Leser interviewen – Mieko aus der Heide

Hallo liebe Bücherfreunde. Gestern, am 03.09. gab es ein weiteres Leserinterview in der Facebookgruppe „Homoerotische Lektüre für Alle“.

Wie es der Titel schon sagt, hat sich Mieko aus der Heide den Fragen gestellt. Um nach dem Interview auch weiter auf dem Laufenden zu sein, könnt ihr sie auf ihrer Facebookseite besuchen www.facebook.com/MiekoausderHeide.

Das Interview

Autorenvorstellung:

Hallo, ich bin Mieko, 36, wohne mit 2 Katzen und einem Aquarium in Hamburg und auch, wenn ich nicht schreibe, bin ich meist kreativ. Häkeln, nähen und ich versuche manchmal auch zu malen. WENN ich schreibe, bin ich absolut im Gay-Genre, das ich bereits mit 14 für mich entdeckt habe. Und jetzt hoffe ich, all eure Fragen beantworten zu können.

Leserfrage 1

Kristina: Wie kam es dazu, dass du mit 14 schon wusstest, in welchem Genre du schreiben möchtest?

Da habe ich die Loverboy-Bücher entdeckt – die damals einen Großteil meines Taschengeldes verschlungen haben. 🙂

Leserfrage 2

Kristina: Stand für dich da gleichzeitig auch fest, was du beruflich machen möchtest oder hast du es damals eher als Hobby betrachtet?

Damals als Hobby. Ich hätte es gerne als Karriere gesehen, aber mir wurde schon immer gesagt, dass man vom Schreiben nicht leben kann.

Leserfrage 3

Chrissy: Dein neues Buch „Lolita Boy“ ist ja gerade erschienen. Wie kam es zu der Idee?

Als ich vor Jahren auf der Suche nach einem Cover-Bild für meine Brüder war, habe ich das Bild gefunden, das jetzt Jeremys Cover schmückt. Es passte damals natürlich nicht, aber mir war sofort klar, dass ich diesem Cover-Bengel irgendwann eine Geschichte auf den Leib schreiben werde.

Leserfrage 4

Jana: Hast Du schon neue Ideen für neue Geschichten zu Hause liegen? Welche Pläne und Ziele hast Du jetzt nach der Veröffentlichung von „Lolita Boy“?

Ich habe einiges vor. Teil zwei liegt schon beim Verlag und kommt hoffentlich passend zu Weihnachten raus, außerdem schreibe ich an einem dritten, der dann aber abschließend sein wird. Parallel schreibe ich noch an einer anderen Story. Mein Ziel und meine Hoffnung ist natürlich, dass „Lolita Boy“ gut ankommt, denn je besser sich meine Bücher verkaufen, desto mehr Zeit habe ich natürlich auch fürs Schreiben, wenn ich weniger arbeiten muss.

Leserfrage 5

Nico: Weiß dein Umfeld bzw. Familie und Freunde das du Gay schreibst? Oder behältst du es größtenteils für dich?

Meine Familie weiß es und findet es cool. Meine Mom und meine Nachbarin lesen meine Bücher auch. Im Job hab ich es lange für mich behalten, aber inzwischen ist es mir egal. Und die meisten meiner Freunde tummeln sich hier. 😉

Leserfrage 6

Jana: Zu deiner oben beantworteten Frage: Schreibst du jetzt hauptberuflich?

Nein, leider nicht, aber ich arbeite nicht mehr Vollzeit.

Leserfrage 7

Chrissy: Mit „Die ungewöhnliche Geschichte zweier Brüder, die keine waren“ hast du ja schon mal ein etwas heikles Thema angepackt. Welche Themen würden dich noch mal reizen? Welche wären ein NoGo?

Erotische Storys mit Kindern oder gewaltverherrlichendes geht gar nicht! Eigentlich habe ich mit „Bei Sonnenlicht und Mondenschein“ versucht, ein gewagtes Thema aufzugreifen – aber es wurde “nur“ romantisch und verspielt. 😉

Jana: Ich hab nur die Leseproben gelesen und der Sammelband liegt noch auf meiner WuLi [Wunschliste, Anm. Kristina], aber romantisch und verspielt hab ich das gar nicht empfunden. 🤔

Dann ist es ja gut. Es ist auch eine Situation, die großes Missbrauchspotenzial enthält. Lies ruhig, ich hoffe, auch irgendwann weitere Bände zu schreiben.

