꙳Das Paket꙳ – Sebastian Fitzek

img_2984Sebastian Fitzek feiert 10-jähriges Autorenjubiläum (2006 erschien sein Erstlingswerk „Die Therapie“) und liefert dafür einen gut ausgetüftelten Psychothriller. Über Äußerlichkeiten des Buches habe ich mich ja bereits geäußert, nun war natürlich zu klären, inwieweit der Inhalt da mithalten kann. Ich bin gerade erst mit lesen fertig geworden, d.h. meine Eindrücke sind noch ganz frisch und werden von mir ganz spontan zu Papier…bzw. in den Laptop gebracht.

Allgemeines zum Buch

Es erschien wieder in der Verlagsgruppe Droemer Knaur und umfasst ca. 350 Seiten. Erscheinungsdatum ist der 26.10.2016. In der Jubiläumsausgabe (Auflage 200.000 Stück) wird das Buch mit extra Kartonverpackung geliefert. Zeitgleich zur Veröffentlichung, startete seine Jubiläumstour (mit Live-Band), für die es auch noch Karten gibt.

Inhalt und Rezension

Klappentext: „Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt …

Der Beginn des Buches ist verhältnismäßig ruhig, die Spannung baut sich nach und nach auf. Das Tempo bleibt über die gesamte Länge relativ gemächlich, was aber nicht zum Einbruch führt, sondern dazu, das Erzählte sehr intensiv aufnehmen zu können. Das Geschehen an sich, wird in Rückblenden erzählt, sodass sich Informationen aus Gegenwart und Vergangenheit zu einem Knäuel undurchdringlicher Vermutungen und Verdächtigungen verknoten. Alles ist möglich, jeder Schritt könnte eine Illusion sein, jeder der Täter und jeder scheint irgendwie mit drinzuhängen. Doch in welchem Umfang und zu welchem Zweck, bleibt wirklich bis zum Ende unklar. Fitzek typisch kann man sich nur in einer Sache sicher sein: Es gibt kein einfaches Gut und Böse, sondern sehr viel grau.

Die Protagonistin, Emma, ist gut und glaubwürdig umgesetzt worden, was u.a. auch an der selbstreflektierten Art liegt, mit der sie ihre Umgebung und sich selbst zu beurteilen versucht. Die psychischen Aspekte und ihr Leiden empfand ich als realistisch und nachvollziehbar, gerade auch die Zweifel, die sie sich selbst betreffend hat. Alles was sie erlebt geht unter die Haut und verursacht dasselbe Herzklopfen, welches sie ebenfalls bekommt.

Die anderen Charaktere bleiben im Gegenzug recht blass, verstärken dabei den Fokus auf Emma und ihr Erleben. Das teils sehr widersprüchliche Verhalten sorgt ebenfalls für dieses, ’sich nie sicher sein können‘-Gefühl. Damit einher, gehen auch völlig überraschende Geständnisse und Auflösungen von einzelnen Handlungssträngen.

Den Plot an sich empfand ich als wirklich gut durchdacht, gerade auch die Tatsache, dass mit jeder Auflösung, eher neue Falschannahmen als Entdeckungen zustande kommen. Damit wird alles unvorhersehbar und das Ende gestaltet sich dann völlig anders, als man es vielleicht gewagt hatte zu erwarten. Kleinigkeiten in der Handlung bleiben unaufgelöst, der Großteil schließt aber sinnig und vernünftig ab. Die psychologische Ausarbeitung des Täters hätte für mich präziser sein können, das kratzt in meinen Augen eher an der Oberfläche und passt dann nicht ganz zur Person, die ich vor Augen habe. Wenn dieser Aspekt etwas intensiver beleuchtet worden wäre, würde sich diese Diskrepanz vermutlich gar nicht ergeben.

Die Spannungselemente sind gut gewählt, allein die psychologische Ebene, sorgt für eine dauerhaft angespannte Erwartungshaltung. Ein bisschen Boden büßt das Ganze aber dadurch ein, dass es in Rückblenden erzählt wird. In diesem Fall werte ich das allerdings als nicht so tragisch, da so eine sehr plastische Darstellung der Paranoia gelingt, und wie oben schon erwähnt, liegt ja auch hier der Fokus. Allerdings kommt der eigentliche Schluss ein wenig abrupt, etwas mehr Detail hätte hier definitiv nicht geschadet.

So freue ich mich über einen gelungenen Psychothriller, wenn er auch (in meinen Augen) nicht zu den allerbesten von Fitzek gehört. Er ist mal etwas anders, trotzdem spannend und der Plot, mit kleinen Abstrichen, sehr ausgeklügelt.

SternSternSternSternStern leer

Autoreninformation/ -kontakt

http://www.sebastianfitzek.de/

Die Internetadresse zu den Tourdaten: http://www.sebastianfitzek.de/10jahretour/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s