[Betaprojekt] Absinth mit dem Teufel

Spiele der Nacht – Von Jona Dreyer

Jon Askil

©Jona Dreyer,Anika Bonan

Ich war mir eine Weile nicht sicher, ob und wenn ja, wie ich euch das Buch vorstelle. Nicht, weil es nicht gut wäre, sondern weil ich bei sehr vielen Betaprojekten emotional so nahe dran bin, dass ich keine guten Rezensionen mehr schreiben kann.

Es ist eine Sache, ein fertiges Buch vorab zu bekommen und dazu mehr oder weniger nur einen ersten Eindruck wiederzugeben, eine andere, sich im Detail reinzudenken, Logikfehler zu finden, Spannungsbögen zu beurteilen, mit dem Autor darüber zu diskutieren und Möglichkeiten zu besprechen. Es wird dabei auch zu einem kleinen Teil von mir, es liegt dann quasi eine Buch-Co-Schwangerschaft vor. Und ich meine, die eigenen Babys sind eben immer hübsch, nicht wahr? 😀

Aber ich dachte, es ist vielleicht doch eine gute Idee, das Buch unter genau diesem Gesichtspunkt näher zu beleuchten und einen kleinen Einblick zu geben.

Mit einem >Klick< auf das Bild, werdet ihr zur Leseprobe auf Jona Dreyers Internetseite weitergeleitet.

Die ersten Gedanken

Anfang des Jahres (im Januar) hatten Jona und ich uns im Messenger festgequatscht und zu dem Plotbunny namens Fjallgren ein paar Gedanken gesponnen. Da ich ja Thriller Fan bin, haben wir uns gerade zu diesem Aspekt ausgetauscht und das Gerüst, welches Jona schon im Kopf hatte, mit ein paar weiteren, kleinen Balken versehen.

Kleiner Fun Fact: Der Name von David stand länger nicht fest. Damit wir trotzdem gut über ihn reden konnten, wurde er spontan Fred getauft.

Die erste Fassung

Nachdem sich Jona in die Geschichte eingegraben und sich ab da von ihren „Alphaleserinnen“ unterstützen lassen hat, haben wir zunächst nur noch sporadisch über kleinere Details gesprochen. Mitte Juni war es dann aber soweit, ich durfte mich endlich mit David und Jon Askil anfreunden.

Und gerade bei David und mir war es Liebe auf den ersten Blick. Ich kann Jon Askil da wirklich verstehen.

Ich war zugegebenermaßen schon von dieser Fassung geflasht und wusste ein paar Stunden lang gar nicht, was ich zum Buch und den beiden denken sollte. Da war erst einmal nur dieses aufgeregte Gefühl, das sich breit gemacht hat.

Als ich meine Anmerkungen zum Buch fertig hatte, konnte ich ein bisschen präziser werden. Hier mal ein Auszug aus meiner allerersten Zusammenfassung:

„Also gleich vorweg, ich finde es wirklich gut. Jon Askils Psyche finde ich sehr detailliert und glaubwürdig rübergebracht. Damit sollte jeder etwas anfangen können, denke ich jedenfalls. […] Den Kontrast zwischen den beiden finde ich auch super. Will sagen, es ist von meinem Standtpunkt aus sehr, sehr gut zu verstehen, warum David an Jon Askil rankommen kann. Mit der Namenssache bin ich mir etwas unschlüssig. […] obwohl natürlich die Wichtigkeit für Jon Askil später noch erläutert wird. Also da bin ich etwas zwiegespalten.

Die Zitate empfinde ich überhaupt nicht als zu viel. Es kann natürlich sein, dass die oben erwähnten […] damit nichts anfangen können, aber das würde ich hier wirklich nicht als Maßstab nehmen. Das ist so, wie du sie verwendet hast, goldrichtig.