Leserfrage 8

Diana: Wie lange schreibst du ungefähr an einer Geschichte?

Das ist unterschiedlich. „Lolita Boy“ habe ich in 4 Monaten geschrieben, aber ich habe auch eine angefangene Geschichte im Schrank, die schon mehrere Jahre alt ist. Obwohl ich viele Ideen hab, fühle ich mich ihr noch nicht gewachsen. Meist aber so 5 Monate.

Leserfrage 9

Diana: Und wo schreibst du am liebsten?

Auf der Terrasse, mit dem Laptop auf dem Schoß.

Leserfrage 10

Katja: So, du wirst auf eine einsame Insel ausgesetzt und du darfst nur drei Sachen mitnehmen. Was wäre das und was ist dein Lieblingskuchen?

Solarbetriebener Laptop, Shisha, Lebensvorrat an Eiskaffee und ich liebe Schwarzwälder Kirschtorte.

Leserfrage 11

Nico: Gibt es etwas, worüber du gerne schreiben möchtest, dich aber nicht traust? Also ein bestimmtes Thema?

Die Story, die schon lange herum liegt. Es geht um Vergewaltigung, Drogen, Mord … Aber mir fehlen noch die richtigen Worte.

Leserfrage 12

Andrea: Wie bist du auf das Thema Cosplay bei „Lolita Boy“ gekommen? Hast du selbst Berührungspunkte mit dieser Szene oder kennst du Leute, die in der Szene sind? Falls du das verraten magst?

Ja und ja. Ich war vor eineinhalb Jahren das erste Mal auf der LBM [Leipziger Buchmesse, Anm. Kristina] und seitdem bin ich total begeistert. Danach war klar, dass Jeremy in einen Kimono gesteckt wird. Außerdem finde ich diesen tiefen Kragen und den freien Nacken total erotisch.

Leserfrage 13

Jana: Hast Du einen festen Tagesplan? Arbeiten, schreiben oder schreibst Du, wie dir die Ideen kommen?

Ja und nein. Zuerst Katzen füttern, Kaffee machen und dann setze ich mich auf die Terrasse oder Couch und mache den Laptop an. Der Rest ergibt sich flexibel und abhängig davon, ob ich arbeiten muss oder frei habe.

Leserfrage 14

Sandra: Wie hältst du deine Katzen von der Tastatur fern?

Kristina: Gute Frage!

 

Meine interessieren sich nicht für den Laptop. Und ich habe ihnen einen Kuschelplatz direkt neben mir gemacht. So können sie kuscheln, ohne zu stören.

Leserfrage 15

Sandra: Wie viel Zeit beansprucht dein Schreiben am Tag?

Zur Zeit relativ wenig, da ich nebenbei noch so vieles mache. Aber es gibt auch Zeiten, in denen ich zehn Stunden am Tag da dran sitze. Das halte ich aber meist nicht lange durch.

Leserfrage 16

Cardon: Was stört Dich beim Schreiben total?

Dass es so langsam geht. Ich tippe schon ziemlich routiniert und schnell und mit 10 Fingern, aber im Kopf will sich die Story meist viel schneller entwickeln.

Leserfrage 17

Chrissy: Wo trifft man dich mit deinen Büchern live an? Gaybookfair? BuchBerlin?

Ja und auch zur LBM. Ich plane meinen Urlaub um die Messen herum.

Leserfrage 18

Gabriele: Was brauchst du unbedingt beim Schreiben? Kaffee? Musik? Schokolade?

Eiskaffee und eine bequeme, aber aufrechte Haltung. Darum hab ich ein regelrechtes Nest aus Kissen auf der Couch, das sich mir perfekt angepasst hat und von allen Seiten stützt.

Leserfrage 19

Jay: Welchen Wunsch würdest Du Dir gerne mal erfüllen?

