrea: Wo spielt deine Vampir-Urban-Fantasy „Sanguineum“?

In der ersten Hälfte des ersten Bandes hauptsächlich in Prag. Danach dann im von mir erdachten Land der Vampire.

Andrea: Wow, ist das dann eine Art Parallelwelt zu unserer oder haben die ein bestehendes Land erobert?

Nein, Du hast recht, es ist eine Art Parallelwelt, die von dieser hier durch sogenannte Portale (auf jedem Kontinent gibt’s eins) betreten werden kann.

Leserfrage 3

Elke: Was steht nach Sanguineum bei dir auf dem Programm? Oder steht das noch nicht fest?

Momentan arbeite ich ja gerade am Abschlussteil meiner „Jäger-der-Dessla“-Reihe. Und danach setze ich mich dann vermutlich an „Alte Schatten: Liam“

Leserfrage 4

Steffi: Hallo. Ich kenne noch keins deiner Bücher da ich ausschließlich Gay lese. Welches würdest du mir empfehlen?

Natürlich alle fünf, die es im Bereich Gay von mir bis dato gibt. Aber wenn Du etwas „harmloser“ anfangen möchtest, machst Du mit dem „Geliebten“ sicher nichts verkehrt – es sei denn, Du magst Urban Fantasy nicht. ;)

Leserfrage 5

Cor: Ich lese sowohl deine Gay-Romane und auch deine Hetero-Bücher. Ich finde sie alle toll und leide jedes Mal mit. Meine Frage an dich: Es soll noch einen Teil der Desslaner geben. Kannst du da schon Genaueres sagen?

Danke, das freut mich! <3 Ja, mit diesem Teil habe ich gestern angefangen. :) Was ich dazu im Moment sagen möchte, ist, dass es um zwei Figuren geht, die Du aus vorherigen Teilen schon kennst. Und dass das definitiv den Krieg beenden wird!

Cor: Oh das freut mich zu hören. Ich bin schon gespannt, wer da das Paar wird. Ich rätsle da ein wenig. Bzw. habe ich mir so meine Gedanken gemacht. Mal sehen, ob ich damit richtig liege. :)

Naja, gar so viele kommen da ja nicht in Betracht … ;)

Cor: Und schaust du auch ab und zu bei den Bad Boys vorbei?

Oh ja. Natürlich. Keenan und Damian scharren durchaus schon mit den Hufen.

Leserfrage 6

Elke: Ich habe ja dein neues Arbeitszimmer schon gesehen. Was steht oder läuft immer bei dir, wenn du schreibst?

Naja, momentan schreibe ich ja eher auf der Terrasse, weil sich das wettertechnisch einfach anbietet. Was an beiden Orten niemals fehlen darf, ist eine Kanne Kaffee und ein Bild von meinem Mann! Ansonsten höre ich draußen keine Musik. Im Arbeitszimmer läuft beim Schreiben meistens Hard and Heavy (eher heavy).

Leserfrage 7

Elke: Kommst du neben deinem Beruf und dem Schreiben überhaupt noch selbst zum Lesen? Wenn ja, was liest du da bevorzugt?

Leider eher selten. Momentan habe ich den Autor Erik Kellen für mich entdeckt. Der schreibt viel Fantasy und macht das richtig gut! Bei den Gayautoren liebe ich die Bücher von Jobst [Mahrenholz] und von Kat [Marcuse].

Leserfrage 8

Elke: Lässt du dich von anderen in deinem Thema oder Stil beeinflussen?

Bei Thema und Stil eher nicht. Beim Plot an sich haben meine Betas (naja, eigentlich sind sie ja Alphas) durchaus ein gewisses Mitspracherecht.

Leserfrage 9

Diana: Liest denn deine Familie deine Geschichten?

Ja, tut sie. Vielleicht nicht alle, aber doch ein paar. Ob sie ihnen auch gefallen – müsstest Du meine Familie fragen! :D

Leserfrage 10

Diana: Wie lange schreibst du denn schon genau?

Seit ich einen Stift halten kann. Die erste Geschichte in Romanlänge entstand im Jahr 1998, wird das Licht der Buchwelt aber wohl nicht erblicken.

Diana: Aus welchem Grund nicht?

Weil die Geschichten zwischen, sagen wir 1998 und 2000, eigentlich nur Fingerübungen sind. Wenn ich von der Zeitreisegeschichte jetzt mal absehe. Das würde einfach zu umfangreich sein, das zu überarbeiten – da schreibe ich es wahrscheinlich schneller nochmal neu.

Leserfrage 11

Cor: Wann kommen dir die Ideen? Und wie baust du ein Buch auf? Machst du dir erst Zettel über Kapitelzahl und Wörter? Oder wie bestimmst du die Handlung?

Zu allen möglichen Gelegenheiten. Manchmal beobachte ich einfach nur irgendwas und daraus entsteht dann eine Idee. Manchmal ist es ein Satz, den jemand zu mir sagt. Das ist ganz unterschiedlich. Ich bestimme die Handlung gar nicht. Die Handlung bestimmt mein Schreiben. Klar, ein ganz grobes Konzept hab ich schon im Kopf, aber das meiste entsteht wirklich während des Schreibprozesses.

Leserfrage 12

Elke: Gibt es eine Tageszeit, an der es besonders gut beim Schreiben klappt?

