꙳Vertuscht, verraten, im Stich gelassen – Ein Polizeireporter deckt auf꙳ – Michael Behrendt

IMG_3197So langsam wird der „Thalia-Aktions-Bücherstapel“ immer kleiner. Dieses Buch stammt ebenfalls noch aus dem Prozentetripp und warum es mich gereizt hat, ist fast schon offensichtlich: Sachbuch, Journalismus, Recherche, Erfahrungsberichte….

Häufig sind das genau die Stichpunkte, um mein Hirn von der sofortigen Anschaffung des Buches überzeugen.

Allgemeines zum Buch

Das Buch erschien Anfang 2014 im Piper Verlag und umfasst knapp 240 Seiten, mit Bildern im Innenteil, die im Laufe der Karriere von Herrn Behrend entstanden sind. Wie bereits erwähnt, kann man es dem übergeordneten Genre ‚Sachbuch‘ zuordnen.

Inhalt und Rezension

In seinem Buch beschreibt Michael Behrendt seine Arbeit als Reporter. Neben seiner langjährigen Arbeit im Dienst der Verbrechensbeleuchtung, war er auch als Kriegsberichterstatter im Einsatz. Als Leser begleiten wir ihn bei Polizeieinsätzen und Aufklärungsarbeit und bekommen den Alltag von Journalisten und Polizisten näher vor Augen geführt.

Ich gestehe, dass ich am Anfang mit der recht saloppen, sprachlichen Gestaltung ein paar Schwierigkeiten hatte. Auch die vielen Informationen fügen sich nicht selbstverständlich ein und wirken auf mich in dieser Phase zu überladen. Dazu gibt es erst einmal keine richtige Verbindung zwischen den Kapiteln, sie stehen fast schon als „Kurzgeschichten“ für sich. Ich musste mich also erst reinarbeiten und konnte mich gegen Ende über die strukturierteren Bereiche freuen.

Das ist mal wieder so ein Buch, bei dem sich das Lesegefühl mit dem Fortschreiten entwickelt. Diese eher zusammenhanglosen Erzählungen gehen nach und nach in kapitelübergreifende Aufarbeitungen und Rückblenden über. Daher hat mir die zweite Hälfte auch deutlich besser gefallen.

Gestört haben mich sich wiederholende Formulierungen innerhalb eines Kapitels. Ich nehme an, dass sie nicht ganz unabsichtlich so gesetzt worden sind, als eine Art kapitelspezifisches Thema, aber mir sagte das nicht richtig zu- Las sich einfach zu gewollt.

Die Distanz, die er als Reporter für sich zum Selbstschutz aufgebaut hat, ist in der ersten Hälfte deutlich präsent. Auch dieser Teil verblasst zunehmen und legt Stück für Stück die emotionale Komponente seiner offen. Diese Gestaltung hat mich schon etwas überrascht, aber ich kann am Ende nicht sagen, dass mir das nicht zugesagt hätte. Es war ungewöhnlich, etwas schwieriger zu lesen und dann äußerst beklemmend und intensiv. Das letzte Kapitel stellt gewissermaßen den traurigen Höhepunkt des Buches dar – aber so ist das Leben.

Und weil es mich als Leser so plötzlich ausspuckt und mit traurigen und wütenden Gedanken zurücklässt, hinterlässt dieses Leseerlebnis einen deutlich bleibenderen Eindruck, als ich erwartet hätte.

Fazit: Alles in allem ist das eine recht unaufgeregte Beschreibung der Arbeit als Polizeireporter, die durch sich selbst spricht und nicht extra auf Effekthascherei ausgelegt worden ist. Besonders gut haben mir dabei die kritischen Reflektionen zur Arbeit der Presse, der Polizei und der Politik gefallen.

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