꙳Second Blinded Date꙳ – Chris P. Rolls

Heiß, heißer, Blinded Date!

second-blinded-dateIch weise ja immer darauf hin, wann Personen, die mit M/M Konstellationen ein Problem haben, ein Buch lieber nicht lesen sollten. Hier muss ich es gleich an den Anfang setzen, denn neben dem romantischen Anteil geht es verflucht erotisch zu. Allen anderen kann ich sagen, dass sich der Ausflug ins ‚Blinded‘ absolut lohnt. Tolle Charaktere, interessante Grundthematik, heiße Rhythmen und Überraschungen. Chris P. Rolls schickt euch mit dem zweiten Date auf einen heißen Trip in das Land der Stationswärter. Klingt merkwürdig? Lest selbst!

Allgemeines zum Buch

Der zweite Teil ist mit 44tsd Wörtern etwa doppelt so lang wie der erste. Vorwissen ist tatsächlich mal nicht zwingend erforderlich, es kann gut ohne den Vorgänger gelesen zu haben, verschlungen werden. Das Buch zählt wieder zu den selfpublisher Werken im Genre Gay Romance, ich selber erhielt ein Rezensionsexemplar (weshalb diese bereits kurz nach der VÖ hier zu finden ist).

Inhalt und Rezension

Sirius hat es nicht immer leicht, woran hauptsächlich sein Handicap (er stottert) Schuld trägt. Doch der Job im Blinded, einem exklusiven Schwulenclub mit ganz besonderen Regeln, macht ihm viel Spaß und eröffnet plötzlich ungeahnte Möglichkeiten. Dank seiner Ehrlichkeit könnten seine bisher unausgelebten Fantasien Realität werden und ihm sogar den Mann seiner Träume bescheren- vorausgesetzt er kann sich so annehmen wie er ist.

Wer sich am Anfang gefragt hat ob Handicap und Erotik, ernste Problematik und feuchte Träume zusammen in ein Buch passen, kann sich hier von Sirius und der Autorin überzeugen lassen. Trotz des überschaubaren Umfangs der Geschichte, wird der Hauptprotagonist so überzeugend, vielschichtig und handlungslogisch dargestellt, dass ich mir immer wieder selber sagen musste, dass es sich hierbei um eine Fiktion handelt (und kein lose biografisches Werk). Gerade auf der psychischen Ebene ist der Charakter von Sirius äußerst gut durchdacht und da er ausschließlich durch seine Handlungen, Gedanken und Bezugspersonen gezeichnet wird, ergibt sich dieses selbstverständliche Bild von ihm. Das alles lädt den Leser dazu ein, in die Person und die Geschichte einzutauchen.

Trotz des verhaltenen und ruhigen Beginns, hatte ich keine Schwierigkeiten Sirius zu folgen. Seine Person ist unaufdringlich interessant, überraschend humorvoll und unheimlich liebenswert. Dieser sachte Einstieg unterstützt seine oft zurückhaltende Art und wird somit Teil der Charakterisierung.

Chris P. Rolls schafft es auch in diesem Werk, allen weiteren Protagonisten viel Leben einzuhauchen. Der personengebundene Erzähler ist dabei kein Hindernis, im Gegenteil, es gelingt ihr spielend leicht dem Leser Hinweise zu den Personen zuzuflüstern, ohne dass Sirius etwas davon mitbekommt und ohne, dass es merkwürdig erscheinen würde. Ein weiterer Punkt der mir sehr gut gefallen hat: Alles was der Leser wissen muss, wird auf den Punkt gebracht. Wer langatmige Erklärungen und Ausschweifungen sucht, wird hier nicht fündig werden. Um dem Handlungsgeschehen folgen zu können, ist jede Information wichtig, ein Überblättern nicht ohne den Verlust von wesentlichen Aktionen/ Gedanken möglich.

Die Beziehung/ die erotischen Aspekte zwischen Sirius und dem geheimnisvollen ‚Y‘, sind sehr ansprechend und niveauvoll ausgearbeitet worden, und auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, das war schon sehr heiß! 😉 Was definitiv auch darin begründet liegt, dass es nicht nur aus rein körperlichen Gründen knistert.

Dabei kann die Handlung nicht auf diesen Teil reduziert werden. Der eingebaute Seitenstrang mit Tarius (Sirius Bruder) und Aaron tut dem Geschehen sehr gut, auch wenn der natürlich nicht dieselbe Tiefe erreicht.

Das Ende kam für mich persönlich dann eine Spur zu schnell, gerade nach dem sanften Beginn und dem toll ausgearbeiteten Mittelteil, fällt das im Lesegefühl etwas ab. Wem das, ähnlich wie mir, nicht so liegt, kann sich aber auf einen ganz überraschenden und mehr als versöhnlichen Epilog freuen. Und wenn ich eines versprechen kann: der macht Lust auf noch viele weitere Dates im ‚Blinded‘.

Fazit: Die ernstere Problematik und die nach Erfüllung sehnenden Bedürfnisse, gehen Hand in Hand ineinander über und auch der Humor und die komischen Momente passen ganz ohne Zwang hinein. Oberflächlich wird das nie, weil das Kernproblem glaubhaft und gründlich beleuchtet worden ist. Erotik und Handicap heiß und ernst zusammen? Chris P. Rolls zeigt, wie das gehen kann.

SternSternSternSternStern halb

Mein Hinweis zum Buch: Die Teile sind zwar sehr gut unabhängig voneinander zu lesen, für das größere Lesevergnügen würde ich jedoch empfehlen, zunächst das erste Date aufzusuchen, denn die Teile fügen sich auf wundervolle Weise zusammen. Ich will nicht zu viel verraten, aber es schmunzelt sich noch besser, wenn das Kopfkino Szenen aus dem ersten Teil dazuschmuggelt.

Autoreninformation/ – kontakt

http://chrisrolls.blogspot.de

Neben den selbst herausgebrachten Werken, erschienen auch Bücher im Ullstein und MAIN Verlag.

Danke

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Chris P. Rolls für das Rezensionsexemplar bedanken, für das dementsprechende Vertrauen und die Einladung zur Leserunde. Ein Dank geht auch an die Teilnehmerinnen der Leserunde für den Austausch und den daraus resultierenden Spaß und die Freude. Ich hatte ein paar sehr lustige Momente mit euch. 😉

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