꙳Herzfrequenz Vol. 3: Kilian & Nico꙳ – Elisa Schwarz und Lena M. Brand

Herzfrequenz3Es ist eine kleine Idee her, dass ich den Vorgängerband vorgestellt habe. Seit dem habe ich auf den dritten Teil der Serie gewartet, weil Kilian (neben Liam aus dem ersten Teil) schon recht früh einer meiner Lieblingsprotagonisten war. Seine Geschichte und vor allem der Weg in sein eigenes Glück, das ich ihm gewünscht habe, lag mir am Herzen. Wie üblich möchte ich euch aber nicht den Hinweis vorenthalten, dass ich ein Rezensionsexemplar erhalten habe. Vielen Dank noch einmal an die Mädels.

Allgemeines zum Buch

Es erschien am 04.03.18 im dead soft Verlag und umfasst ca. 500 Seiten. Wir bewegen uns hier wieder im Genre Gay Romance, was als Disclaimer ausreichen sollte. ;)

Inhalt und Rezension

Kilian ist ja gewissermaßen das „Sorgenkind“ der Clique und trotzdem hat er mich von Beginn an begeistern können. Das Erwachsenwerden steht ihm gut, nur ist das Leben eben manchmal noch etwas zu kompliziert für ihn. Oder die Personen darin. Allen voran Nico, den er aus einer brenzligen Situation rettet und der ihm besser gefällt als er sollte. Er ist nicht nur deutlich zu jung, sondern noch schlimmer, der Sohn seines Steuerberaters, der absolut nicht gut auf Kilian zu sprechen ist. Trotzdem gelingt es keinem von beiden, sich voneinander fernzuhalten.

Der Einstieg in die Geschichte selber gefiel mir von allen Teilen am besten, da er durch den recht dramatischen Beginn gestützt wird. Bis auf einen kurzen Ist-Zustand der Protagonisten, aus dem schon eine kleine Vorahnung entsteht, wurde ich als Leser gleich in diese emotionale Situation geschickt.

Was vielversprechend beginnt, flacht in meinen Augen recht schnell ab. Im Fokus der Handlung stehen vor allem die Probleme eines Achtzehnjährigen, der nicht nur durch sein wirklich sehr pubertäres Verhalten meine Nerven strapaziert hat, sondern durch sein Nichtreflektieren von Situationen. Er ist dahingehend konsequent gezeichnet, bleibt sich also treu, ich selber kann mit so einem Verhalten aber nur schwer umgehen (egal ob in der Realität oder bei einem Buchcharakter), auch wenn ich dazu sagen muss, dass er, die Dinge aus der Vergangenheit mitbetrachtend, in sich nicht völlig unlogisch ist. Erschwerend kommt für mich aber hinzu, dass die Personen um Nico herum da ebenfalls reinfüttern und Kilian einige Male völlig unverständlich zum „Bösen“ erklärt wird. Der Grund, warum ich damit so meine Schwierigkeiten habe, liegt vor allem darin begründet, dass es dem Handlungskonzept vom zweiten Teil zu ähnlich ist, nur mit dem Unterschied, dass die Protagonisten nicht die Qualität der Beziehungsprobleme aus den Vorgängerteilen haben. Daraus ergibt sich bei mir ein Gefühl von konstruiertem Drama, das ich nicht verstehen und nachvollziehen kann.

Der zweite, wesentliche Grund, warum ich schwer mit der Geschichte warm geworden bin, ist das Fehlen von echten Emotionen zwischen Kilian und Nico. Man findet sich heiß und passt sozusagen ins gegenseitige Beuteschema, aber warum sich eine Beziehung entwickeln sollte, kann ich auf der Gefühlsebene nicht beantworten, eher schon mit den nüchternen Tatsachen, dass es gerade ganz gut gepasst hat. Der eine hat weniger Zeit, um so ausschweifend weiterzumachen, wie bisher und der andere braucht neben einem erfüllten Sexualleben auch Sicherheit. Da spüre ich keine Chemie, kein Knistern, keine tiefe Verbindung. Dazu kam dann noch das anstrengende Verhalten von Nico. Es gab zwei Situationen, in denen ich pausieren musste, weil es mich echt geärgert hat. Aber wie oben schon erwähnt, habe ich damit auch ein persönliches Problem.

Zurück zu Positivem: Kilian leistet sich zwar getreu seinem Charakter wieder ein paar Aussetzer, alles in allem hat mir die Entwicklung aber gut gefallen. Das Abflachen der alten Gefühle, das aufkommende Gefühl von Verantwortung, aber auch die Unsicherheit und Verwirrung finde ich glaubhaft und seiner Situation angemessen.

Trotzdem wäre ich vermutlich enttäuscht aus der Geschichte herausgegangen, wenn das Ende nicht noch aufgeholt hätte. Nachdem all das (mehr oder weniger) notwendige Drama beiseitegeschafft worden ist, kommt das, was ich mir vorher schon gewünscht hätte: Kontrast, aber auch Annäherung, Verständnis, echte Verletzlichkeit, ehrliche Freude. Diese Art zueinanderfinden habe ich beiden abnehmen können und darum finde ich es besonders schade, dass vorher so viele, nicht einmal entscheidende Nebenbaustellen aufgemacht werden, um Spannung zu kreieren. Aus meiner Sicht haben die Charaktere das gar nicht nötig. Die Echtheit kommt erst danach.

Fazit: Am Ende sind die beiden Hauptcharaktere, einzeln betrachtet, völlig in Ordnung, glaubhaft und in ihren Problemen außerhalb der Beziehung hochemotional. Wäre ich nicht von einem Liebesroman ausgegangen, hätte ich das Buch sicherlich anders betrachten können. Denn für sich genommen, sind die Entwicklungen der Protagonisten gut ausgearbeitet. Was mir fehlt, war der nach innen, in die Beziehung gerichtete Blick. Aus diesem Grund bin ich eher zwiegespalten. Es ist per se kein schlechtes Buch, nur eines, an das ich andere Erwartungen hatte, vor allem, was den Fokus der Handlung und die Tiefe der gegenseitigen Gefühle der Protagonisten angeht. An das Feuer und die Leidenschaft der Vorgänger kommt dieser Teil nicht heran.

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Autoreninformation/-kontakt

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