MeisterdiebeMein zweites Buch von Tanja Rast hat nun den Weg in meinen Blog gefunden. An der Stelle möchte ich mich ganz herzlich für das Rezensionsexemplar bedanken und auch dafür, über spannende Buchprojekte auf dem Laufen gehalten zu werden.

Einen Krieger mit Wundbrand haben wir hier leider nicht, dafür aber einen Elf – einen vorwitzigen noch dazu. Ich würde ja sagen, dass das fast genauso gut ist. Jedenfalls war ich gespannt, wie sich ein elsternder Priester und ein langfingriger Schausteller miteinander verstehen würden. Nachfolgend könnt ihr lesen, was mein Eindruck dazu war.

Allgemeines zum Buch

Das Buch erschien Anfang April und wurde, wie seine Vorgänger auch, von Tanja Rast in Eigenregie herausgegeben. Neben dem Genre Romance kann es der Gattung Fantasy zugeordnet werden. Die Geschichte ist ungefähr 218 Seiten stark.

Inhalt und Rezension

Sian ist ein Priester. Allerdings kein gewöhnlicher. Neben deutlich besseren körperlichen Attributen ist er auch ein Kleptomane. Die Arbeit für die Königsmutter hilft ihm, seine verbotene Leidenschaft auszuleben. Bis ihm eines Tages der verletzte Yoreq in die Arme läuft, der offenbar gerade beim Versuch des Diebstahls, an seinem auserwählten Objekt, erwischt worden war. Sian hilft und schützt ihn vor dem Zugriff seiner Häscher. Und so kommt es, dass er und Yoreq sich im Verlauf eine kleine Schlacht um den teuren Stein liefern, aber auch eine um ihre Herzen. Wer den Edelstein am Ende in den Händen hält, wird allerdings entscheiden, ob die zwei auf eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes zusteuern.

Sian und Yoreq sind wie Feuer und Wasser, wobei sie diesem Reiz der Gegensätzlichkeit schnell erliegen. Ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, die Faszination für den jeweils anderen ist schon von Beginn an spürbar. Die Erzählperspektiven, die kapitelweise wechseln, unterstützen diesen Eindruck und lassen die Annäherung glaubhaft erscheinen. Das Ganze macht nicht nur mir als Leser Spaß, sondern auch den Protagonisten – und zwischen den Zeilen kann man die nicht sehr gewagte Vermutung anstellen, dass die Autorin ebenfalls ihre helle Freude mit den beiden hatte.

Bei den Fantasyanteilen hatte ich ein paar kleinere Schwierigkeiten mitzukommen, vor allem gegen Ende. Auf der einen Seite fand ich es gut, dass nichts erklärt worden ist und sich die Welt zusammen mit den Protagonisten öffnet. Auf der anderen ist es, aufgrund der Kürze der Geschichte und der sich schnell vorwärts bewegenden Handlung, nicht so leicht, die Bilder vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Es braucht definitiv einen wachen Kopf, um trotz allem mithalten zu können. Wenn das gelingt, bietet das Setting eine sehr interessante Grundlage, auf der sich die zwei Helden bewegen. Das Bärenfell vor dem Kamin bleibt aber unbedingt mein liebstes Erinnerungsstück.

Sprachlich werdet ihr viel Wortwitz finden, ungezwungene Konversation und einen flüssigen Handlungsstrang. An mancher Stelle hätte das Miteinander weiter ausgebaut, bzw. die emotionale Ebene vertieft sein können. Sie sind einfach toll zusammen und darum wäre ich gerne tiefer eingestiegen. Auf der Haben Seite kann man aber argumentieren, dass es flott bleibt und sich keine Längen einschleichen.

Fazit: Eine witzige Geschichte, mit einem schönen Tempo und, trotz aller Stiebitzereien, liebenswerten Charakteren. Warum beide so gut zusammenpassen, ist mir am Ende jedenfalls ganz klar geworden.

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Autoreninformation/-kontakt

Um mehr über Tanja zu erfahren, könnt ihr sie gern auf ihrer Internetseite besuchen: www.tanja-rast.de.

꙳Meisterdiebe꙳ – Tanja Rast