꙳Die Farbe des Mondlichts꙳ – Jona Dreyer

mondtanzerUnd noch einmal Jona könnte ich jetzt sagen, ich habe ja erst vor kurzem ‚Golden Boy‘ vorgestellt. Dieses hier erscheint allerdings erst am 09. März und ich hatte die große Freude und Ehre es vorab lesen zu dürfen. Und ja, die Freude war wirklich groß. Ich wage mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass mit dem ‚Mondtänzer‘ eine weitere Geschichte das Licht der Welt erblickt hat, die nachhaltig berührt, viel Tiefgang hat und die Fähigkeit besitzt, jeden Leser emotional von den Socken zu hauen. Aber gut, ich will nicht gleich am Anfang zu viel schwärmen.

Allgemeines zum Buch

Mit 720 Seiten ein Schinken, der einige Stunden Lesefreude bereit hält. Es wird wieder in Eigenregie erscheinen und bei Amazon ebenfalls über Kindle Unlimited lesbar sein. Erscheinungsdatum hatte ich oben schon benannt, ist Donnerstag der 09.03.17. Wir befinden uns im Genre Gay Romance/ Fantasy, obwohl ich hier die Empfehlung aussprechen würde, es auch zu lesen, selbst wenn man nicht natürlicherweise in diesem Bereich liest. Die Beziehungsebene ist vor allem emotional/ philosophisch geprägt, geht unheimlich tief und sollte daher jeden mitnehmen, der zumindest eine gewisse Weltoffenheit für sich ausgemacht hat.

Inhalt und Rezension

Der Tagblinde Bran hat es in der Welt, in die der Leser hier entführt wird, nicht sehr leicht und mit ihm alle, die nicht der ‚Norm‘ entsprechen. Bald soll darüber entschieden werden, ob sie sogar vollständig aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Schon als Kind muss Bran erleben, wie ein vermeintlich frommer Mann, seine Situation ausnutzt und sich an ihm vergeht, denn mit ihm kann man es ja machen. Auch wenn ihn diese Tat fast zusammenbrechen lässt, beweist er, wie viel Stärke ihm innewohnt und geht seinen Weg. Und gerade auf diesem trifft er auf den ungehobeltsten Kerl, den man sich so vorstellen kann. Den Adelsmanns Garbhán Iarainn von Dunegal. Die Kombination geht nicht? Wie soll das funktionieren? Und wie das geht und funktioniert.

Bran zu charakterisieren fällt mir gar nicht so leicht, denn trotz seiner seelischen Verletzungen und der bitteren Erfahrung, dass das Leben keine Fairness für ihn und seinesgleichen bereit hält, ist er fast schon kindlich naiv, wenn es um seinen Glauben an die gute Tat geht. Diese Herzensgüte ist mit keinem von mir vorher gelesenen Protagonisten vergleichbar. Und das könnte manchmal tatsächlich etwas langweilig sein oder auch widersprüchlich, wenn Bran nicht noch so viel mehr und bis ins letzte psychologisch tief ausgearbeitet worden wäre. Da passt einfach alles zusammen. Bran als Charakter ist für mich unheimlich lebendig und so menschlich, wie er als Protagonist eines Buches nur sein kann.

Garbhán wiederum hat so seine eigenen Strategien, schweren Situationen im Leben (und von denen gab es viele) zu begegnen. Man nehme da eine ordentliche Portion Zynismus, eine kleine Prise Ironie und schmecke das dann mit ordentlich Sarkasmus ab. Das klingt nicht nur vielversprechend, das ist es auch. Und auch hier sagt diese Beschreibung nicht alles aus, denn wie bei Bran, gibt es dieses Mehr. Ich gestehe, ich habe selten zwei Hauptprotagonisten gehabt, die so gleichwertig durchdacht und inszeniert worden sind, wie diese beiden. Ich wiederhole mich, aber es passt einfach durch und durch. Ihre Tiefen scheinen auf den ersten Blick sehr gegensätzlich zu sein und unaufmerksam gelesen könnte man die beiden auch für ein inhomogenes Paar halten. Lässt man sich aber auf sie ein und geht mit ihnen mit, dann passiert etwas ganz wunderbares, nämlich, dass sie sich auf ihren unterschiedlichen Ebenen, auf derselben Stufe wieder begegnen. Für mich sind sie damit eines der schönsten Paare, die ich je in Büchern erleben durfte. Ich weiß, das klingt vielleicht komisch, aber wie soll ich auch vernünftig beschreiben, was vor allem emotional deutliche Abdrücke hinterlassen hat.

Die Nebencharaktere empfinde ich im neuen Buch von Jona Dreyer ebenfalls noch durchdachter als bisher gelesen. Sie runden ab, was vielleicht sonst Ecken hätte. Dass sie zum Ende hin etwas zurücktreten, ist den Ereignissen im Buch geschuldet und fügt sich prima ineinander. Über die Welt in der sie sich befinden/ leben, brauche ich nicht mehr viel sagen, wer Halvor oder Aneiryn gelesen hat weiß, dass die Autorin nichts dem Zufall überlässt und es vermag, sehr bildgewaltig zu schreiben.

Die Handlung soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, denn der Spannungsbogen hat mich sehr fasziniert. Es geht zügig los, die Ereignisse gewinnen schnell an Fahrt und als Leser wird man mit einem Ruck ins Geschehen gezogen, ohne dass ich groß die Möglichkeit hatte, daraus wieder aufzutauchen. Unheimlich spannend und schön war, dass die Momente, in denen die Beziehung zu Bran und Garb intensiver wird, von außen betrachtet ruhiger werden. Fast so, als würde das Buch die Luft anhalten, um den beiden Raum zu geben und sie nur nicht zu stören. Die Geschichte ist dabei zwar oft sehr philosophisch und tief, aber durch Garbs Wesen nie zäh und langatmig.Wer in diesem Buch nicht wenigstens zwei Lachkrämpfe hat, ist selber Schuld. Die Verstrickungen, das Aufeinandertreffen von Gut und Böse und die vielen Grautöne dazwischen, geben der Spannung viel Vorschub ohne gezwungen daher zu kommen. Vorhersehbar ist nichts, alles ist immer zu jeder Zeit möglich.

Diese Mischung und die dabei entstehende Stimmung, war für mich als Leser etwas ganz besonderes. Vielleicht kennt es der ein oder andere, zu oft kommt es bei mir nicht vor, aber dieser Moment, in dem man ein Buch schließt und weiß, dass das etwas sehr Kostbares gewesen ist, was der Autor geteilt hat.

Fazit: Ja, was soll ich noch groß sagen. Das Buch hat mich sehr berührt, zu Tränen gerührt, obwohl ich nicht traurig war und mir einige, ganz besondere Stunden verschafft. Ich glaube ich muss nicht noch zusätzlich erwähnen, dass ich es für absolut empfehlenswert halte. Philosophie, Humor, Spannung und viel Herz in einem. Was will man als Leser mehr.

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Autoreninformation/ -kontakt

Jona Dreyer hat eine eigene Internetseite. Auf www.jonadreyer.de könnt ihr mehr über sie und ihre sonstigen, kreativen Fähigkeiten erfahren.

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