꙳Das Blut des silbernen Wanderers: HALVOR꙳ – Jona Dreyer

wp-1476305388713.jpgNach „ANEIRYN“ war natürlich die ganz große Frage, wie geht es mit Halvor weiter? Zu ihm hatte ich sehr ambivalente Gefühle und war sehr gespannt wie er sich entwickeln würde. „Das Blut des silbernen Wanderers“ kann unabhängig von „ANEIRYN“ gelesen werden, jedoch würde ich empfehlen, aufgrund des tollen Lesevergnügens und besseren Vorverständnisses, die Bücher in Reihenfolge zu schmökern. Nachdem ihr Halvor gelesen habt, wollt ihr sowieso wissen was es mit Aneiryn auf sich hat. 😉

Allgemeines zum Buch

Wir haben hier ein Gay Historical Romance Fantasy Abenteuer, welches sich auf ca 700 Seiten (Ebook) erstreckt. Erschienen ist es am 23. August 2016 und wurde ohne Verlag unter dem Pseudonym Riley Greene publiziert.

Inhalt und Rezension

Halvor ist geschlagen und hat alles verloren, was ihm einmal wichtig war. Er legt auch den Rest ab und lässt seine Vergangenheit hinter sich. Als Wanderer Cailean trifft er auf eine Rebellengruppe und ist von deren Anführer, dem schwarzen Ronin, mehr als nur fasziniert. Trotz schmerzhafter Missverständnisse hilft er den Menschen und kann sich ihnen daraufhin anschließen. So beginnt ein neuer Abschnitt in seinem Leben, der einiges durcheinander und manches vielleicht wieder in die Reihe bringt.

Cailean als Protagonist ist stimmig aufgebaut und, auch wenn man es kaum für möglich hält, ein echter Sympathieträger. Die Beweggründe für seine einsame Wanderung sind glaubhaft dargestellt und seine Reue über Geschehenes nahezu greifbar. Seine Vergangenheit, erzählt in Rückblenden, hat mich sehr berührt und in den Bann gezogen. Überhaupt gewinnt Cailean über das gesamte Buch sehr viel Tiefe, was insbesondere der gut geschilderten psychologischen Situation Caileans geschuldet ist. Er ist sehr emotional und in seinen Gefühlen zu Ronin beinahe hilflos. Die Diskrepanz zwischen dem was er äußerlich zeigt/ sagt und dem was er fühlt, trägt sehr zu einer spannenden Grundstimmung im Buch bei.

Ronin selber ist nicht ganz so greifbar wie Cailean, jedoch nicht minder liebenswürdig – auf eine sehr ungestüme Art, die allerdings etwas sehr echtes hat und auch seine völlig neuen Gefühle zu einem Mann glaubhaft machen. Einzig das erste intime Treffen der beiden, scheint mir etwas holprig eingeleitet. Sein Handeln ist ebenfalls gut entwickelt, der Rückzug nach dem Tod seiner Schwester verständlich. Insgesamt bleibt seine Charakterentwicklung aber hinter der von Cailean zurück. Das ist nicht schlimm, da er trotzdem ausreichend Tiefe bekommt und die Beziehung zwischen den beiden rund wirkt. Gegen Ende ändert sich auch das noch einmal und Ronins emotionalen Verwicklungen geben den Ereignissen die notwendige Stütze um den Leser mitzureißen.

Nonie, Caileans „Tochter“ ist in meinen Augen der am besten entwickelte Nebencharakter und wird von der Autorin toll inszeniert. Andere bleiben oft blass, sind aber gut genug entwickelt um eine sehr lebendige Welt entstehen zu lassen. Die Umgebung in der die Geschichte spielt, wird durch die Erzählungen der Protagonisten zum Leben erweckt. Die sprachlichen Elemente passen hier wie reingegossen und fügen sich perfekt in das sich entstehende Bild.

Der Handlungsverlauf ist gut erdacht, jedoch fällt der erste Teil des Buches zum Rest etwas ab. Dafür nimmt das Geschehen stetig Fahrt auf und das letzte Drittel, ist ein einziger atemloser Moment, sodass ich mir dort ein paar kleinere Verschnaufpausen gewünscht hätte. Einen Großteil der Spannung macht dabei nicht unbedingt der Rebellenkampf aus, sondern die inneren/ äußeren Kämpfe Cailean und Ronins, was mir sehr gut gefallen hat.

Ein großes extra Lob möchte ich der Autorin für die Legenden zu Caileans Volk aussprechen. Sie sind toll erdacht und erzeugen in passender Atmosphäre eine leicht mystische Stimmung, die wunderbar zum Buch passt.

Über das Ende ist viel drum herum geredet worden, auch ich werde nicht spoilern, aber eines möchte ich dazu trotzdem loswerden:
Mir persönlich gefallen auch offene Enden gut, wenngleich ich finde dass sie schwer umzusetzen sind, ohne ein ungutes Gefühl zu hinterlassen. Aber auch geschlossene Geschichten bleiben oft hinter meinen Erwartungen zurück, da sie die eigentliche Handlung nicht beenden. „Das Blut des silbernen Wanderers“ zeigt, wie es richtig geht. Es wird über eine lange Strecke gut aufgebaut und am Ende setzt man einfach nur noch das letzte Stück ins Puzzle ein und die Geschichte schließt damit in sich ab. Wenn ich ein kleines bisschen kritteln darf, dann würde ich anmerken dass es mir eine Spur zu kurz ist.

„Das Blut des silbernen Wanderers“ ist im Gesamteindruck ein stimmiges und faszinierendes Fantasy Abenteuer, welches sich keinesfalls vor seinem Vorgänger zu verstecken braucht. Beide Bücher sind in etwas gleichwertig und welches dem Leser besser gefällt, wird sehr individuell sein. Vom Stil und von der schriftstellerischen Sorgfalt unterscheiden sie sich nicht.

Halvors Geschichte hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, wenn sie auch teilweise sehr traurig ist. Aber Liebe hält hier auch der größten Trauer stand.

stern halb

Nachtrag: Laut Autoreninformation wird es in diesem Jahr noch eine Weihnachtsgeschichte um Halvor/ Ronin und Aneiryn/ Riaghán geben. Es heißt also Augen aufhalten und gespannt bleiben. 🙂

Autoreninformation/ -kontakt

Jona Dreyer hat seit neuestem auch eine eigene Internetseite. Auf www.jonadreyer.de könnt ihr mehr über sie und ihre sonstigen, kreativen Fähigkeiten erfahren.

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