꙳Holes꙳ – Louis Sachar

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Für einen schönen Start in den Blog, habe ich mir eines meiner Lieblingsbücher ausgesucht. Ich habe es in der Zwischenzeit oft gelesen und verschlinge es jedes Mal aufs Neue wenn ich es wieder zur Hand nehme.

Ich habe das Buch bisher nur in der Originalvariante (also auf Englisch) gelesen, aber ich nehme mal zugunsten der Übersetzer an, dass die deutsche Fassung im Wesentlichen mit der englischen übereinstimmt.

Allgemeines zum Buch

Bei Holes handelt es sich um einen Roman, der für jugendliches Publikum gedacht ist, allerdings auch für Erwachsene seinen Reiz haben dürfte. Aufgrund der Tatsache dass es sich um ein Jugendbuch handelt, ist das Englisch leicht verständlich. Um das Buch flüssig lesen zu können, wird das Sprachlevel B1 empfohlen.

Der Roman ist 233 Seiten stark, in drei 3 Teile untergliedert und hat insgesamt 50 Kapitel, die allerdings recht kurz gehalten sind. Wer also gerne (so wie ich) Zeit schinden möchte indem er/ sie behauptet: „Ich muss nur noch das Kapitel zu Ende lesen.“, dürfte hier Probleme bekommen.

Inhalt und Rezension

‚Vom Pech verfolgt‘ werden, ist für Stanley Yelnats und seine Familie nicht nur eine Redewendung. Beruflicher Erfolg bleibt seinem Vater verwehrt und den Beliebtheitspreis hat auch noch kein Yelnats gewonnen. In dieser Situation ist es fast nicht verwunderlich, dass Stanley beschuldigt wird, die Schuhe von Clyde Livingston gestohlen zu haben, die auf einer Auktion, zugunsten Obdachloser Kinder, versteigert werden sollten. Dass er nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, glaubt ihm natürlich niemand. Wem fallen auch schon einfach berühmte Schuhe aus dem Himmel auf den Kopf?

Und so nimmt das (Un-)Glück seinen Lauf. Stanley wird verurteilt und in einem Camp zur „Charakterbildung“ untergebracht. Fernab jeglicher Zivilisation liegt das idyllische ‚Camp Green Lake‘. Nur eben ohne Grün, und ohne See, inmitten von Wüste.

So schlimm das auch alles erscheinen mag, erlebt Stanley nun zum ersten Mal was es bedeutet Teil einer Gemeinschaft zu sein, mit allen positiven und negativen Auswirkungen, und entdeckt Freundschaft. War er vorher nur der dicke Außenseiter, wird er nun als Caveman (Höhlenmensch) als Teil einer Gruppe akzeptiert und mit jeder Seite die man im Buch voran kommt, entwickelt sich auch sein Charakter. Bemerkenswert ist aber vor allem sein frohes Gemüt, dass sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Egal wie schwer es wird, wie groß die Probleme sind, dadurch dass Stanley nie den Glauben verliert und im Verlauf auch anfängt an sich zu glauben, verliert auch der Leser nie die Hoffnung.

Fast nebenbei erfährt der Leser mehr zu Stanleys Familiengeschichte und dem Familienfluch, den es tatsächlich gibt. Dazu wird in einem separaten Handlungsstrang erzählt, wie das Camp Green Lake früher ausgesehen hat, welche Leute dort lebten und warum es nun so trostlos ist wie es ist. Derweil im Camp muss Stanley sich immer neuen Situationen stellen, unter anderem dem geheimnisvollen ‚Boss‘, Neid und Missgunst seiner Campfreunde, die Sorgen seiner Mutter und einer großen Portion Ungerechtigkeit (die ihn ja auch schon in das Camp geführt hat).

Diese drei Szenerien greifen so wunderbar ineinander, dass es ein Genuss ist, in der Geschichte voranzuschreiten, Geheimnis um Geheimnis zu lüften und das Puzzle zusammenzusetzen. Letztendlich sind es Stanleys Entscheidungen, die den Verlauf des Geschehens maßgeblich beeinflussen. Egal ob er passiv bleibt oder aktiv eingreift, alles führt den Leser zu einem tollen Showdown, bei dem einige Masken fallen und vielleicht auch ein alter Familienfluch gebrochen werden kann. Getreu der mathematischen Regel: Negativ mal negativ ist positiv.

Das alles ist sprachlich einfach klasse umgesetzt. Der Autor spielt so mühelos mit Namen, Orten, Ereignissen und sprachlichen Elementen, dass man nicht umhin kommt, das ein oder andere mit einem Schmunzeln zu kommentieren. Es ist nie langweilig, nicht vorhersehbar und trotz der vielen Probleme des Protagonisten auch nie trübsinnig. Gerade diese Mischung macht ‚Holes‘ für mich zu einem tollen, kitschlosen und sogar leicht mystischem Abenteuer mit einem super ‚Aha-Effekt‘ am Ende.

Und die Moral von der Geschicht‘:
Nun, im Gegensatz zu seinem Ur-ur-urgroßvater (Elya) erkennt Stanley hier wie wichtig Freundschaft ist und dass man diese nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollte. Überhaupt werden hier vor allem die Motive Freundschaft und Zusammenhalt in den Fokus gerückt. Einen starken Familienzusammenhalt kann es geben ohne dass man reich ist (und Glück hat), Freundschaft muss nicht nach dem Bildungsniveau fragen und die Liebe macht keinen Unterschied zwischen ‚Rassen‘. Das alles finden wir bei ‚Holes‘, allerdings ohne erhobenen Zeigefinger. Die Aktionen der handelnden Personen sprechen für sich und führen sie am Ende dahin, wohin sie sich selber damit gebracht haben.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Ich liebe dieses Buch! Wenn wir von maximal 5 Sternen ausgehen wollen, würde ich diesem hier volle 5 zukommen lassen.

Autoreninformation/ -kontakt

http://www.louissachar.com/

Verfilmung

Das Buch ist 2003 unter dem Titel „Das Geheimnis von Green Lake“, mit Shia LaBeouf als Stanley Yelnats, verfilmt worden.

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