Ich bin großer Fan davon, dass manche Dinge ganz anders laufen, als man das so stereotyp kennt […]. Das bringt viel Spannung mit sich und für mich macht es die Schwere von Jon Askils Problemen immer noch mal deutlicher.

Und bei Gott und dem Teufel: Ich liebe das Ende! Großartig! Phänomenal! Besser kannst du den Bogen zum Zweiten wirklich nicht schlagen. Das ist nicht mal ein Cliffhanger … es ist einfach … genial.“

Ich habe ein bisschen was weggelassen, damit ich nicht spoilere und ein bisschen was, weil ich mich im direkten Kontakt sehr direkt ausdrücke, d.h. mein Ausdruck stellenweise unblumig war.

Manche Dinge sind von Autorenseite schwer einzuschätzen, da ist auch der erste Eindruck als Leser gefragt:

„Wie soll ich sagen … das nimmt beim Lesen sehr mit, allein schon, wie er da teilweise hineingleitet. Und trotzdem merkt man, dass das nicht als Schocker gedacht ist, sondern als […] naja, irgendwie Teil von Jon Askil. Sie helfen, ihn besser zu verstehen. Erschütternd sind sie am Ende trotzdem. Was mir besonders gefällt, ist, dass man […] aus beiden Perspektiven miterleben kann. D.h. diesen krassen Gegensatz zu dem, was David sieht und Jon Askil erlebt.“

Wie die Erotik ankam?

„Nein, es ist heiß und passt an den Stellen unbedingt rein. Ich habe in meinen Anmerkungen ein paar Detailfragen gestellt, ich muss mir das immer richtig vorstellen können. Es gibt auch ein bisschen Wiederholung, aber das habe ich markiert.“

Dieser einleitenden Besprechung folgte die Detailbesichtigung des Manuskriptes. Es waren ein paar Dinge zu klären. U.a. ob jeder weiß, auf welcher Höhe genau sich der Magen befindet, den Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid und wie und aus welcher Position heraus die Hoden berührt werden können oder nicht. Das war unheimlich witzig und hat mir viel Spaß gemacht.

Die zweite Korrektur

Nachdem alle ihren Senf dazu gegeben und Jona das Manuskipt überarbeitet hatte, habe ich es kurz vor der Veröffentlichung noch einmal gelesen. Mein Hauptaugenmerk lag dabei nicht so sehr im Detail oder dem Miteinander/ der Entwicklung der Charaktere, sondern eher auf den oberflächlicheren Dingen.

Ich schätze meine Fähigkeiten als Korrekturleser nicht besonders hoch ein, aber Tippfehler, falsch eingesetzte Worte und kleine Stolperer in der Handlung filtere ich meist ganz gut heraus und da kamen auch noch ein paar Fussel zusammen.

Mein Fazit

Dadurch, dass ich dieses Mal von der ersten Idee, über Vorbesprechungen, zweimaligem Lesen und den Nachbesprechungen mit dabei war, war das für mich sehr intensiv, zumal man dabei auch nicht vergessen darf, dass das ein Drama ist und nicht „nur“ eine leichte Romanze (selbst beim Korrekturlesen habe ich zwischendrin heftig geschnieft). Somit hat mich nicht nur die Arbeit an dem Projekt eingefangen, sondern auch die Charaktere im Buch. Und ich freue mich wahnsinnig, die zwei noch ein wenig begleiten zu dürfen.

Zur Zusammenarbeit mit Jona brauche ich eigentlich nicht viel sagen. Ich mag diese ungezwungene Atmosphäre die bei uns herrscht und ihren Umgang mit Dingen die ich anspreche, auch wenn sie eventuell nicht ganz ihren Erwartungen entsprechen. Es macht einfach Spaß, ist lustig, aber auch mal traurig, wenn ich Hintergründe erzählt bekomme.

Da ich zu keiner Zeit behauptet habe, in dieser Sache objektiv zu sein, darf ich jetzt noch hinzufügen:

Lest das Buch unbedingt!!! 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s