꙳In Order to Live: A North Korean Girl’s Journey to Freedom꙳ – Yeonmi Park

IMG_3135Auch wenn man soziale Medien durchaus kritisch betrachten kann, ist nicht unbedingt alles an ihnen schlecht. Die Geschichte von Yeonmi, genauer gesagt ihre Rede bei „One Young World„, ist mir dadurch in die Hände gerutscht und nachdem ich ein bisschen recherchiert habe, entschied ich, dass ich ihre Geschichte gerne lesen möchte. Was ich nun inzwischen auch getan habe.

Allgemeines zum Buch

Ich habe mir das Buch auf Englisch organisiert, erstmals wurde es 2015 in den USA (von Penguin Press) veröffentlicht. Seit Ende 2016 ist es unter dem Titel „Mut zur Freiheit: Meine Flucht aus Nordkorea“ auch auf Deutsch im Goldmann Verlag erhältlich. Das Buch ist knapp 270 Seiten stark und enthält Fotografien der Familie und eine Karte, zur besseren, örtlichen Orientierung in Nord Korea und der Flucht nach China.

Unterstützt wurde Yeonmi beim Schreiben des Buches durch Maryanne Vollers.

Inhalt und Rezension

Ein solches Buch zu rezensieren, fällt mir sehr schwer. Nicht, weil ich nicht einordnen kann, ob es mir zugesagt hat, sondern weil ich nahezu sprachlos bin. Da ich immer noch nicht das Gefühl habe, mich richtig sortiert zu haben, verzeiht mir daher, wenn meine Anmerkungen zum Buch etwas wirr erscheinen.

Zum Inhalt an sich, möchte ich gar nicht so viel sagen, nur, dass es wie ein Wunder erscheint, dass ein Kind so viel Kraft haben kann. Das darf man wirklich nie vergessen, denn geschrieben wurde es zwar von einer jungen Frau, die zum Zeitpunkt der Flucht 13 Jahre alt war, dem Gefühl nach könnte die Person aber 100 Jahre alt sein. Denn für so  ein junges Leben, scheinen die Ereignisse einfach zu viel zu sein. Und das ist auch der Grundtenor des Buches. Diese Dinge hat nicht nur ein Kind erlebt, sondern eines, welches auf grauenvolle Weise lernen musste, erwachsen zu sein. Um kämpfen zu können. Um zu überleben. Um frei zu sein.

Grob waren mir die Umstände in Nordkorea bekannt, sie so differenziert und detailliert erzählt zu bekommen, ist eine ganz andere Sache. Mir war beim Lesen so, als würde ich durch ihre Augen auf ihre Welt gucken können. Ich war kaum in der Lage eine Pause einzulegen, weil es mich in den Bann gezogen hat. Und trotzdem der Ausgang ihrer Flucht von Anfang an klar ist, habe ich mich oft fragen müssen, wie das nur jemals gut werden kann.

Noch intensiver empfand ich die Darstellung ihres Seelenlebens. Grausamkeiten dieser Art steckt man nicht ohne Wunden weg (seelisch und körperlich). Ihre ambivalenten Gefühle zu ihrer eigenen Geschichte und der Angst diese zu erzählen, aus Scham, aus Schuldgefühl, aus Angst verurteilt zu werden und aus dem Wunsch heraus einfach zu vergessen, sind so sehr nachvollziehbar. Was sie erlebt hat, ist geeignet dafür, jemanden zu zerbrechen. Dass sie sich daher nicht in erster Linie als eine Person sieht, die großartiges geleistet hat, ist absolut verständlich. Überhaupt geht Yeonmi sehr selbstkritisch mit sich ins Gericht. Sie greift u.a. auch auf, warum sie zu Beginn nicht die volle Wahrheit über ihre Zeit in China erzählt hat. So selbstreflektiert über das eigene Überleben zu schreiben und die Dinge die man dafür getan hat, schaffen sicherlich nur die wenigsten. Und ich bin froh, dass sie sich darüber wieder ein Stück Freiheit mehr erkämpfen konnte.

Das Buch liest sich fast wie ein nüchternes Protokoll. Fast, weil der Horror zu nahe geht, nüchtern/ distanziert, weil sie nicht nur sagt, wie taub ihre Gefühlen waren, sondern weil mit jeder Zeile mehr klar wird, dass sie sich selber distanzieren musste, um nicht vollkommen durchzudrehen. Die Art der Darstellung fesselt damit nur noch mehr. Das Fehlen von Emotionalität lässt so viel mehr Raum für die eigentlichen Geschehnisse.

Muss ich dazu ein Fazit schreiben? Denn mein einziger Gedanke dazu ist noch, dass es auf erschreckende Weise gut tut, Dinge, die sonst so weit weg sind, mal ganz nahe zu sich heranzuholen. Immerhin leben wir alle auf demselben Planeten. Ein „weit weg“ gibt es nicht. Es scheint nur manchmal so, weil wir dazu neigen, die Mauern um uns sehr hoch zu ziehen.

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Autorenkontakt/ -information

Yenomi Park ist in den sozialen Medien zu finden (Facebook, Instagram, Twitter).

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