꙳Dem Tod auf der Spur꙳ – Michael Tsokos

Dreizehn spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin

IMG_3281Hallo liebe Bücherfreunde. Es ist Sachbuch Samstag! Naja, nicht wirklich, aber heute habe ich zufällig ein Sachbuch mitgebracht. Noch bevor es in die Rezension geht lasst euch von mir sagen: Dies ist ein Buch, welches ich wirklich jedem empfehlen würde, der vorhat, einen glaubhaften Krimi zu schreiben. Viele enthaltene Informationen sind nur schwer über die gängigen Suchfunktionen herauszufinden. Aber auch ansonsten, darf man das ruhig gelesen haben.

Allgemeines zum Buch

Ich habe die bereits 9. Auflage des Buches in der Hand und deswegen sind es auch nicht nur zwölf Fälle, sondern dreizehn. Sie erschien im Oktober 2009 und umfasst 260 Seiten, vormals waren es 240. Dass das Buch dem Genre Sachbuch zuzuordnen ist, erwähnte ich bereits, ferner ist es  im Ullstein Verlag erschienen.

Es gibt demnächst auch einen Nachfolger: „Der Totenleser. Neue unglaubliche Fälle aus der Rechtsmedizin“ wird ebenfalls im Ullstein Verlag (am 09.02.2018) veröffentlicht werden.

Inhalt und Rezension

In dem Buch beschreibt der Autor im Wesentlichen seine alltägliche Arbeit. Vom Auffinden der zu obduzierenden Person, über die erste Bestandsaufnahme, bis hin zum fertigen Bericht. Und natürlich wird der Leser auch über den Abschluss der Ermittlungen aufgeklärt.

So einleuchtend das jetzt erst einmal klingt, aber das Sachbuch ist wirklich sehr sachlich gehalten. Wer aufregende Stunden mit dem Buch erwartet wird eher enttäuscht werden, denn die Erzählweise hat keine wirklichen Höhen und Tiefen. Michael Tsokos beschreibt ganz neutral und ohne eigene Emotion, wie er an die einzelnen Fälle herangegangen ist. Wer schon einmal ärztliche Befunde gelesen hat, wird in Bezug auf sachlichlicher Nüchternheit Parallelen feststellen können.

Allerdings nur darauf, denn alle seine Erklärungen sind sehr detailliert und leicht verständlich, sodass niemand Schwierigkeiten haben dürfte ihm zu folgen. Mir war das teilweise schon zu kleinteilig, da ich mir über die meisten Begrifflichkeiten bereits im Klaren war. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass ich sehr viele Sachbücher dieser Art lese und dazu auch noch medizinisch vorgebildet bin. Daher denke ich, dass die Herangehensweise sicherlich nicht schlecht ist, nur für mich war es eben oft zu viel und hatte dadurch diesen unterbrechenden Charakter.

Ein weiteres Problem hatte ich mit den Geschichten in den Geschichten. Herr Tsokos führt zu den Fällen häufig andere Beispiele auf, die sich mal mehr mal weniger in den Erzählstrang einfügen. So richtig gut hintereinander weglesen konnte ich es daher nicht.

Sehr positiv empfand ich, dass es keine Wertungen der Taten gibt. Jeder Fall spricht für sich und der Fokus liegt auf der Akribie, die hinter dem Beruf des Rechtsmediziners steckt. Die Arbeit der Kommissare und Ermittler wird grob angerissen und der Teil der Aufklärungsarbeit, der in der Rechtsmedizin stattfindet, bekommt viel Platz und Raum. Das habe ich so erhofft und bin mit dieser Gestaltung wirklich sehr glücklich.

Weiter gefielen mir die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Arbeit. Es gibt normale Erzählungen über den Ablauf einer Obduktion, es wird aber auch anhand eines Protokolles der Fall erzählt oder auch über ein „Ratespiel“. Das fand ich sehr gelungen und es trägt ungemein zur Auflockerung der sehr monotonen Herangehensweise bei.

Fazit: Inhaltlich ist das ein sehr interessantes Buch. Es gibt Einblicke in einen Bereich, der zwar von Film und Fernsehen oft dargestellt wird, aber ebenso oft sehr zweifelhaft oder schlicht falsch. Hier wird aufgeklärt und erklärt. Ich empfand einige Erklärungen aufgrund meines Vorwissens als unnötig, den monologen Erzählstil etwas anstrengend und die abweichenden Beispiele zu den Fällen eher störend. Insgesamt ein gelungenes Buch.

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Autoreninformation

Über Michael Tsokos, aus der Buchinformation entnommen:

„Prof. Dr. Michael Tsokos, Jahrgang 1967, leitet das Institut für Rechtsmedizin der Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin. Als Mitglied der Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes war er an zahlreichen gerichtsmedizinischen Projekten im In- und Ausland beteiligt, u.a. 1998 in Bosnien. Für seinen Einsatz zur Identifizierung deutscher Tsunami-Opfer in Thailand erhielt er 2005 den Medienpreis Bambi. Michael Tsokos wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.“ [Ullstein Buchverlage]

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