꙳Am Arsch vorbei geht auch ein Weg꙳ – Alexandra Reinwarth [Worth the Hype?]

„Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst“

IMG_3300Es wurde mal wieder Zeit für ein Buch aus der Kategorie „Worth the Hype?“. Und da ich Sachbücher liebe, wollte ich euch aus diesem Bereich etwas vorstellen, auch wenn der Hype um Sachbücher meist etwas … sagen wir, subtiler ausfällt. An diesem Buch kam ich allerdings nirgendwo vorbei. Egal ob REWE, Rossmann oder Thalia (da gab es sogar ein Ausfüllbuch, Spruchkarten u.a. Merchandise Artikel) – ich bin quasi überall darüber gestolpert. Und wie das dann so ist, stolpert man irgendwann versehentlich mit dem Buch in der Hand über die Kasse oder im Internet mausrutscht man auf den „jetzt bestellen“-Button oder – na ihr wisst, worauf ich hinaus will. Es befindet sich jedenfalls in meiner Kollektion und seit heute auch hier als Buchvorstellung.

Allgemeines zum Buch

Das Buch erschien im Mai 2016 und in meinem Besitz befindet sich die 13. Auflage (2017), ob es noch weitere gab, habe ich nicht recherchiert. Es gibt inzwischen (schon seit einer Weile) auch eine „Weltbild“ Sonderausgabe, die deutlich günstiger ist, als die Originalausgabe. Dass es sich um ein Sachbuch handelt erwähnte ich bereits. Mit Nachwort umfasst es 185 Printseiten.

Der Hype

Das Buch ist ein Spiegelbestseller (ja, ich weiß, ich hatte auch gleich Angst) und hielt sich in besagter Liste 66 Wochen lang, mit einem zweiten Platz als Höchstplatzierung (Quelle: Buchreport).

Ich deutete es bereits an, aber die Masse an Merchandise Artikeln zu diesem Buch hat mich beinahe erschlagen. Neben der Frage, ob das Buch seinen Hype wert ist, grübelte ich auch, ob man den ganzen Krempel zusätzlich braucht, um in die richtige Stimmung zu kommen. Oder wozu braucht man ein Figürchen, oder Kissen, oder T-Shirt … ein Malbuch? Der obligatorische Kalender darf natürlich auch nicht fehlen. Wer praktische Übung zu dem vermittelten Inhalt braucht, kann wunderbarerweise eine „Gelassenheitsmaschine“ erwerben und so eine Art Arbeitsheft, um die Lektionen zu verinnerlichen. Auf der eigens eingerichteten „Am Arsch vorbei“-Internetseite, verpasst ihr keine noch so abwegige Vermarktungsidee.

Aber gut, ich sollte fair bleiben. Mich haben Bücher schon so sehr begeistert, dass ich selbst bei Cover-Tapete ernsthaft über eine Anschaffung nachgedacht hätte. Ob das hier auch so war? Lest selbst!

Inhalt und Rezension

Wer kennt das nicht, dass zwischen dem, was wir denken und wollen, und dem, was wir tun, nicht selten ganze Welten liegen. Dinge, die uns eigentlich egal sein sollten und die uns Zeit und Energie rauben, nehmen wir oft genug wichtiger, als unsere eigenen Wünsche. Ob das wirklich so sein muss und wie wir uns Ballast am besten am Arsch vorbei gehen lassen, erzählt uns die Autorin in ihrem Buch.

Nach langer Bedenkzeit, ob ich dieses Buch wirklich lesen möchte, hat mich beim Zuhandnehmen der Lektüre doch die Vorfreude gepackt (zu der Zeit gab es auch genügend Sachen, die mir dringend am Arsch vorbeigehen sollten). Und der Beginn des Buches hat mich auch sogleich abgeholt. Spritzig, witzig, zackig – so kann man die Einleitung durchaus zusammenfassen. Einen besseren und intelligenteren Start ins Buch, hätte ich mir nicht wünschen können und ich habe mich schon zwei Stunden später glücklich grinsend mit dem ausgelesenen Buch in der Hand gesehen.

Allerdings fiel der Rest gegenüber dem Start dann doch merklich ab. Es bleibt zwar frech und unterhaltsam, aber mehr, als ein paar nette Geschichten aus dem Alltag der Autorin, kam bei mir nicht an. Und das fasst mein Problem mit dem Buch eigentlich auch schon zusammen. Von einem Sachbuch erwarte ich mehr, als eine verkappte Biografie mit ein bisschen Humor. Eben mehr, als nur unterhaltend zu sein. Versteht mich nicht falsch, der Unterhaltungsfaktor ist da und das Buch ist nicht schlecht, aber knapp 17€ für nicht einmal 200 Seiten lustige Geschichten, ist mir einfach zu wenig. Vor allem, wenn es anders vermarktet worden ist.

Es gibt zwischendrin ein paar Stellen, an denen ich dachte, dass der Informationsgehalt nun in den Vordergrund tritt, aber letztlich bleibt es eine witzige Erzählung, mit zwei, drei schlauen Sätzen drin. Das ist wie gesagt nicht schlimm, nur lag meine Erwartungshaltung bei dem ganzen Tamtam um das Buch weiter oben. Vielleicht liegt es auch nur an mir, aber in diesem Genre bin ich für gewöhnlich eine andere Informationsqualität gewohnt.

Das Buch darf man unter diesem Augenmerk trotzdem ruhig gelesen haben, die Weltbildausgabe reicht meines Erachtens nach dafür allerdings vollkommen aus (9,99€). Eine gewisse Leichtigkeit und ein Schmunzeln lassen sich hier definitiv mitnehmen.

Fazit: Ganz nett, ganz witzig, ein bisschen „underwhelming“, aber zumindest kein „Am Arsch vorbei“-Buch. Den Zirkus drumherum verstehe ich aber definitiv nicht.

Merchandise am Arsch vorbei!

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Autoreninformation

Über Alexandra Reinwarth, Information auf der mvg-Internetseite:

„Alexandra Reinwarth ist Bestsellerautorin und hat neben der erfolgreichen Reihe Was ich an dir liebe schon viele andere Bücher für die Verlage riva und mvg geschrieben. Dazu gehört auch der aktuelle Spiegel-Bestseller Am Arsch vorbei geht auch ein Weg. Sie lebt in Valencia, wo sie als Produzentin und Autorin tätig ist.“ [Quelle: Verlag]

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