꙳Klosterschatz꙳ – Tanja Rast

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©Sylvia Ludwig, Olly/Shutterstock

Oder auch: Krieger mit Wundbrand. Diesen Titel gibt es natürlich nicht wirklich, nur gab es vor kurzer Zeit ein kleines Missverständnis bei der Frage nach Buchempfehlungen und ich nahm an, dass es sich dabei um eine sehr interessante Buchbenennung handeln würde. Ich wurde noch rechtzeitig aufgeklärt und die Autorin hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar überlassen. 

Es ist schon ein kleines Weilchen her, dass ich ein Werk aus dem Genre Fantasy gelesen habe, ihr wisst ja, dass ich mich immer ein wenig dabei anstelle, aber ich war sehr neugierig und wollte natürlich wissen, was es mit dem „Krieger mit Wundbrand“ so auf sich hat. 

Eine kleine Anmerkung zum Cover möchte ich ausnahmsweise gleich vorwegschicken: Auch wenn es der nette Kerl vermuten lassen würde, zeichnet sich das Buch inhaltlich vor allem durch den Interpretations- und Fantasiespielraum für den Leser aus und weiß damit zu überzeugen und nicht mit körperlichen Attributen.

Allgemeines zum Buch

Das Buch erschien am 15. Juli 2017 und wurde von Tanja Rast eigenständig herausgebracht. Es ist den Genres Fantasy und Gay Romance zuzuordnen und umfasst 226 Printseiten.

Inhalt und Rezension

Torik wird als Rebell schwer verwundet und steht auf der Schwelle zum Tod. Nonnen, die kurz nach ihm gefangen genommen werden, tun alles, um ihm zu helfen, damit das aber nicht umsonst geschieht, müssten die Wärter praktischerweise unschädlich gemacht werden. Wie gut, dass sich auch Livan in der Gegend aufhält. Dieser hat zwar nur eine Schaufel, dafür aber eine menge Mumm und den unbedingten Willen, den Gefangenen zu helfen. Noch im Fieberwahn macht Torik Livan ein eindeutiges Angebot, welches letzterer in Anbetracht der Umstände vorerst ablehnen muss. Auf ihrer weiteren Reise und bei dem Versuch, das Land von den Eroberern zu befreien, kommen sie sich aber immer näher. Wenn da nur nicht die vielen Gefahren wären und eine Dummheit von Livan, die Torik nicht gefallen dürfte …

Der Beginn ist spannend und spritzig, die Autorin wirft den Leser ohne viel Federlesen in die Geschichte. Das macht den Einstieg sehr leicht und hilft auch darüber hinweg, dass die Welt erst einmal noch fremd und unbekannt ist (das ist mein erstes Buch aus dieser Serie).

Das erste Aufeinandertreffen von Torik und Livan hat mir ein Leseerlebnis beschert, das ich nicht so schnell vergessen werde. Die Autorin hat wirklich ein sehr gutes Gespür für Situationen, die skurril und unfassbar witzig sind, ohne gezwungen lustig sein zu wollen.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Entwicklung der beiden Hauptcharaktere. Zuerst gibt es nur einen vagen Umriss von ihnen, gewissermaßen einen Blick von außen durch das Fenster. Aber in ihnen gibt es viele Züge, die es zu entdecken gibt und die sich im Verlauf nacheinander zeigen. So bleibt Torik nicht der arme, verletzte Mann, sondern zeigt uns, wie viel Potential und Stärke er in sich trägt und auch seine Ideale und Motivationen werden nach und nach immer klarer. Livan kann bei der Entwicklung nicht ganz mit der von Torik mithalten, allerdings nur dadurch, dass diese subtiler angelegt ist, was gut zu seinem Charakter passt.

Der Handlungsverlauf an sich bietet nicht viele Ruhephasen und das Tempo nimmt zum Ende noch einmal mehr Fahrt auf. Von der Sache her finde ich diese Steigerung gut, nur hätte ich mir hinten raus doch ein paar Seiten mehr gewünscht, um die Ereignisse etwas langsamer/ effektvoller aufzudröseln. Da gibt es so viele interessante Details, die mit etwas Abstand für mich noch besser gewirkt hätten, sich hier aber im wahrsten Sinne des Wortes überschlagen. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich generell eher Fan von mehr Seiten bin. 😉

Sprachlich betrachtet ist das gut und wirklich ansprechend umgesetzt, die Dialoge und inneren Monologe sind lebendig und tragen im besonderen Maß die Gefühle und das Erleben der Protagonisten an den Leser heran. Mir ist tatsächlich auch ein bisschen kalt geworden, als Livan sich damit auseinandersetzen muss, in einem kalten, nassen Loch zu hocken. Diese Verbindung mit den Helden des Buches, habe ich wirklich sehr genossen.

Rein inhaltlich hätte ich nicht erwartet oder vorausgesehen, mit welchen Problemen die Protagonisten kämpfen müssen, was dazu führte, dass mich die Wendungen immer überrascht haben, nichts davon ist trivial oder klischeehaft. Ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen, weil auch kleine Anmerkungen schon Hinweise in die ein oder andere Richtung geben würden. Ich finde, dass jeder das unvoreingenommen erleben sollte. Es gibt ein paar sprachliche Bilder, die sich wiederholen (unter anderem Livans Vergangenheit als Mönch und sein Verhalten im Kloster) und die ich nicht unbedingt gebraucht hätte, insgesamt liest sich die Geschichte aber rund.

Fazit: Klosterschatz ist eine sehr unterhaltsame Geschichte, mit Protagonisten, die zwar unterschiedlich angelegt sind, sich aber gerade deswegen sehr gut ergänzen. Die Handlung macht Spaß und und es gibt wenigstens eine Szene im Buch, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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Autoreninformation/ -kontakt

Um mehr über Tanja zu erfahren, könnt ihr sie gern auf ihrer Internetseite besuchen: www.tanja-rast.de.

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