꙳Bitte, lüg mich an!꙳ – Coco Zinva

Bitte lüg mich anEines meiner meist gelesenen Bücher (vielleicht nach Harry Potter) und das will in dieser kurzen Zeit etwas heißen. Da ich mich gerade damit beschäftige, überlege ich schon wieder ganz akut es zu lesen. Das letzte Mal ist immerhin ein paar Wochen her.

Die Rezension, wie sie unten aufgeführt ist, habe ich im Wesentlichen schon auf Amazon und bei Leserkanone veröffentlicht und nun findet ihr sie auch hier.

Allgemeines zum Buch

„Bitte, lüg mich an!“ gehört unbedingt in das Genre Gay Romance. Ihr wisst ja, wer das nicht mag und so weiter und so fort. Es erschien Anfang 2016 und ist auf Amazon auch über Kindle Unlimited lesbar. Das Print umfasst knapp 500 Seiten.

Inhalt und Rezension

Die Rezension zu „Bitte, lüg mich an!“ habe ich recht lange vor mir hergeschoben. Nicht, weil ich etwa enttäuscht gewesen bin, sondern weil mich die Geschickte von Nick und Marius einfach unglaublich berührt hat und ich es gar nicht so leicht finde, die passenden Worte zu meinem Erleben aufzuschreiben.

Marius ist nach seinem Unfall entstellt. Er hat gerade so überlebt, aber sämtliches Selbstwertgefühl in ihm ist gestorben. Das einzige was ihm scheinbar noch bleibt, ist sein Geld. Und so reift der Plan, jemanden für 7 Tage zu bezahlen, um aus der selbst auferlegten Einsamkeit auszubrechen und endlich wieder Gesellschaft zu haben. Dieser jemand müsste ihm nur glaubhaft machen können, dass er normal ist. Das ist gar nicht so einfach, denn Nick, Typ schwuler Männertraum, lügt weder gern noch gut und Marius ist auf Anhieb emotional involvierter als gut für ihn wäre.

Ich mag Ich-Erzähler sehr, deshalb bin ich hier voll auf meine Kosten gekommen und es hat mich gleich zu Beginn gepackt. Nick, der den Leser mit durch das Buch nimmt, war für mich sehr lebendig gestaltet. Die Art wie er denkt und redet, passt absolut zu ihm: frech, „frei nach Schnauze“ und völlig ungestellt. Sprachlich betrachtet bietet sie damit für mich einen guten Kontrast zur teilweise schweren Kost im Buch. Diese Mischung und die sich daraus ergebende Spannung sorgen dafür, dass es für mich emotional zu einem Erlebnis geworden ist, den beiden zu folgen und sie zu erleben.

Da Nick ein sehr aufmerksamer Erzähler ist, empfand ich auch Marius Charakter in der Tiefe sehr gelungen. Sämtliche Handlungsintentionen lassen sich gut nachvollziehen, so auch die nicht ganz einfachen, psychologischen Aspekte, die Marius zu manchmal unvorhergesehenen Reaktionen verleiten. Als sehr realistisch betrachte ich den Beziehungsverlauf, denn das Liebe spontan alle Schrecken der Vergangenheit wieder gut macht und sofort über alle Äußerlichkeiten hinwegsieht, ist eine Sache für ein Märchenbuch. Zwar hätte ich beide ab und an schütteln mögen, aber in der Summe hat gerade die unbedarfte und oft unbeholfene Art von Nick, und Marius tief verankerte Selbstzweifel, ein Gefühl von Echtheit bei mir erzeugt.

Die medizinischen Anteile waren rund ausgearbeitet und unterstützen die Handlung, ohne sie damit zu überlagern. Im Fokus steht die Beziehung von Nick und Marius, die Spannung ergibt sich aus der Frage, ob es ihnen gelingen kann, eine Grundlage für eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Dass Schönheitsoperationen nicht propagiert oder als Allheilmittel eingeführt werden, fand ich, im Gegensatz zu Nicks vormaligen Idealen und seinen anfänglich oberflächlichen Ansichten, toll inszeniert, die Basis dazu wird schon sehr früh in der Handlung gelegt. Damit wird auch dieser Teil glaubhaft und Nick kann diese schöne, charakterliche Entwicklung nehmen, um mir als Leser ganz fest ans Herz zu wachsen. Unsympathisch war er für mich dennoch zu keiner Zeit, da er einen grundehrlichen Wesenszug hat, der mich viel verzeihen lässt. Ich bin geradezu verzückt von seiner Art, Dinge anzugehen und zu überdenken. Ein sich selbst treu bleibender Protagonist, dem man seinen gedanklichen Wandel abnehmen MUSS.

Mit Marius habe ich ein wenig länger gebraucht um warm zu werden, was an der Distanz liegt, die er am Anfang zum Leser hat. Für mich ist diese Funktion wunderbar gelungen, da sie verdeutlicht, wie schwer es Marius fällt sich zu öffnen. Unheimlich berührt hat mich sein Selbsthass, einfach weil ich ihm den so leicht abgenommen und mitgelitten habe. Das war emotional sehr dicht und wahnsinnig aufwühlend.

Ich habe das Buch inzwischen mehr als 3 Mal gelesen (der Rest bleibt geheim), und ich komme immer wieder darauf zurück, weil es so voll von echter Emotion und auch Hilflosigkeit ist. Egal in welcher Sparte ich lese, ich habe oft das Gefühl, die Protagonisten haben alle mal den Grundkurs Psychologie besucht. Alles will immer verstanden und sofort vermittelt werden. Nicht so hier, und das ist erfrischend wie real umgesetzt. Da braucht es keine künstlichen Spannungsmomente und Verbrecherjagten, weil es menschlich zu faszinieren und fesseln weiß.

Fazit: Immer wieder gern, „Bitte, lüg mich an!“ ist tatsächlich eines meiner Lieblingsbücher. Die Protagonisten könnten bei mir um die Ecke wohnen (obwohl hier in der Gegend die große Villa fehlt), so gut fand ich sie ausgearbeitet. Der Spannungsbogen ist für mich genau richtig umgesetzt worden, das Ende könnte ich mir besser gestaltet nicht vorstellen. Da gibt es keinen Abbruch, sondern ich hatte das Gefühl, die Autorin hatte bis zum letzten Wort Spaß mit Nick und Marius.

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Autoreninformation/ – kontakt

Coco Zinva hat leider keine eigene Internetpräsenz, man findet sie aber auf Facebook und Bookrix. Zudem könnt ihr euch auf FanFiktion.de über ihre laufenden Projekte informieren. → Hier entlang

2 Kommentare zu “꙳Bitte, lüg mich an!꙳ – Coco Zinva

  1. 😀 …. oh ja, ich liebe dieses buch, schon seit ich es noch frei lesen durfte. immer wieder, wenn ich ein anderes buch abgeschlossen habe und noch nicht weiß was ich neu lesen könnte, oder wenn mich ein buch stresst, greife ich zu diesem und denk >ach, nur mal kurz reinlesen, so zum abschalten< und dann lese ich es doch noch einmal komplett 😀
    diese art bücher, ich hab nicht viele davon, nur so etwa 4 – 5 .. sind wie alte freunde, die man immer wieder gerne besucht : )

    Gefällt 1 Person

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