꙳Das Opfermesser꙳ – Simon Geraedts

Das OpfermesserHeute mal eine Buchvorstellung aus einem mir sonst etwas ferneren Genre, auch wenn „Das Opfermesser“ mit als Thriller eingeordnet wird. Wir bewegen uns hier im Bereich Horror – gar nicht mal so unpassend zur Jahreszeit – und dem Übernatürlichen. Zur nachfolgenden Rezension sei eines gleich gesagt: Mystischer Grusel liegt mir nicht sehr, darum mag man  gern über den ein oder anderen Kommentar von mir hinwegsehen, bzw. nicht so ernst nehmen. 😉

Viel Spaß beim gruseln!

Allgemeines zum Buch

Der Thriller ist ca. 200 Seiten stark und von Simon Geraedts Ende 2015 selbständig herausgebracht worden. An dieser Stelle meinen herzlichen Glückwunsch zum Skoutz-Award 2016.

Inhalt und Rezension

Den Inhalt kann man recht schnell zusammenfassen: Der neunjährige Lukas trauert um seine verstorbene Mutter. In dieser Situation kommt es sehr ungelegen, dass sich der Vater neu verliebt und mit der Pädagogin verlobt. Die Fronten sind verhärtet (und hier kann man wirklich von Fronten sprechen), aber ein gemeinsamer Familienausflug in den Wald, soll die Stimmung etwas heben. Doch dem Leser wird schnell klar: Bevor das passiert, gefriert die Hölle. Und an dieser Stelle hat der Teufel ein gewaltiges Wörtchen mitzureden.

Lukas findet ein Messer, welches ihn in seinen Bann zieht, Versprechungen macht und dafür Opfer fordert. Wir bewegen uns hier also in sehr überirdischen Sphären, wer sich darauf nicht einlassen kann, wird es schwer haben durch den Plot zu kommen. Denn so richtig vermögen es die eigentlichen Protagonisten nicht, den Leser an das Buch zu fesseln. Mich zumindest nicht. Der erste Teil wirkt dazu sehr distanziert, eine emotionale Verbindung zu den Charakteren konnte ich nicht aufbauen. Genau das machte es auch so schwer, mitzufühlen und mitzufiebern. Da gibt es nicht viel, was das Geschehen greifbar werden lässt.

Die Handlungen von Lukas und sein tiefsitzender Hass sind fast nicht zu begreifen gewesen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass er sich sogar in Therapie befindet. Nun mag das Messer wie ein Katalysator wirken, doch bereits zu Beginn des Buches, gibt es diese grausamen Aspekte in seinem Handeln, die bei einem Neunjährigen, der sehr behütet und anscheinend absolut unauffällig aufgewachsen ist, einen nicht sehr glaubhaften Eindruck hinterlassen. Etwas mehr Ambivalenz das Messer betreffend, hätte da vielleicht schon Boden gut gemacht.

Zumindest bekam ich aber ab der zweiten Hälfte des Buches, einen spannenden Plot präsentiert, der an der ein oder anderen Stelle, das Herz schneller schlagen lässt. Sehr dazu beigetragen, hat vor allem die Umgebung, bei der es der Autor versteht, sie sehr lebhaft darzustellen. Dieser Aspekt, gefiel mir im gesamten Buch am besten. Der Mangel an Emotionalität, wird in der Natur nahezu ausgeglichen.

Die böse Kraft hingegen blieb für mich völlig abstrakt, sodass es schwerlich gruselte. An diesem Punkt hätte ich durchaus mehr erwartet, immerhin ist das Messer ja irgendwie auch als Protagonist gestaltet.

An sich liest sich der Thriller recht flüssig, die Sprache ist dabei sehr einfach gehalten. Die Perspektivwechsel empfand ich an einigen Stellen etwas unangebracht, der zweite Handlungsstrang am Ende, hat aber sehr zu einem spannenden Finale beigetragen. Die Länge des Buches war für mich völlig in Ordnung, es zieht sich nicht und bleibt damit zumeist bei der Sache.

Am Ende gibt es einige Punkte die unklar bleiben, für mich löst sich die Handlung nicht ganz stimmig auf. So bleibt dann auch das Gefühl, dass die Konstruktion des Ganzen, etwas mühevoll war. Die zeitlichen Zusammenhänge im Voraus der eigentlichen Handlung, hätten für mich durchaus präziser sein dürfen, die Rückblenden an sich, sind aber gut gelungen und passend eingearbeitet. Der Titel der Geschichte ist toll gewählt und bringt die Geschehnisse auf den Punkt.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein kurzweiliger Thriller ist, der gerade im zweiten Teil mit einem guten Spannungsbogen aufwartet, emotional aber nicht packen kann. Zumindest habe ich gerade nicht das Gefühl, die Tür abschließen zu müssen. 😉

Von mir gibt’s dafür 3 Sternchen und noch mal einen Glückwunsch zum Gewinn des Awards.

SternSternSternStern leerStern leer

Autoreninformation/ -kontakt

Simon Geraedts und seine anderen Werke findet ihr unter http://www.simongeraedts.de/. Die nächste Veröffentlichung ist noch für diesen Monat geplant.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s