꙳Im Schatten der Gitter꙳ – Mara Dissen

imag0245_1.jpgDen Thriller habe ich seit der BuchBerlin bei mir zu liegen und in meinem Messebeitrag bereits erwähnt. Nun komme ich endlich dazu ihn vorzustellen. Der Klappentext hat mich damals sehr angesprochen, versprach er doch eine düstere Geschichte, und die habe ich bekommen.

 

Allgemeines zum Buch

Mit gut 200 Seiten (Print) ist es recht kurz gehalten, passt aber von der Länge durchaus zum Inhalt. Es ist in Eigenregie entstanden und Anfang 2015 veröffentlicht worden. Verlegt wurde es mithilfe von epubli.

Inhalt und Rezension

Wir blicken hier in eine Anstalt, die es so nicht geben sollte. Psychisch kranke Straftäter tanzen dem unterqualifizierten  und desinteressierten Personal auf der Nase herum und letzteres agiert nur zur eigenen Bedürfnisbefriedigung. Das Bild das Mara Dissen für diesen Kontext zeichnet, könnte düsterer nicht sein und die Morde tragen ihr übriges zur katastrophalen Stimmung bei.

Susanne Rüter, eine Ärztin in dieser Anstalt, begleitet den Leser über einen Großteil der Zeit durch das Buch, auch wenn sie letztlich nur eine Akteurin neben vielen ist. Normalerweise liegt mir der auktoriale Erzählstil nicht, hier wird er aber gut, und vor allem konsequent, umgesetzt. Letztlich ist er der dunklen Atmosphäre, die allgegenwärtig ist, äußerst zuträglich. Die sich daraus ergebende Distanz schafft auf der einen Seite Spannung und Unwissen, auf der anderen vermag er es nicht die Charaktere über eine gewisse Oberflächlichkeit hinaus darzustellen. Dadurch sind mir einige Aktionen und Regungen der Personen unklar geblieben, manche Situation und Arbeitsabläufe zu ungenau um auf ganzer Linie überzeugen zu können.

Der Thriller kommt nicht mit einem hohen Tempo daher, eher wie eine dunkle Masse, die sich schwer über das Gemüt legt. Das war mal etwas anderes als ich es gewohnt bin, aber nicht unbedingt negativ. Die Spannung konnte so gut aufrecht erhalten werden und die erzeuge Atmosphäre ist eines Thrillers würdig gewesen.

Was ich am meisten bemängeln muss, ist das fehlende Korrektorat. Ich weiß, dass es für selbständige Autoren nicht immer einfach ist solche Dinge auf hochwertiger (und bezahlbarer) Ebene zu erhalten, dennoch wäre es hier notwendig gewesen. Sprachlich und optisch gibt es ein paar Ecken, die nicht sein müssten und die dem Thriller nicht gut tun. Im Gesamtblick ist das noch zu verschmerzen, aber nicht zu übersehen.

Der Mordplan und das dahinterstehende Komplott wiederum sind gut erdacht und hat mich bis zur Aufklärung im Unklaren gelassen. Zusätzlich überrascht hat mich dann die Komplexität der Verwicklungen, die ich dem Verlauf so nicht entnehmen konnte. Von dieser Seite aus bin ich absolut auf meine Kosten gekommen.

Fazit: In der Handlung, Recherche und leider auch sprachlich enthält dieses Werk ein paar Unsauberkeiten, die mich am Ende etwas ambivalent zurücklassen. Die Idee und auch der Spannungsbogen sind dagegen überdurchschnittlich umgesetzt, insgesamt würde ich sagen, dass es mir gefallen hat. Diese ganz eigene Stimmung hat in jedem Fall seinen Beitrag dazu geleistet.

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Autoreninformation/ – kontakt

Mara Dissen findet ihr auf Facebook und auf ihrer Internetseite www.mara-dissen.de

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