꙳Die Schanin hat nur schwere Knochen!꙳ – Sophie Seeberg

Unerhörte Geschichten einer Familienpsychologin

IMG_3265Hier kommt Teil 2 der Miniserie um die Erzählungen aus dem Berufsalltag von Sophie Seeberg.“Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey!“ habe ich letzten Dienstag vorgestellt, nächsten Dienstag geht es dann mit Mike-Tylor weiter.

Die Erwartungen an das Buch waren nach dem ersten Teil recht hoch, mir sind die Bücher ja auch insgesamt empfohlen worden, allerdings ist es dann doch noch mal etwas anderes, wenn man aufgrund eigener Erfahrungen schon eine gewisse Erwartungshaltung an ein Buch hat. Ob dieses dem gerecht werden konnte, erfahrt ihr in der Rezension.

Allgemeines zum Buch

Es erschien, wie der Vorgänger auch, im Knaur Verlag und wurde im Mai 2015 auf die Leser losgelassen. Ich habe es wieder dem Genre Biografie zugeordnet. Mit 328 Seiten ist es das umfangreichste aus der Serie.

Inhalt und Rezension

Wie schon erwähnt, kann das Wesen der drei Bücher kurz zusammengefasst werden. Als Psychologin führt Sophie Seeberg gerichtliche Begutachtungen von Familien durch. Immer mit dem Bestreben sicherzustellen, dass die Jüngsten unserer Gesellschaft in einem physisch und psychisch gesunden Umfeld leben. Und bei dieser Arbeit „begleitet“ der Leser die Autorin durch das Buch und sämtliche soziale Schichten. In diesem Buch lässt uns Sophie allerdings noch etwas mehr an ihrem privaten Umfeld teilhaben und berichtet auch über Seminare und Tagungen, wodurch es eine deutlich persönlichere Note bekommt.

Insgesamt gefiel es mir nicht ganz so gut wie der vorige Teil. Die erweiterte Länge habe ich weniger als Bonus empfunden, sondern eher als Platz für die ausschweifenden Gedanken der Autorin. Das wäre vielleicht gar nicht so schlimm, wenn es an geeigneten Stellen etwas abweicht. Allerdings werden hier oftmals die eigentlichen Erzählungen sehr uncharmant und langatmig unterbrochen. Da die Autorin beim ersten Mal selber darauf hinweist, dass sie eine gewisse Neigung dazu hat, ist das im ersten Moment noch ganz witzig, den Rest der Zeit hat es mich deutlich gestört.

Auch ansonsten hatte ich das Gefühl, dass vieles nicht mehr ganz auf den Punkt war. Das hatte mir bei „Schakkeline“ sehr zugesagt, hier habe ich mich durch teilweise ausufernde Erzählungen gekämpft. Der Lesefluss war daher ebenfalls etwas gehemmt, insgesamt denke ich aber, dass ich trotzdem ganz gut durchgekommen bin.

Ich empfand diesen Teil auch nicht als ganz so emotional, was aber nicht unbedingt schlimm ist, weil dadurch der Fokus noch etwas mehr auf dem eigentlichen Inhalt liegt.

Die Art und Weise der Darstellungen der Familien und des Arbeitsumfeldes gefielen mir wieder sehr gut. Trotzdem die Autorin einen unbeschönigten Einblick gewährt, wird es zu keiner Zeit abwertend oder überdramatisch. Der alltägliche Wahnsinn bietet eben auch genügend Stoff.

Die Schlusserzählung fand ich sehr gut gewählt. Sie bietet noch einmal alles von Wut und Trauer, bis hin zu Momenten bei denen man laut und herzlich lachen kann. Der Abschluss gelingt daher ganz hervorragend und ich bin mit einem guten Gefühl aus dem Buch herausgegangen.

Fazit: Ein gelungenes Buch, das nicht ganz nahtlos an den Charme, den Witz und die „on point“ Erzählungen seines Vorgängers heranreicht. Trotzdem bietet auch dieses interessante Hintergründe, gut durchdachte Lösungs- und Denkansätze und einen Blick hinter die Fassade der Personen, die sich unermüdlich für andere einsetzen.

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Autoreninformation/ – kontakt

Sophies Werke und zwei weitere Bonusgeschichten findet ihr auf ihrer Internetseite: www.sophie-seeberg.com.

Über Sophie Seeberg, aus der Buchinformation entnommen:

„Sophie Seeberg ist Diplom-Psychologin und arbeitet seit fast zwanzig Jahren als Sachverständige für Familiengerichte. Ihre Aufgabe ist es, Gutachten für das Gericht zu erstellen, regelmäßig arbeitet sie dabei auch eng mit dem Jugendamt zusammen. Von ihren skurrilsten und außergewöhnlichsten Fällen berichtet sie in diesem Buch. Selbstverständlich wurden alle Fälle fiktionalisiert, um die Anonymität zu wahren.“ [Verlagsgruppe Droemer Knaur*]

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