꙳The Girl on the Train꙳ – Paula Hawkins

The girl on the TrainDieses Mal ist der Weg zur Rezension etwas länger gewesen, was zugegebenermaßen auch am Buch selber lag. Die Sprache an sich hat mir keine großen Schwierigkeiten bereitet, aber der Aufbau und die Dramaturgie haben es mir etwas schwer gemacht. Immerhin, „The Girl on the Train“ war eine recht interessante Leseerfahrung, die mich ein bisschen ambivalent zurücklässt. Genug der Einleitung, Details folgen jetzt:

Allgemeines zum Buch

Wie angekündigt habe ich es in der Originalvariante gelesen und in dieser umfasst das Buch etwas mehr als 400 Seiten. Erschienen ist es im Jahr 2015, die Black Swan Edition (meine) 2016. „The Girl on the Train“ wird dem Genre Thriller zugeordnet.

Inhalt und Rezension

Rachel hat es nicht sehr leicht. Aufgrund diverser Umstände ist sie alkoholabhängig geworden, ihr Mann hat sich scheiden lassen und lebt mit seiner neuen Frau in ihrem alten Haus und sie selber sieht ihr Leben immer mehr aus ihren Händen gleiten. Durch ein Pärchen, welches sie aus dem Zug heraus täglich beobachtet, fühlt sie zumindest für einen kurzen Moment am Tag so etwas wie Glück und schwelgt in der Harmonie, die sie zwischen den beiden zu erkennen glaubt. Sie erfindet sogar Namen für sie, was sie beruflich wohl tun und ihre sonstigen Umstände. Dieses Gebilde bekommt dann sehr plötzlich große Risse und auf einmal ist Rachel offenbar in ein Verbrechen verwickelt.

Die Handlung wird aus drei Perspektiven geschildert und der Leser erfährt alles aus der Ich-Erzähler Sicht. Rachel ist dabei die Hauptprotagonistin, die auch am besten ausgearbeitet worden ist. Ihr Erleben ist sehr emotional und hat mich die Ereignisse hautnah miterleben lassen. Besonders gut dargestellt ist vor allem das Verschwimmen von Realität, Gedächtnislücken und Vermutungen, was durch die vom Alkohol verursachten Blackouts entsteht. Ihre Gedanken und Schlussfolgerungen haben mich als Leser oft mitgenommen und sorgen dafür, dass man auch als Leser ein ums andere Mal aufs Glatteis geführt wird. Die Darstellung ihrer Alkoholproblematik war mir aber deutlich zu oberflächlich. Fast konnte man zu dem Schluss kommen, dass sie einfach nur mit dem Trinken aufhören müsste und alles wäre gut. Da fehlte mir auch ein bisschen der medizinische Aspekt.

Megan (die Frau die sie aus dem Zug heraus beobachtet) und Anna (die neue Frau ihres Exmannes) bleiben im Vergleich zu ihr deutlich blasser und bekommen gesamt betrachtet nicht genug Tiefe. Das wiederum führt dazu, dass einige Handlungen, Zwänge, Verhaltensweisen nicht oder nur schwer nachvollziehbar sind und gerade Megans Parts wirken auf den Handlungsverlauf oft hemmend.

Das bringt mich dann auch zum Hauptkritikpunkt: Für einen Thriller ist die Spannung nicht ausreichend genug. Das Erleben ist zwar intensiv, allerdings nur auf der menschlich-persönlichen Ebene. Die Aufklärung des Falles, das Verschwinden von Megan wird dabei zu einem Nebenstrang und mögliche Gefahren dramaturgisch nicht gut eingeleitet. Das ist sehr schade, da genau dieser Teil der Handlung eigentlich gut gemacht ist. Es gibt genügend Möglichkeiten für die Auflösung, ohne dass sie überladend/ überfordernd wären, und die Geheimnisse sind so verschüttet wie Rachels Erinnerungen. Man muss sich im wahrsten Sinne des Wortes durch das Buch graben um alles aufzudecken.

Das Finale an sich ist dann aber wieder zu platt, es fehlt an Spannung und gerade dort auch an Intensität, was durchaus auch an der Nachvollziehbarkeit der Geschehnisse lag. Ich wiederhole mich, aber das ist wirklich sehr schade, denn die Fragmente die sich zusammensetzen lassen, sind gut durchdacht, nicht zu offensichtlich und trotzdem wird man am Ende wieder diese kleinen Hinweise finden, die einem früher schon auf den richtigen Weg geholfen hätten.

Letztlich war es für mich ganz nett, aber eben auch nicht mehr. Viele Dinge kratzen an der Oberfläche und bleiben auch da, und den Spannungsbogen empfand ich für einen Thriller nicht gut gewählt. Einen großen Pluspunkt gibt es für die Verwicklungen und die gut erarbeitete Auflösung. Das klingt natürlich recht paradox, aber wie eingangs erwähnt, fühlt es sich für mich auch so an.

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Autoreninformation/ -kontakt

Paula Hawkins findet ihr auf Facebook, mehr Informationen gibt es auf ihrer Internetseite http://paulahawkinsbooks.com/.

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