꙳Der Inbegriff von Biederkeit꙳ – Tharah Meester

Der Inbegriff von BiederkeitSchon seit „Der Tischler und sein Stutzer“ warte ich auf Drystane und Donatien. Die beiden hatten einen so herrlich verrückten Auftritt dort, dass ich mir sehr gewünscht habe, es würde auch von ihnen eine Geschichte geben. Dass sie sich nur vorgeschoben nicht leiden können, sickerte schon damals aus den Buchseiten, ach was, es lief in Sturzbächen raus und ich konnte nur zur Muse der Autorin beten, dass sie den Lesern dieses Abenteuer nicht vorenthalten wird. Und siehe da, mit der „Inbegriff von Biederkeit“ erleben wir ein schönes Spektakel mit ihnen.

Allgemeines zum Buch

Wie alle anderen Bücher auch, ist dieses von Tharah selbst publiziert worden (am 16.03.17) und umfasst ca. 655 Printseiten. Wir befinden uns im Genre Gay Romance/ Fantasy, wobei man die große Welt in der die Protagonisten sich befinden, durchaus auch dem Bereich Historical zuordnen kann. Das Buch ist bei Amazon erhältlich und kann über Kindle Unlimited gelesen werden. Ich hatte die große Freude ein Rezensionsexemplar von der Autorin zu erhalten und hoffe nachfolgend, dem gerecht zu werden:

Inhalt und Rezension

Drystane Marshall, nerviger Journalist mit spitzer Zunge und einem Hang zu Extravaganz und Perfektion, trifft bei seiner Jagt auf die beste Story immer wieder auf den Polizisten Donatien Giancovelli. Dieser ist von dessen forschem Auftreten und dem Hang sich in gefährliche Situationen zu bringen wenig begeistert und hält Drystane regelmäßig davon ab, seiner Arbeit nachzugehen – zumindest in den Augen von Letzterem. Aber vielleicht stecken da auch böse Machenschaften hinter, da kann es doch nicht schaden alles über seinen Widersacher herauszufinden. Was Drys damit in Gange setzt, gefährdet sein Leben und sein Herz gleichermaßen.

Wie nicht anders von Tharah gewohnt, stürzen wir gleich mitten hinein in das Geschehen und werfen uns gemeinsam mit den Protagonisten ins Getümmel. Von der ersten bis zur letzten Seite stand ich gewissermaßen unter Hochspannung. Irgendetwas passiert immer, die Handlung ist in ständigem Fluss und die Charaktere haben kaum Zeit Luft zu holen oder die Ereignisse besonnen zu verarbeiten. Das passt zu Drys und Donnie gleichermaßen, beide sind Menschen der Tat und vermeiden es, wenn es sich einrichten lässt, innezuhalten und sich selbst zu reflektieren. Es ist wunderbar dargestellt, wie sehr die zwei versuchen, jeder auf seine Weise, über die tiefsitzenden Probleme hinwegzugehen. Aus diesem Grund ist auch die lange Phase des sich Umschleichens, Abtastens, aneinander Zweifeln und lange vorhandenen Misstrauens glaubwürdig. Was nicht bedeutet, dass ich die Protagonisten nicht gern mal geschüttelt und auf den richtigen Weg geschubst hätte.

Die Stimmung des Buches ist bei allem Wortwitz und der sarkastischen Sticheleien sehr bedrückend. Diesen Kontrast fand ich sehr interessant und er hat mir an einigen Stellen das Herz schwer werden lassen und mich Tränen gekostet. Die grundlegende Thematik bedingt das allerdings, denn gerade Donatiens Vergangenheit ist bis in die Gegenwart hinein spürbar und das kam bei mir als Leser voll an. Die Stimmung lockert sich sachte, nach und nach etwas auf, in gänzliche Unbeschwertheit führt das aber nie. Unsere Helden müssen ihr Päckchen tragen, es wird nur irgendwann leichter, weil sie sich dabei stützen können.

Drystane fand ich besonders schön herausgearbeitet, seine Figur gefällt mir unheimlich gut und der Blick hinter die Fassade, hinein in seine Tiefen, ist wunderbar vielfältig. Ich habe ihn sehr gern erlebt und mit ihm mitgelitten. Er wird nicht nur als sensibel charakterisiert, die Sensibilität  für ihn geht auch auf den Leser über. Es wird im Verlauf wirklich leicht sich in ihn Drys hineinzuversetzen und ihn zu verstehen.

Donatien hingegen bleibt deutlich reservierter, seine Schutzmauern sind allerdings auch wesentlich dicker, die Geheimnisse leider um ein Vielfaches schreckenbesetzter. Er öffnet sich spät und erst ab diesem Zeitpunkt gelang es mir, sein Stimmungsschwankungen tatsächlich zu greifen.

In diesem Buch muss vieles aufgedeckt werden. Kriminelle Machenschaften, menschliche Dramen und Fassaden, Vergangenes und Zukünftiges. Wer Ascot kennt weiß bereits, dass es hierbei keinen Sieg im Ganzen geben kann. Diesen realen Grundtenor liebe ich so sehr an allen Geschichten, die Ascot als ihren Ort des Geschehens haben. Es gibt keine einfachen Wahrheiten und damit auch keine einfachen/ seichten Lösungen. Die Verflechtungen und Verknüpfen werden ganz langsam über den Verlauf der Bücher aufgedeckt. Das große Ganze dahinter lässt sich nach wie vor nicht erahnen. Es ist schon lange her, dass mich ein Autor so anhaltend an ein gewisses Umfeld binden konnte, ohne dass ich mich resigniert oder gelangweilt abwenden musste.

Am Ende des Buches habe ich eine Achterbahnfahrt in Sachen Gefühle hinter mich gebracht, die durchaus  anstrengend war. Die Auflösungen finde ich soweit gut (die Protas direkt betreffend), ein bisschen schade fand ich, dass es keine zweite Möglichkeit gab Tomasz kennen zu lernen, denn dieses Kapitelchen schließt sich für mich ein wenig schnell. Der Krimiplot gerät an ein paar Stellen ein wenig zu sehr in den Hintergrund, wobei der Faden dann zum Finale aber schlüssig wiederaufgenommen werden kann.

Fazit: Wieder einmal eine toll ausgetüftelte Geschichte in Ascot, mit zwei wundervollen Protagonisten, die es in sich haben. Taschentuchalarm garantiert!

Was ich unbedingt noch preisgeben möchte ist, was ich mir ganz, ganz am Schluss gedacht habe, denn nach dem Epilog gibt es noch einen miniwinzigkleinen Einblick in eine der unbeliebtesten (und daher für mich interessantesten und fetzigsten) Person in Ascot. Was soll ich sagen, ich endete den Stutzer mit einem Gebet an Tharahs Muse und tue es jetzt schon wieder: Bitte liebe Muse, hab Erbarmen und setze dich IHN betreffend so schnell es irgendwie geht in Tharahs Kopf fest. So kannst du uns wirklich nicht hängen lassen!

SternSternSternSternStern halb

Autoreninformation/ -kontakt

http://tharahmeester.blogspot.de

Wer ein weiteres Abenteuer in Ascot erleben möchte, wird mit „Der Tischler und sein Stutzer“ eine ebenfalls tolle Geschichte in den Händen halten. Wer etwas Hilfe braucht um die Geschehen zeitlich und örtlich miteinander in Verbindung zu bringen, findet auf Tharahs Seite Landkarten zu ihrer tollen Welt und auch eine Timeline.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s