꙳Seelengrab꙳ – Nadine Buranaseda

imag0425.jpgEin kleiner Krimi, den ich bei einer Thalia Aktion erworben habe. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, bin also völlig erwartungsfrei an das Buch herangegangen. Normalerweise bevorzuge ich ja Thriller, aber ganz einengen möchte ich mich natürlich auch nicht. Hier kommt also meine kleine Vorstellung zu diesem Schätzchen.

Allgemeines zum Buch

„Seelengrab“ ist 2010 im Droste Verlag erschienen, ich selber besitze die 2. Auflage aus dem Jahr 2012. Dieses Buch gehört zu einer bisher zweiteiligen Reihe (Ein Hirschfeld-Kirchhoff-Krimi 1). „Seelenschrei“ erschien im September 2012.

Das Buch ist mit ca. 250 Seiten nicht sehr umfangreich, wer mal eine kleine Krimipause einlegen möchte, wird hier gut zurechtkommen.

Inhalt und Rezension

Kommissar Hirschfeld muss sich privat neu sortieren und zieht daher von Berlin nach Bonn. Der Leser ist bei den ersten Schritten in seiner neuen Heimat mit dabei und begleitet ihn durch sein Umfeld und seine erste Mordermittlung, die eine junge Frau betreffen, welche in der letzten Karnevalsnacht von einem Pärchen tot aufgefunden wird.

Die Ermittlungen und der gesamte Hintergrund kommen sehr authentisch und fundiert rüber, die Autorin scheint die Recherchearbeit dabei als einen sehr wichtigen Anteil verstanden zu haben. Das ist ihr gut gelungen. Sämtliche Aktionen der Protagonisten sind wohl durchdacht und glaubhaft.

Daneben gibt es allerdings eine sprachliche Diskrepanz. Was in der Grundlage wirklich gut ist, wird durch die sehr einfach gehaltenen Beschreibungen, gerade zu Beginn, recht mühselig. Ich bin kein Freund von: auf biegen und brechen immer neue Worte für Sachverhalte und Personenbezeichnungen finden, aber ein bisschen mehr Wortreichtum hätte dem Krimi wirklich gut getan. Das wird zum Ende hin zwar besser, erleichtert allerdings nicht zwingend den Einstieg und lässt das erste Drittel repetitiv, langatmig und wenig originell erscheinen. Allein der gute Ermittlungsaufbau, hat mich das Buch weiter lesen lassen.

Sprachlich verpasst die Autorin dadurch auch, mir als Leser die Protagonisten nahe zu bringen, obwohl gerade in Lutz Hirschfelds privater Situation genügend Raum vorhanden ist, um Nähe entstehen und Interesse an der Person aufkommen zu lassen. So bleibt vieles blass, die Intentionen und Motive der Protagonisten oft uneindeutig, was leider nicht zur Spannungssteigerung beiträgt, sondern eher das Desinteresse füttert.

Spannung und ein guter Zug entsteht durch die distanzierte Erzählweise erst im letzten Drittel des Buches. Vorher könnte man fast das Gefühl bekommen, ein mäßig interessantes Protokoll zu lesen. Da ist in jedem Fall noch Luft nach oben vorhanden.

Tatsächlich bekommt die Handlung mit dem Fortschreiten der Ermittlungen einen kleinen Schub und die Charaktere lösen sich etwas von ihrer bis dahin erzählten Rolle. Sie agieren und hauchen der Suche nach dem Täter endlich Leben ein.

War ich noch am Anfang überzeugt, dass mich der Werdegang von Lutz und Peter nicht weiter tangiert, so bin ich nach dem Ende etwas ambivalent in dieser Frage. Tatsächlich spiele ich mit dem Gedanken auch den zweiten Teil zu lesen. Die Auflösung konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, insgesamt ist das aber nicht unintelligent und überraschend inszeniert.

Fazit: Ein ganz netter Krimi für zwischendurch, ohne viel Tamtam, dafür mit sehr gut recherchiertem Hintergrund. Sprachlich betrachtet, ist das noch ausbaufähig.

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Autoreninformation/ – kontakt

Nadine ist auf FB zu finden, hat aber auch eine eigene Internetseite: http://www.nadineburanaseda.de/.

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