Früher war das nachts. Mittlerweile ist die Tageszeit nicht mehr wichtig.

Leserfrage 13

Gabriele: Schreibst du deine Geschichten chronologisch oder durcheinander?

Ausschließlich chronologisch. Durcheinander kann ich gar nicht.

Leserfrage 14

Jessica: Wie bist du denn zum Schreiben gekommen oder hast es für dich entdeckt?

Ich hab schon immer Geschichten erzählt. Schon im Kindergarten. In der Schule hab ich alles, was ich nicht gleich verstanden habe, in den Kontext einer Geschichte gesetzt, um es mir begreiflicher zu machen. Ja, und daraus wurde dann meine Fantasiewelt, aus der ich jetzt irgendwie nicht mehr rauskomme … LOL.

Leserfrage 15

Sandra: Schreibst du lieber Gay oder Hetero?

Ich schreib beides gleich gern.

Leserfrage 16

Elke: Was ist dein Ausgleich zum Beruf und Schreiben?

I, J, K … :*

Leserfrage 17

Sandra: Gibt es eine Tageszeit, zu der du am Kreativsten bist?

Hab ich weiter oben schon gesagt: früher nachts, mittlerweile ist es egal.

Leserfrage 18

Elke: Wie unterscheiden sich die Geschichten bei dir im Bereich Gay und Hetero?

Du meinst, vom Sex mal abgesehen? Naja, es gibt Themen, die gehen im Heterobereich nicht, z. B. Homophobie. Und andersrum gehen Themen im Gaybereich nicht, z. B. Schwangerschaft (bin kein Freund von MPreg!) Ansonsten geht es in beiden um Liebe – und da gibt es wohl eher keinen Unterschied!

Leserfrage 19

Cor: Brauchst du zwischen den Büchern eine Pause? Wie entspannst du dich?

Ja, eine Pause brauch ich durchaus. Die ist aber nicht immer gleich lang. Je nachdem, wie lange es dauert, bis sich die bisherigen Protagonisten verabschieden und die neuen mit mir sprechen. Am besten entspanne ich mich tatsächlich beim Schlafen. :D Ansonsten, ab jetzt sozusagen, bei der Gartenarbeit.

Leserfrage 20

Miamo: Tee oder Kaffee?

Unter tags, bis ca. 18/19 Uhr Kaffee, danach dann Lupi. Tee ist was für die kalte Jahreszeit und wenn ich nicht schreibe.

Leserfrage 21

Miamo: Eine einsame Insel, du und wer noch?

Politcally correct mein Ehemann natürlich! Ansonsten, ja, gäb’s schon die eine oder andere Sahneschnitte …. *räusper* Okay, das vertiefen wir jetzt besser nicht! Die Gedanken sind frei – und die Fantasie ebenfalls. Solange es dabei bleibt …

Leserfrage 22

Jessica: Kopf oder Herz?

Kommt drauf an. Aber eher Herz (und Bauch) mit kleinem Realitätscheck durch den Kopf.

Leserfrage 23

Diana: Hast du einen eigenen Liebling von deinen Geschichten?

Mein Herz hängt sehr an den „Schatten“. Weil es mir wichtig war, diese Geschichte zu erzählen. Als „Liebling“ würd ich das jetzt aber nicht unbedingt bezeichnen. Ich liebe alle meine Geschichten. Sie sind meine Babys. Und, wie jede Mutter, möchte ich mich nicht für bzw. gegen eins meiner Kinder entscheiden wollen.

Leserfrage 24

Diana: Hast du einen Lieblingsort zum Schreiben?

Bei schönem Wetter unbedingt meine Terrasse – auf der ich gerade auch sitze.

Leserfrage 25

Cor: Sollte mal bei meinem Budget etwas übrig bleiben, kann ich dann Bücher bei dir direkt bestellen?

Ich habe selbst keinen Shop, also eher keine direkte Bestellung möglich. Zehn von den bisher elf Büchern sind ja auch via Verlag erschienen – und wenn es z. B. um signierte Prints ginge, kann man da bestimmt was machen.

Leserfrage 26

Mieko: Auf welchen Messen kann man dich treffen und kennenlernen?

Gay Book Fair und Buch Berlin auf jeden Fall. LBM höchstwahrscheinlich.

Leserfrage 27

Mieko: Gibt es einen Schriftsteller, den du bewunderst oder dessen Stil dich inspiriert?

Ich bewundere jeden Schriftsteller – den einen mehr, den anderen weniger. Stilmäßig inspiriert hat mich definitiv JR Ward – wie man bei den Dessla auch sehr gut erkennen kann.

Leserfrage 28

Elke: MPreg und über was würdest du noch eher ungern (nie sagt man ja nicht) schreiben?

BDSM ist auch nicht wirklich meins, das überlasse ich gerne den Autoren, die sich damit auskennen. Und Rape. Nee, geht gar nicht. Also, ich meine jetzt dieses „und hinterher lieben sie sich doch“. Das ist einfach nur …

Leserfrage 29

Mieko: Welches deiner Buch würdest du jemandem empfehlen, der noch nichts von dir kennt?

Das hängt davon ab, was derjenige gerne lesen möchte.

Schlusswort

Alexandra Lorenz Hui. Das ging jetzt aber schnell.

Ja, danke an alle, die mich gelöchert haben. Hat Spaß gemacht! :*

Leser interviewen – Alexa Lor