Eine kleine Hütte auf den Seychellen. Zwischen Palmen direkt am Meer. Das wäre himmlisch.

Leserfrage 20

Cardon: Gibt es einen Ort, wo du sehr gerne mal wärst? Für Recherchen direkt vor Ort sozusagen?

Auch wenn es für Recherche zu spät ist, hoffe ich, in ein paar Jahren mal Miami/ Florida zu besuchen.

Leserfrage 21

Sandra: Wie ist es für dich, nach der Veröffentlichung eines Buches auf die erste Rezension zu warten?

Fast so schlimm wie die Stunden zwischen Veröffentlichung und dem Zeitpunkt, an dem es dann tatsächlich erhältlich ist. Ich bin ungeduldig. Also: schreibt Rezensionen! Auch Jeremy freut sich darüber. 😀

Leserfrage 22

Gabriele: Hat es dich schon einmal gereizt in einem anderen Genre zu schreiben?

Jein, Gay lässt sich ja für jedes Genre adaptieren. Fantasy liegt mir nicht so. Aber mal schauen, ob ich in Zukunft etwas mehr Krimi/ Thriller einarbeite.

Leserfrage 23

Jay: Mit welchem lebenden oder bereits verstorbenen Schriftsteller würdest Du Dich gerne mal auf einen Kaffee/ Tee whatever treffen?

Jeff Lindsay – vielleicht läuft er mir ja in Miami über den Weg. 😉 Terry Pratchett ist mein persönlicher Held. Er hat eine ganz eigene Art zu schreiben und ich liebe seinen Humor. Hatte. Er ist letztes Jahr gestorben. 😦

Leserfrage 24

Sandra: Wann kommen dir die besten Ideen?

Die haben keine Hemmungen und überfallen mich überall.

Leserfrage 25

Gabriele: Gibt es Szenen, die dir besonders schwer von der Hand gehen?

Ja, wenn ich meinen Protagonisten etwas Schlimmes antun muss. Ich sehe sie gerne glücklich. Und seit einiger Zeit machen die Sexszenen nicht mehr so viel Spaß wie die Szenen und Kapitel dazwischen. 🙂

Jana: Warum gerade die Sexszenen?

Ich weiß es nicht. Es ist etwas, was sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Es fühlt sich manchmal an, als müsste ich den Plot unterbrechen, damit sie rummachen können, bevor ich zur Story zurückkehren kann.

Jana: Puh, mein Netz streikt ständig, konnte erst jetzt lesen. Das klingt so, als würdest Du Sex einfügen, nur um des Sex willen. Habe ich aber bisher nicht so empfunden (Tarik und Karim hab ich gelesen), aber wenn du es so empfindest und die Story wichtiger ist, dann ist das halt so.

Da war es noch nicht so, es ist seit ein paar Monaten so eine Phase, die mir die Szenen schwer macht. Im Kopf finde ich es toll, dass die so viel Spaß haben, aber es fällt mir schwerer als früher, das zu schreiben.

 

Leserfrage 26

Gabriele: Und gibt es Szenen, die du besonders gern schreibst?

Szenen, in denen meine Protagonisten besonders viel Spaß haben, machen auch mir viel Spaß. Dann kann ich auch schnell bis ins kleinste Detail gehen, weil es einfach schön ist, alles genau zu beschreiben, jeden Blick, jede kleine Berührung … Selbst, wenn jemand eine Gabel fallen lässt und unter den Tisch krabbelt … Oh, Idee. 💡 🙂

Leserfrage 27

Sandra: Hat das Schreiben dich verändert?

Ja. Ich hab noch nie so viele tolle Menschen kennengelernt und der Erfolg macht mich eindeutig selbstbewusster. Früher hab ich gehofft, dass keine Kollegen herausfinden, was ich schreibe. Heute ist mir ihre Meinung egal, weil ich weiß, dass es viele gibt, die meine Sachen mögen. Ich kann also nicht völlig talentfrei sein. 😉

Und damit wünsche ich euch einen schönen Start in die Woche. ❤

Liebe Grüße
~Kristina~

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